Das in Oslo beheimatete Unternehmen Vivaldi Technologies hat ihren gleichnamigen Browser in einer ersten stabilen Version veröffentlicht. Mit seinem großen Funktionsumfang soll richtet er sich vor allem an „anspruchsvolle User“.
Unter anderem bietet Vivaldi 1.0 sogenannte Tab Stacks: Anwender können Tabs einfach aufeinander ziehen und so Gruppen bilden. Wer einen großen Monitor besitzt, darf zudem alle Tabs eines Stacks gleichzeitig nebeneinander anzeigen lassen („kacheln“). Die geöffneten Tabs lassen sich zudem als eine sogenannte Session („Sitzung“) speichern und bei Bedarf auf einen Schlag wiederherstellen.
Texte auf Webseiten lassen sich markieren und dann als Notiz speichern. Vivaldi merkt sich dabei die Quellseite. Diese Funktion dürften vor allem Autoren und Wissenschaftler zu schätzen wissen. Anwender können im Browser-Fenster Seitenleisten einblenden. In diesen „Web-Panels“ lassen sich beliebige Webseite anzeigen. Auf diese Weise behält man beispielsweise seinen eigenen Twitter-Feed ständig im Auge.
Steuern lässt sich Vivaldi auf Wunsch über Tastaturkommandos oder Mausgesten. Öffnet man ein neues leeres Tab, zeigt der Browser ein sogenanntes Speed Dial (auf Deutsch „Schnellwahl“) mit Kacheln der beliebtesten Seiten und Lesezeichen des Anwenders an. Dieser kann so besonders schnell zu einer der Seiten springen. Per [F2] erreicht man ein Eingabefeld, das Kurzbefehle entgegennimmt.
Abschließend versprechen die Entwickler, Vivaldi sei der best-anpassbare Browser auf dem Markt. Die Entwickler richten sich damit absichtlich gegen den Trend der anderen Browser-Entwickler, die ihre Browser immer weiter vereinfacht haben. Gründer von Vivaldi Technologies ist unter anderem Jon von Tetzchner, der auch Opera Software geleitet hat. Alten Opera-Nutzern dürften daher viele Funktionen in Vivaldi bekannt vorkommen.
Unter der Haube von Vivaldi 1.0 werkelt die Chromium-Engine, die unter anderem auch in Googles Chrome steckt. Die Benutzeroberfläche basiert auf JavaScript, React und Node.js. Erweiterungen für Google Chrome lassen sich auch in Vivaldi 1.0 verwenden.
Vivaldi 1.0 stellen die Enwickler als 32- und 65-Bit-Version jeweils in Form eines RPM- und DEB-Pakets bereit. Den Quellcode gibt es nicht, der Browser ist wie der Konkurrent Chrome Closed-Source.
Einen Bericht über Vivaldi gab es im LinuxUser 07/2015.





