Während ich in letzter Zeit viel mit GIMP und Inkscape gearbeitet habe, versuche ich mich nun auch mich mit Scribus, als Alternative zu kommerziellen Satzprogrammen auseinanderzusetzen.
Scribus hat es dabei nicht leicht, wenn man bedenkt, dass InDesign nicht nur ein ausgereiftes Programm mit riesigem Funktionsumfang ist, sondern Adobe auch die notwenigen Kompetenzen im Umgang mit dem von ihnen entwickelten und auch im professionellen Druck nicht mehr wegzudenkendem PDF-Format besitzt.
Auch wenn ich ein paar Funktionen vermisse ist meine Einschätzung nach ersten Versuchen, dass Scribus mehr als ausreichend für den Großteil aller Desktop-Publishing-Aufgaben ist. Dass Scribus keineswegs nur auf Hobbyanwender geeignet ist, sieht man zum Beispiel auch an der eingebauten Preflight-Funktion.
Eine Funktion, die ich großartig finde und die InDesign nicht bietet, sind die sogenannten Render-Frames. Diese werden wie gewöhnliche Text- oder Bilder-Frames im Dokument platziert. Anstatt aber Inhalte in externen Programmen zu erstellen und nachträglich als Grafik zu importieren, kann der Output ausgewählter Programme direkt in Scribus editiert und angezeigt werden.
Zur Zeit (SVN-Version von 2010-10-04) werden unterstützt:
- Dot/Graphviz (Visualisierung von Objekten und deren Beziehungen)
- gnuplot (Funktions- und Datenvisualisierung)
- LilyPond (Notensatzprogramm)
- LaTeX (Textsatzspache)
- POV-Ray (Ray-Tracer)
Ich habe ein Test-Dokument erstellt, in dem solche Render-Frames verwendet wurden:
Dabei fällt auf, dass die Integration noch nicht überall ganz reibungslos erfolgt. Vor allem die Wahl der Auflösung im Verhältnis zur Darstellungsgröße ist nicht immer einfach einzustellen.
Am intessantesten finde ich die LaTeX-Integration. So kann das Seitenlayout schnell mit Scibus erstellt werden und trotzdem nahtlos Elemente für die sich Latex besonders gut eignet, wir Formeln z.B., eingebunden werden.
Wichtig ist, dass eine halbwegs aktuelle Version von Scribus zum Einsatz kommt, da Render-Frames in alten Versionen nicht unterstützt werden. Ubuntu 10.04 und 10.10-User können dabei zum Beispiel das im Blog von Mark Shutlleworth erwähnte ppa zurückgreifen: http://www.markshuttleworth.com/archives/507.







Hallo,
ich benutze Scribus unter Windows sporadisch und das LaTeX-Rendern funktioniert auch.
Leider bekomme ich weder Gnuplot noch LilyPond zum Laufen.
Bei den Kommandos habe ich die Pfade zu den exe-Dateien eingetragen.
Grüße
Erhard
Hallo Erhard,
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Andreas