Übergibt man dem Kernel die Option „debug“, so übernimmt auch Systemd diese Einstellung und schreibt ebenfalls zahlreiche Meldungen in das Kernel-Protokoll, so dass unter Umständen ein Start unmöglich wird. Über dieses Verhalten hat sich jetzt eine hitzige Diskussion entwickelt.
Systemd-Entwickler Kay Sievers sah darin kein Problem: Seiner Meinung nach dürfe Systemd “debug” nutzen, weshalb er kurzerhand den entsprechenden Fehlerbericht schloss. Ein Kernel-Entwickler stellte daraufhin auf der Kernel-Mailingliste die Idee vor, die Option “debug” nicht mehr für Userspace-Programme zugänglich zu machen. Daraufhin entwickelte sich sowohl auf der Kernel-Mailingliste als auch auf Google+ eine hitzige Diskussion.
Irgendwann platzte Linus Torvalds der Kragen: Er warf Kay Sievers vor, dass seine Fehler stets andere beseitigen müssten. Gleichzeitig kündigte er an, keine Kernel-Patches mehr von Kay Sievers anzunehmen, sofern der Code nicht fehlerfrei sei. Dies hätte insbesondere Auswirkungen für den in der Entwicklung befindlichen KDbus, an dem Kay Sievers maßgeblich mitarbeitet.
In die Bresche sprang schließlich der Kernel-Programmierer Greg Kroah-Hartman. Er schlug vor, dass Systemd anstelle von “debug” zukünftig auf den Parameter “systemd.debug” hören sollte. Darüber hinaus diskutieren die Kernel-Entwickler weitere Änderungen, so könnte etwa die Anzahl der Debug-Meldungen begrenzt werden.





