ForumFestplatte defekt – Datenrettung mit ddrescue abbrechen oder fortsetzen?
userXYZ – Montag, 12. November 2018 18:42 Uhr

Hi @all!
 
Hoffe, es kann mir jemand einen Rat geben. Habe eine defekte 640GB-Festplatte zur Datenrettung bekommen. Auf der Platte sind mehrere Partitionen. Gerettet werden sollte vor allem die Partition mit den Daten (auch der von Windows). Die Größe liegt bei ca. 580GB.
 
Zur Datenrettung verwende ich die Live-CD Desinfect 2018 aus der ct. Die defekte Festplatte ist über USB an den Rechner angeschlossen. Die Imagedatei und das Log werden ebenfalls über USB auf eine externe Festplatte geschrieben.
 
Bei meinem ersten Anlauf ließ ich ddrescue von vorne laufen. Hatte aber das Logfile vergessen. Jedenfalls schaffte er knapp 33 GB in mehreren Tagen. Dann wurden die Fehler immer mehr und ich brach ab.
 
Dann startete ich einen zweiten Anlauf (diesmal auch mit Logfile). Ich ließ die Datenpartition rückwärts sichern (verwendete Parameter: -nfR).
 
Anfangs lief das das ganz flott und ohne Fehler. Dann ging die Geschwindigkeit runter (ca. 1 GB pro Stunde gerettet). Zudem kam es zu Fehlern. Dagegen half, den Rechner und die Platten ein paar Stunden auskühlen zu lassen. Dann konnte man ohne Fehler fortsetzen.
 
Auf diese Weise konnte ich in etwas mehr als einer Woche knapp über 250 GB in das Image sichern. Fehlermenge lag bei ca. 1 GB. 
 
Zuletzt fiel die durchschnittliche Datenrate aber enorm ab (ca. 100 kb/s). Bei dieser Geschwindigkeit würde es wohl Monate dauern, die Festplatte fertig zu sichern. Jedenfalls habe ich das ganze abgebrochen.
 
Ich frage mich im Moment, ob es überhaupt Sinn macht, die Datenrettung fortzusetzen. Offenbar können ja Daten gesichert werden, aber nur extremst langsam. Habt ihr da Tipps für mich, wie ich das ggf. “beschleunigen” könnte?
 
Danke im Voraus!

2 Antworten
Kai – Dienstag, 13. November 2018 10:49 Uhr

Nutzt du die Standardparameter von ddrescue? Ich würde ddrescue mal anweisen, bei einem Lesefehler einfach direkt weiterzumachen, also Fehlerhafte Blöcke einfach zu überspringen. Damit solltest du recht schnell zumindest noch alle einwandfrei lesbaren Daten rüberholen können.
Darüber hinaus dauert das Auslesen extrem lange. Dieser Artikel hier:
https://www.linux-community.de/ausgaben/linuxuser/2015/11/blaulichteinsatz/
spricht von zwei Tagen und länger für 1 TByte.

userXYZ – Dienstag, 13. November 2018 12:29 Uhr

Danke für deine Antwort!
 
Ich nutze die Standardparameter, ja. Also sollte ddrescue wegen -n bereits die fehlerhaften Bereiche überspringen. 
 
Bei der momentanen Geschwindigkeit würde die Restlaufzeit noch ca. 40 Tage betragen. Wenn das Programm durchlaufen würde. Ich denke aber, dass würde die eh schon defekte Festplatte gar nicht mehr mitmachen…
 
Ich hatte ja in meinem ersten Anlauf versucht die Daten “von vorne” zu retten. Das ging relativ zügig und brachte einige GB an gerettete Daten. Hab ich das richtig verstanden, dass ich den “von vorne”-Befehl nochmals ausführen kann, wobei die Daten in mein Image der Rückwärts-Sicherung geschrieben werden? Also dass ich praktisch versuche, das Image abwechselnd von 2 Seiten zu füllen?

Kai – Dienstag, 13. November 2018 18:02 Uhr

Die Restlaufzeit hängt davon ab, wie viele Blöcke noch zerstört sind. Die 40 Tage würde ddrescue nur dann laufen, wenn ab dort alle weiteren Blöcke defekt wären. Wenn du von hinten lesen kannst, dann ist das aber unwahrscheinlich.

Wenn ich mich richtig erinnere, kannst du ddrescue erst von vorne sichern lassen und dann rückwärts die erstellte Sicherung ergänzen. Das klappt aber nur, wenn du die Log-Datei hast, glaube ich. Da es schon länger her ist, dass ich mit ddrescue arbeiten musste, muss ich dich diesbezüglich leider an die Anleitung verweisen. :-)

userXYZ – Dienstag, 13. November 2018 20:20 Uhr

Ok, danke.

Ja, so habe ich es auch immer gefunden. Also erst vorwärts und dann rückwärts.

Dann werde ich da mal weiter recherchieren.