Mit OpenTTD gehen Sie den Weg vom Startup zum Konzern – zu Lande, zu Wasser und in der Luft, allein oder im Team – und beweisen so, dass Sie erfolgreich ein eigenes Transportunternehmen betreiben können.
Computerbasierte Wirtschafts- und Transportsimulationen faszinieren durch ihren direkten Alltagsbezug. Besitzt das Spiel eine durchdachte Abstraktion der Realität, ein ausreichend ausgefeiltes und vielfältiges, nichtlineares, aber klar verständliches Konzept in Kombination mit ansprechender, detaillierter, aber nicht überladener Grafik, dann steigt es häufig sehr schnell zum Klassiker mit hohem Kult- und Suchtpotenzial auf.
SimCity hat seit seiner Erstveröffentlichung vor mehr als 20 Jahren nichts an Attraktivität eingebüßt und gilt als Ausgangspunkt eines ganzen Genres (siehe Tabelle “SimCity-Verwandte”). Seit 2007 dient der originale SimCity-Quellcode als Basis für Micropolis, welches auch auf dem One Laptop Per Child (OLPC) zum Einsatz kommt.
SimCity-Verwandte
| Spiel/Name | Lizenz | veröffentlicht/verfügbar ab | URL |
|---|---|---|---|
| Cities in Motion | kommerziell | ab 2011 | http://www.citiesinmotion2.de |
| Lincity/Lincity-NG | frei | ab ca. 1995/2000 | http://lincity.sourceforge.net, http://lincity-ng.berlios.de |
| Locomotion | kommerziell | 2004 | http://www.atari.com/buy-games/strategy/chris-sawyers-locomotion |
| Micropolis | GPLv3 | seit 2007 | http://code.google.com/p/micropolis/ |
| Mobility | frei | ab 1999 | http://www.mobility-online.de |
| OpenTTD | frei | ab 2004 | http://www.openttd.org |
| SimCity | kommerziell | ab 1989 | http://www.ea.com/de/sim-city |
| Simutrans | GPL | ab 1997 | http://www.simutrans.de |
| Transport-, Industrie- und Verkehrsgigant | kommerziell | ab 1997 | http://www.der-verkehrsgigant.de, http://de.wikipedia.org/wiki/JoWooD, http://de.wikipedia.org/wiki/Industriegigant |
| Transport Tycoon/Transport Tycoon Deluxe (TTD) | kommerziell | 1994 | http://de.wikipedia.org/wiki/Transport_Tycoon |
Die in der Tabelle “SimCity-Verwandte” genannten Spiele unterscheiden sich neben der Ansicht – Draufsicht, isometrische Ansicht oder in alle Richtungen drehbares 3D-Modell mit diversen Zoomstufen – durch die inhaltlichen Schwerpunkte und Aufgaben des Spielers: Während SimCity, Mobility, Lincity/Lincity-NG und Micropolis ebenso komplexere städtebauliche Prozesse mit Bebauungsplänen samt Infrastruktur wie Strom und Wasser abbilden, konzentrieren sich die anderen Programme ausschließlich auf den Aufbau und profitorientierten Betrieb eines Transportnetzes inklusive Routen- und Frachtplanung der Transportmittel.
Insbesondere bei sehr großen Spielfeldern und mit mehren Spielern erweist sich diese Aufgabe als anspruchsvoll genug. Die dynamische Entwicklung des Spielbretts (“Landschaft”) übernimmt in letzterem Fall die Künstliche Intelligenz (KI) der Software. Die Qualität der Verkehrswege sowie Art und Menge der transportierten Güter fließen dabei in die Kalkulation mit ein. Transportieren Sie über einen längeren Zeitraum Fracht von einem Ort zu einem anderen, entwickelt sich die verkehrstechnisch vernetzte Region stärker als das nicht befahrene Gebiet. Die zunächst noch überschaubaren Siedlungen wachsen und verdichten sich zu Ballungszentren.
OpenTTD
Bei OpenTTD handelt es sich um eine freie Implementation von Transport Tycoon Deluxe (TTD), das von Chris Sawyer stammt [1]. Dafür nutzten die Entwickler einen Großteil der Binärdaten, aber keinen Programmcode des Spieleklassikers, und lizenzierten das Ergebnis vollständig unter der GPL. In den Debian-Paketen enthaltene Audio- und Grafikdaten haben Entwickler in Anlehnung an das Original ebenfalls neu programmiert, um etwaige Konflikte bei der Lizenz zu vermeiden.
Als Ausgangspunkt für das Spiel dient eine virtuelle Landkarte mit Städten, Rohstoffquellen und Industrieanlagen. Auf dieser bauen Sie ein Logistikunternehmen auf und transportieren mit dessen Fuhrpark zwischen den Umschlagplätzen Personen und Fracht (Rohstoffe, Waren und Post). Ziel ist die Vormachtstellung auf dem Spielfeld zu erringen, indem Sie zum Transport Tycoon – sinngemäß: Transportmagnat – aufsteigen.
Installation
Pakete für OpenTTD existieren für Linux (in je einer 32- und 64-Bit-Version) sowie für alle gängigen Windows-Versionen, Mac OS X und die bekannten BSD-Varianten. Darüber hinaus gibt es Pakete für Solaris und die Spielkonsole Nintendo. Diese Pakete finden sich in den offiziellen Repositories der Distributionen. Zur Installation nutzen Sie wie gewohnt den Paketmanager.
Möchten Sie die aktuellste Version spielen (bei Redaktionsschluss 1.3.2), fällt die Installation dagegen etwas komplexer aus und erfordert mehrere Schritte (Listing 1). Unter Debian “Wheezy” installieren Sie zunächst das Paket openttd aus den Repositories, welches openttd-data als Abhängigkeit mitbringt. Beide ersetzen Sie im zweiten Schritt durch das entsprechende DEB-Paket von der Projektseite [4]. Dieses enthält alle Daten aus openttd und openttd-data.
Starten Sie danach das Spiel als normaler Benutzer mit dem Aufruf openttd auf der Kommandozeile. Erhalten Sie dabei den Hinweis, dass die Grafik- und Sound-Sets veraltet sind, öffnen Sie zunächst im Menü den Punkt Erweiterungen herunterladen. Danach stellen Sie als Filter open ein, wählen aus der Liste die drei Einträge OpenGFX, OpenSFX und openMSX aus und laden diese abschließend herunter.
Dabei bezeichnet OpenGFX ein freies Set mit Grafiken, OpenSFX ein freies Sound-Set und openMSX eine freie Kollektion von Musik zur Untermalung. Alle drei Pakete gestatten Ihnen, OpenTTD ohne den Besitz einer kommerziellen TTD-Lizenz zu spielen.
Listing 1
# apt-get install openttd # apt-get remove openttd openttd-data # dpkg -i openttd-1.3.2-linux-debian-wheezy-amd64.deb
Basis und Landkarte
Die virtuelle Landkarte besteht aus einzelnen, quadratischen Kacheln. Deren Anzahl legen Sie zu Spielbeginn unabänderlich fest. Eine einzelne Kachel zeigt entweder Wasser oder Landmasse und ist im letzteren Fall bebaut oder unbebaut. Falls sie unbebaut ist, befinden sich darauf eine Wiese, Felsen oder Bäume und geben dem Spielfeld so ein natürliches Aussehen.
Die gesamte Karte besitzt ein Höhenprofil. Dabei haben Sie die Möglichkeit, die einzelnen Stützpunkte des Profils im Verlauf des Spiels anzuheben oder abzusenken. Behalten Sie dabei die Kosten und das Budget im Blick, da Aktionen wie das Erschaffen von Inseln sehr teuer ausfallen. Nehmen Sie größere Veränderungen vor, indem Sie ganze Höhenzüge einebnen, sinkt zudem Ihr Ansehen merklich, und die betroffenen Städte und Gemeinden verweigern Ihnen den Bau oder Ausbau von Umschlagplätzen und Wegen.
Klimamodell
Vier Klimamodelle stehen zur Auswahl – gemäßigt, subarktisch, subtropisch und Spielzeugland (“Toyland”). Ersteres erinnert an die Gegebenheiten Mitteleuropas, das zweite erlaubt Assoziationen ans französisch-schweizerische Jura oder die Pyrenäen. Beim dritten Modell stand vermutlich Südamerika Pate, während das Spielzeugland vollkommen der Fantasie der Entwickler entstammt.
Jede Landschaft hat ihre kleinen Besonderheiten. Während es nur in den Subtropen Wasserbehälter und Aufbereitungsanlagen gibt, verfügt Toyland hingegen über Bonbon-, Luftblasen- und Limonadenfabriken sowie Steinbrüche für Karamell und Batterie-Plantagen (Abbildung 1). Gefallen Ihnen die generierten Landkarten nicht, greifen Sie auf ein anderes vorgefertigtes Szenario samt Relief zurück oder entwerfen mit dem integrierten Editor eine eigene Welt.
Transportwege
Zum Transport benötigen Sie mehrere Dinge – Wege, Haltestellen beziehungsweise Umschlagplätze, Depots für Fahrzeuge und Transportmittel mit einer entsprechenden Route. Der Transport erfolgt über Straßen oder Schienen, zu Wasser oder über den Luftweg mit Bussen, LKWs, Zügen, Schiffen oder Flugzeugen. Die Basis dafür bildet ein entsprechend angelegtes Netz aus Wegen. Für deren Ausbau liefert OpenTTD alle notwendigen Werkzeuge mit – neben Straßen und Schienen auch Kanäle und Schleusen sowie Tunnel und Brücken für verschiedene Budgets und Passiergeschwindigkeiten.
An beziehungsweise auf den Straßen errichten Sie Haltestellen oder Umschlagplätze. Diese legen Sie direkt in den Städten an (für Passagiere, Post und Waren) oder in der unmittelbaren Nähe von Rohstoffquellen oder Industrieanlagen (Frachtstationen). Je nach Standort akzeptiert oder bietet der Umschlagplatz nur Güter, die dort gefördert oder gefertigt beziehungsweise benötigt werden.
Die Transportwege dürfen mehrere Funktionen haben, was der Aufbau vollständiger, komplexer Lieferketten ermöglicht. So besteht die Möglichkeit, Personen und Post innerhalb einer Stadt oder zwischen mehreren Siedlungen zu befördern, Eisenerz hingegen nur gewinnbringend vom Bergwerk zum Stahlwerk. Den dort produzierten Stahl transportieren Sie zur Fabrik, die daraus wiederum Waren herstellt. Diese bringen Sie mit einem Lastwagen oder Güterwaggon in eine größere Stadt, um sie dort zu verkaufen.
Der Ertrag für eine Wegstrecke hängt ab vom Transportmittel und dessen Eigenschaften, der zurückgelegten Distanz, den Aufwendungen für den Transport selbst, dessen Dauer, der Art der Fracht sowie der beförderten Menge. Je höherwertiger das Gut und je kürzer die Fahrten sind, desto mehr Ertrag dürfen Sie in der Kasse verbuchen. Bei Leerfahrten entstehen Kosten, aber kein Profit.
Fahrzeuge
Für Transportmittel legen Sie Depots (Busse und LKWs), Werften (Schiffe) und Hangars (Flugzeuge) an. Diese Gebäude dienen als Werkstatt und Garage. Ein Transportmittel ist nicht an ein bestimmtes Depot gebunden, sondern fährt in regelmäßigen Abständen in das nächstgelegene Depot zum Warten (die Zeitdauer passen Sie in der Konfiguration des Fahrzeugs individuell an). Spätestens nach dem Ende der Lebensdauer steht ein Austausch der Fahrzeuge an, da ansonsten die Reparaturkosten und Ausfallzeiten zu sehr ansteigen. OpenTTD weist Sie rechtzeitig und recht eindrucksvoll auf den erforderlichen Austausch hin (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Software gibt einen eindringlichen Hinweis, dass Sie das Fahrzeug ersetzen sollten.
Für jedes der Fahrzeuge vergeben Sie eine entsprechende Route zwischen den Haltepunkten. Danach starten die Fahrzeuge von einem Depot aus, pendeln zwischen den von Ihnen angegebenen Zielen und erfüllen die Aufträge. Von Zeit zu Zeit flattert Reklame eines Herstellers von Fahrzeugen auf den Bildschirm. Diese informiert Sie über in Kürze bereitstehende, neue Modelle und bietet Ihnen an, das Gefährt zu besonderen Konditionen auszuprobieren (Abbildung 3). Es lohnt sich, das Angebot anzunehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Je nach Epoche stehen unterschiedliche Transportmittel bereit, die sich in Bezug auf die Leistungsfähigkeit immer weiter steigern. Während in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lediglich Dampflokomotiven fahren, stehen ab etwa 1950 zusätzlich verschiedene Lokomotiven mit Dieselmotor und Elektromotor bereit. Um das Jahr 2000 kommen Einschienen- und Magnetschwebebahn hinzu (Abbildung 4). Ähnliches gilt für die anderen Transportmittel.

Abbildung 4: Durch den technologischen Fortschritt ist diese Wüstenstadt über eine Magnetschwebebahn an das Verkehrsnetz angebunden.
Vor dem Kauf erhalten Sie zusätzliche Informationen zum Fahrzeug, wie die Geschwindigkeit und den Grad der Zuverlässigkeit. In der entsprechenden Miniaturansicht kommen unter anderem der aktuelle Standort auf dem Spielfeld, die Fahrstrecke und der Auslastungsgrad hinzu.
Zusatzinfo
Zu jedem Objekt auf dem Spielfeld gibt es weitere Daten, die Sie per Mausklick abrufen. So erfahren Sie bei Rohstoffquellen die maximale monatliche Fördermenge und bei Siedlungen, wie viele Personen dort wohnen und ob diese ausreichend versorgt sind. Abbildung 5 zeigt eine kombinierte Haltestelle (Bus, Straßenbahn, Schiff). In den Details sehen Sie die Anzahl der wartenden Passagiere sowie die akzeptierten Frachtarten (Passagiere, Post, Waren). Zusätzlich sehen Sie die Liste der Fahrzeuge, die diese Haltestelle bedienen.

Abbildung 5: In der Detailansicht sehen Sie, welche Fahrzeuge diese kombinierte Haltestelle bedienen.
Spielverlauf modifizieren
Mehrere Faktoren passen sich den Veränderungen in der Epoche an. Das betrifft nicht nur die Art der Gebäude, sondern zusätzlich die Verfügbarkeit und die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge. Zudem verändert sich der Geldwert und die Kosten: Die Aufwendungen für Bauleistung und Betrieb der Fahrzeuge steigen, gleichzeitig machen Sie auf den befahrenen Strecken mehr Gewinn.
Siedlungen ab einer bestimmten Einwohnerzahl und Fläche akzeptieren Post und Waren, sodass sich für Sie als Unternehmer neue Wertschöpfungsketten ergeben. Beachten Sie, dass Rohstoffquellen und Industrieanlagen ebenfalls nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Passen Sie Ihre Transport- und Lieferketten an, und nehmen Sie unrentable Haltepunkte aus den Routen der Fahrzeuge heraus.
Alleine oder zusammen?
Obwohl OpenTTD bereits für einen einzelnen Spieler sehr reizvoll ist, steigert sich der Spaß durch den Wechsel in den Mehrspielermodus in der Regel noch weiter. Am Verlauf und der Grundidee ändert sich nicht viel – im Großen und Ganzen gelten die gleichen Regeln. Die Software erlaubt maximal 15 Firmen und 255 gleichzeitige Mitspieler.
Jede Firma hebt sich durch eine eigene, unverwechselbare Farbe auf dem Spielfeld von den Konkurrenten ab. Mehrere Spieler dürfen als Team im Namen einer Firma agieren. Sie können mehrere Unternehmen gründen, dürfen aber nur jeweils bei einer Firma aktiv mitarbeiten; das simultane Steuern mehrerer Firmen ist nicht möglich. Darüber hinaus erlaubt es das Programm nicht, beim Mehrspielermodus die Spielgeschwindigkeit zu verändern.
Möchten Sie gemeinsam mit anderen spielen, starten Sie OpenTTD mit dem Parameter -D als Dienst (“Dedicated Server”). Letzterer erfordert keine grafische Oberfläche, was es erlaubt, OpenTTD auf einem Root-Server im Rechenzentrum zu betreiben. Zu diesem Dienst verbinden sich alle Mitspieler als Client, indem sie beim Spielstart zuerst den Mehrspielermodus und danach den passenden Server auswählen. Beachten Sie bitte, dass dafür die OpenTTD-Version zwischen Client und Server identisch sein muss.
Spielkonfiguration
Alle für das Spiel notwendigen Einstellungen nehmen Sie über Variablen in der Datei openttd.cfg vor, die sich meist im Verzeichnis ~/.openttd/ befindet. So legt der Eintrag starting_year = 1950 das Startjahr des Spiels auf 1950 fest. Das Klimamodell legen Sie über den Eintrag landscape fest. Zulässige Werte sind temperate, arctic, tropic oder toyland für das jeweilige Modell.
Mit den beiden Parametern map_x und map_y regeln Sie die Größe des Feldes. Mit den Angaben map_x = 9, map_y = 8 besteht es aus 512 Feldern in der Breite und 256 Feldern in der Tiefe. Als kleinster Wert ist 6 für 64 Felder und als größter Wert 11 für 2048 Felder zulässig. Es handelt sich bei den Zahlen also immer um den Exponenten zur Basis 2.
Der Parameter min_active_clients wirkt sich auf den Verlauf des Spiels aus. Dieser Wert gibt die Anzahl an Clients an, die gleichzeitig online sein müssen. Bei weniger Spielern geht der Server in eine Zwangspause. Damit verändert sich die Spielwelt nicht weiter, die technologische Entwicklung und die Wirtschaft bleiben einfach stehen. Hilfreich ist hier der Wert 1 – hat sich ein Spieler eingeloggt, setzt sich das Spiel fort.
TIPP
Eine detaillierte Übersicht zur Funktion aller anderen Parameter finden Sie bei Bedarf im offiziellen OpenTTD-Wiki [2].
Zu den besonderen Merkmalen von OpenTTD gehört die Vielzahl der frei zugänglichen Erweiterungen. Diese erreichen Sie direkt aus dem Spiel oder über BaNaNaS [3]. Die Addons stammen von begeisterten Mitstreitern, alle zeichnen sich durch einen sehr hohen Grad an Details bezüglich der Gestaltung aus.
Zum Spielen stehen mehrere KIs zum Steuern des Spiels bereit. Hinzu kommen regionenbezogene Landkarten und Höhenprofile, ländertypische Städtenamen und Gebäude, zusätzliche Szenarios, weitere Industrieanlagen sowie Transportmittel jeweils in der spezifischen Farbe des Betreibers und Landes. Das umfasst LKWs und Busse verschiedener Hersteller, Straßenbahnen, Hubschrauber, Lokomotiven und Waggons oder U-Bahnen, Pferdefuhrwerke und Postkutschen.
Abbildung 6 zeigt die verwendeten Fahrzeuge, darunter die Straßenbahnen Combino (Siemens) und Variobahn (Bombardier) sowie eine Auswahl an Bussen von Volvo, Setra, Irisbus und Scania.

Abbildung 6: Eingesetzte Fahrzeuge mit Erweiterungen aus den Paketen »Generic Tram Set«, »Modern Tram Set«, »Ikarus Set« und »Long Road Vehicles«.
Abbildung 7 zeigt den Halt eines Personenzuges, bestehend aus fünf Doppelstockwaggons mit Postwagen und gezogen von einer Bombardier TRAXX (BR 145) in der traditionell rot-weißen Farbkombination von DB Regio. Gleichzeitig verlässt ein weiterer Zug den Bahnhof, diesmal bestehend aus einem von ABB gebauten Eurotunnel Class 9 mit fünf Waggons in der spielerspezifischen Farbgebung rot-weiß.

Abbildung 7: Zwei Personenzüge in vollem Einsatz – mit Erweiterungen aus dem »Generic European SeS«.
Abbildung 8 zeigt eine Liste von Fahrzeugen, unter anderem mit den Erweiterungen zu Ikarus/EAG und den Straßenbahnen und Oberleitungsbussen. Unterhalb der Liste sehen Sie die Details wie Betriebskosten, Zuverlässigkeit und Baujahr. Diese Daten erleichtern die Einschätzungen zum Fahrzeug und dessen Betriebszustand erheblich.

Abbildung 8: Fahrzeuge in der Übersicht unter anderem mit »Ikarus Set«, »Trolleybus Set« und »Long Road Vehicles«.
Tipps
Eine einfache Strategie für OpenTTD gibt es nicht. Der Erfolg hängt von den Transportmitteln, der beförderten Fracht, der Topographie und dem gewählten Klimamodell ab. Je größer eine Stadt ist, umso mehr potenzielle Passagiere, Post und Waren warten auf einen Transport. Auf das Wachstum der Städte wirken sich ein dichtes Streckennetz mit vielen Haltepunkten sowie zeitgemäße Fahrzeuge mit geringer Ausfallzeit und hoher Kapazität aus. Für Langstrecken zählt eine möglichst kurze Fahrzeit.
Hinzu kommt die Kombination von unterschiedlichen Verkehrsträgern und Linien, was wiederum die Auslastung steigert. Für maximalen Profit sorgen Strecken mit wenige Kurven, Kreuzungen und Steigungen sowie das vollständige Ausnutzen von Kreisläufen bei den Waren, um Leerfahrten zu minimieren.
Fazit
OpenTTD wirkt zunächst recht simpel, fällt aber mit zunehmender Menge an Fahrzeugen und Linien recht anspruchsvoll aus. Die Werkzeuge und verschiedenen Übersichten helfen, den Überblick zu behalten und flink zwischen Fahrzeugen oder einem bestimmten Ausschnitt auf dem Spielfeld zu wechseln.
Das Spiel ist realitätsnah und unterhält über einen langen Zeitraum, zumal die dynamisch erzeugten Landkarten in Kombination mit den vielfältigen Erweiterungen die Neugierde am Leben halten. Ob als Einzelspieler oder mit Gegnern im Team – jeder Modus verspricht Spaß und Abwechslung, wobei das Spiel zu mehreren durch unterschiedliche Strategien und Vorgehensweisen zusätzliche Spannung erzeugt.
Infos
[1] Chris Sawyer: http://www.chrissawyergames.com/
[2] Beispielkonfiguration: http://wiki.openttd.org/Openttd.cfg
[3] BaNaNaS: http://bananas.openttd.org/en/newgrf/
[4] Stabile OpenTTD-Version: http://www.openttd.org/download-stable
[] Die Autoren bedanken sich bei Wolfram Eifler und Arne Wichmann für ihre kritischen Anmerkungen und Kommentare im Vorfeld dieses Artikels.







