Chob – Suchmaschine für AppImage, Flatpak und Snap

Aus LinuxUser 09/2019

Chob – Suchmaschine für AppImage, Flatpak und Snap

© Linux87, 123RF

Reiche Ernte

Das Tool Chob sucht per Stichwort Anwendungen in den modernen alternativen Paketformaten.

In letzter Zeit erlangen alternative Paketformate eine zunehmende Bedeutung: Sei es AppImage, Flatpak oder Snap, mittlerweile trifft man sie in fast allen Distributionen an. Einige Projekte setzen sogar ganz oder zumindest überwiegend auf die modernen Konstrukte, die Abhängigkeiten zum großen Teil im Paket mitbringen.

Die Fedora-Variante Silverblue Workstation setzt komplett auf Flatpak; Clear Linux OS unterstützt neben den hauseigenen Bundles ebenfalls Flatpaks. Endless OS geht ebenfalls mehr und mehr diesen Weg, um Software auszuliefern. Ubuntu nutzt sein Snap-Format zwar hauptsächlich in der Cloud, bietet jedoch darüber hinaus in den Ubuntu-Versionen für den Desktop vermehrt Snap-Pakete an.

Testen ohne Folgen

Die neuen Formate sind vor allem praktisch, um aktuelle Software zu testen. Nehmen wir einmal LibreOffice als Beispiel: Die Entwickler raten bei neuen Versionen für den produktiven Einsatz dazu, zunächst noch bei der Vorgängerversion zu bleiben und einige kleinere Veröffentlichungen abzuwarten, bevor man den endgültigen Umstieg wagt.

Möchten Sie nun aber konkret wissen, ob die neue Version einen bestimmten Fehler behebt, beißt sich das Ausprobieren eines entsprechenden Flatpaks nicht mit der bereits installierten, produktiv genutzten Version. Im Format AppImage liegen sogar vier verschiedene Entwicklungsstufen von LibreOffice vor, die auf Tester warten. So probieren Sie gefahrlos neue Funktionen vorab aus.

Aufwendige Suche

Was aber, wenn Sie für ein bestimmtes Genre herausfinden möchten, welche Anwendungen in den neuen Formaten vorliegen? Bisher waren Sie darauf angewiesen, die jeweiligen App-Stores zu Fuß zu durchsuchen. Flathub [1], Snapstore [2] und AppImageHub [3] bieten jeweils Hunderte oder gar Tausende Apps im jeweiligen Format an.

Vor wenigen Wochen hat der Entwickler Mohammed Kaplan auf Github eine Suchmaschine für das Terminal vorgestellt, die genau diese App-Stores nach einem Stichwort durchsucht. Das Werkzeug hört auf den Namen Chob [4], unterliegt der Apache-v2-Lizenz und baut auf Node.js auf.

Auf der Download-Seite [5] finden Sie ein Paket im DEB-Format sowie die ausführbare Datei chob-linux für weitere Distributionen; daneben steht auch der Quellcode bereit. Das DEB installieren Sie wie gewohnt mit dpkg -i chob. Das Binary chob-linux machen Sie nach dem Herunterladen zunächst mit sudo chmod +x chob-linux ausführbar und starten es dann durch Eingabe des Programmnamens, gefolgt vom Suchbegriff.

Zum Selberbauen des Tools sollten Sie zunächst mindestens die letzte LTS-Version von Node.js installieren, derzeit Version 10.x. Dann ziehen Sie die Software aus dem Repository (Listing 1, erste Zeile) auf die Platte, wechseln in das neu entstandene Verzeichnis (zweite Zeile) und installieren die Anwendung (letzte Zeile).

Listing 1

$ git clone https://github.com/MuhammedKpln/chob.git
$ cd chob
$ npm install && yarn

Keine Optionen

Chob lässt sich einfach bedienen, denn außer dem Parameter für das Suchwort hat das kleine Werkzeug keinerlei Optionen. Geben Sie also in einen Terminal-Emulator chob music ein, oder – je nach verwendeter Version – ./chob-linux music, erhalten Sie eine entsprechende Trefferliste. Im Test enthielt sie 15 Anwendungen, in deren Namen die Zeichenkette music vorkommt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Suche nach dem Begriff <code>music</code> f&ouml;rderte im Test 15&nbsp;Anwendungen zutage, deren Name den Begriff enth&auml;lt.

Abbildung 1: Die Suche nach dem Begriff music förderte im Test 15 Anwendungen zutage, deren Name den Begriff enthält.

Um im obigen Beispiel von LibreOffice zu bleiben, ergibt die Suche mit dem Begriff office die vier angesprochenen Entwicklungsstände von LibreOffice als AppImage, jeweils ein Paket in den Formaten Flatpak und Snap sowie weitere Büropakete (Abbildung 2).

Abbildung 2: LibreOffice gibt es gleich in vier Entwicklungsstufen &ndash; ein gutes Beispiel f&uuml;r die Vorteile der alternativen Paketformate.

Abbildung 2: LibreOffice gibt es gleich in vier Entwicklungsstufen – ein gutes Beispiel für die Vorteile der alternativen Paketformate.

Unix-Philosophie

Wählen Sie aus den Fundstellen eine Nummer, so öffnet sich die Seite mit der Anwendung aus dem jeweiligen App-Store in Ihrem Standard-Browser und bietet die App zum Download oder zur Installation an (Abbildung 3). Mehr kann und will Chob in bester Tradition der Unix-Philosophie Do One Thing and Do It Well nicht tun.

Abbildung 3: Die Eingabe der Nummer vor der gew&uuml;nschten Anwendung f&uuml;hrt im Webbrowser zum entsprechenden App-Store. Der bietet im Fall von AppImage das Herunterladen der Anwendung an, bei Flatpak oder Snap deren Installation.

Abbildung 3: Die Eingabe der Nummer vor der gewünschten Anwendung führt im Webbrowser zum entsprechenden App-Store. Der bietet im Fall von AppImage das Herunterladen der Anwendung an, bei Flatpak oder Snap deren Installation.

Fazit

Chob ist ein hilfreiches kleines Werkzeug, wenn es um das Auffinden von Software geht, die in alternativen Paketformaten vorliegt. Ein netter Nebeneffekt: Bei der Suche finden Sie vermutlich einige Anwendungen zum gesuchten Stichwort, die Sie noch nicht kannten, denn die entsprechenden App-Stores bieten zahlreiche Anwendungen, die in den Repositories vieler Distributionen fehlen.

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