Babelpod 0.1 im Kurztest

Aus LinuxUser 01/2012

Babelpod 0.1 im Kurztest

© LNM AG

Entladestation

Babelpod öffnet eine Pforte, wo Apple Zäune aufbaut: Es erlaubt den Download Ihrer iPod-Mediathek ohne iTunes auf den Linux-Rechner.

Der Apple-Konzern besticht zwar immer wieder durch überzeugende Produkte mit intelligentem Marketing, verbindet dies aber mit restriktiven Eigenwilligkeiten in der technischen Umsetzung. So meldet sich jeder gängige MP3-Player am Computer als ein USB-Massenspeicher an, sodass der Anwender das Gerät problemlos bespielen kann.

Die iPods dagegen sind an die hauseigene Mediensoftware iTunes gekoppelt und folgen beim Aufbau der Datenbank einer eigenen Struktur. Während es iTunes zumindest für Windows-Systeme und natürlich Mac OS X gibt, macht es für Linux-Nutzer kaum einen Sinn, sich einen iPod zu zulegen: Mittlerweile erkennen Linux-Systeme die Player zwar als USB-Gerät, aber die darauf enthaltene Ordnerstruktur verhindert das Verwalten im Dateimanager.

Zum Glück gibt es immer wieder findige Entwickler, die versuchen, solche Missstände mittels kleiner Tools zu beheben. So findet sich auf Google Code die kleine, in C++ gehaltene Software Babelpod [1]. Das mit der Versionsnummer 0.1 noch äußerst junge Projekt bedient alle drei großen Betriebssysteme. Für Linux bietet es ein vorgefertigtes Debian-Paket an, das selbstverständlich unter allen Ubuntu-Derivaten funktioniert.

Für alle anderen Distributionen steht der direkte Quellen-Download mittels des Befehls

hg clone https://code.google.com/p/babelpod/

an. Gegebenenfalls müssen Sie vorher über den Paketmanager des Systems die entsprechende Versionsverwaltung Mercurial installieren.

Nüchternes Layout

Ein erster Blick auf die grafische Oberfläche bestätigt die sehr frühe Versionsnummer 0.1: Äußerst spartanisch prangen exakt zwei Menüpunkte in der Symbolleiste.

Ein Ordnersymbol dient dem Auswählen des richtigen Mountpoints – für gewöhnlich hängt sich ein an den USB-Port angeschlossener iPod unter /media/IPOD ins System ein. Wählen Sie diesen Ordner aus, zeigt Babelpod im linken Programmfenster die Inhalte des zuvor mit iTunes bespielten iPods an. Babelpod folgt dabei zuerst den Angaben zu den Künstlern: Ein Klick auf das Pluszeichen klappt die Albenliste des Künstlers aus. Markieren Sie ein Album, zeigt die Applikation im rechten Programmfenster die passenden Titel an.

Das zweite Symbol in Form eines grünen Pfeils startet den Transfer. Ein Klick darauf befördert den derzeit einzigen Dialog der Software ans Tageslicht (Abbildung 1): Im obersten Feld bestimmen Sie den Zielordner für die Musik. Das zweite Textfeld bestücken Sie über die sechs Schalter unterhalb des Feldes. Sie bestimmen damit die Ordnerstruktur, in der die Software die Musikalben auf der Festplatte ablegt.

Abbildung 1: Die Ordnerstruktur Ihrer Musiksammlung bestimmen Sie selbst.

Abbildung 1: Die Ordnerstruktur Ihrer Musiksammlung bestimmen Sie selbst.

Ein Schrägstrich symbolisiert hier eine neue Ordnerebene. Am Beispiel des 1979 erschienen Pink-Floyd-Albums “The Wall” demonstriert Babelpod Ihnen das voraussichtliche Ergebnis. Die Grundeinstellung liefert in den meisten Fälle ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ein Klick auf OK startet den Transfer der Musikdaten des iPods in die von Ihnen vorgegebene Ordnerstruktur.

Kein Zurück

Das war’s dann auch schon: Es ist weder möglich, einzelne Titel auszuwählen und nur diese auf den Computer zu übertragen, noch können Sie via Babelpod den iPod vom Rechner aus mit Musik bespielen. Daher lohnt der Einsatz dieses kleinen Werkzeugs derzeit nur für diejenigen, die eine große Musiksammlung auf ihrem iPod ihr Eigen nennen und diese unkompliziert und geordnet auf eine Linux-Maschine transferieren möchten. Derzeit unterstützt die Software nur den iPod Classic (Modellnummer A1238) der sechsten Generation. Die Tabelle auf der Projektseite legt aber die Vermutung nahe, dass die Entwickler es nicht dabei belassen wollen [2]

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