IFA 2010: Tablets und Android

Aus LinuxUser 11/2010

IFA 2010: Tablets und Android

© Messe Berlin GmbH

Android im Trend

Neben den omnipräsenten 3D-Fernsehern gab es auf der IFA 2010 zwei weitere ganz klare Trends: Android und Tablets.

Es schien die unausgesprochene Regel zu gelten: “Ohne Tablet braucht ihr gar nicht aufzukreuzen”. Samsung, Toshiba, Archos, Viewsonic, MSI – fast jeder größere Hersteller hatte Geräte zum Ausprobieren oder zeigte die noch nicht ganz marktreifen Modelle zumindest hinter verschlossenen Türen. Aber auch die Tablets von unbekannteren Herstellern wie e-Noa oder Hannspree bekamen viel Aufmerksamkeit. Android ist dafür meist das Betriebssystem der Wahl; es gab kaum einen Hersteller, der nicht mindestens ein Telefon, Tablet oder ARM-Netbook mit Android auf der IFA zeigte.

Die noch auf der CeBIT 2010 omnipräsenten All-In-One-Touch-PCs waren auf der IFA fast gar nicht mehr anzutreffen. Ob das Tablet ein echter Trend bleibt oder ein Strohfeuer ohne Zielgruppe ist wie die Aio-Touch-PCs, das muss sich erst noch zeigen.

Samsung Galaxy Tab

In Halle 20, die vollständig Samsung gehörte, herrschte dichtes Gedränge an den Ständen, auf denen die Besucher das Galaxy Tab (Abbildung 1) ausprobieren konnten. Den Samsung-Mitarbeitern zufolge war man bereits am ersten Tag sämtliches Werbematerial zu dem Gerät los. Das Galaxy Tab soll “ab Oktober” verfügbar sein, zum Preis wollte sich Samsung noch nicht festlegen. Man hörte an anderer Stelle jedoch etwas von stolzen 800 Euro. Samsung strebt allerdings anders als Apple eine Kooperation mit allen vier deutschen Netzbetreibern an, was das Gerät durch Subventionierung und Konkurrenz deutlich verbilligen soll.

Abbildung 1: Das Galaxy Tab von Samsung (hier mir USB-Tastatur) kombiniert Internet-Tablet und Handy.

Abbildung 1: Das Galaxy Tab von Samsung (hier mir USB-Tastatur) kombiniert Internet-Tablet und Handy.

Mit einer Größe von 192 x 120 x 12 Millimeter passt das Galaxy Tab gerade noch in die Hand. Ein ARM-Prozessor mit 1 GHz Takt treibt das 380 Gramm schwere Tablet an. Der kapazitive Widescreen-Bildschirm im 7-Zoll-Format (1024×600) unterstützt Multitouch mit bis zu fünf Fingern. Das mit Android 2.2 gelieferte Gerät unterstützt hardwarebeschleunigtes Flash 10.1 (Grafikkern PowerVR SGX540) und hat WLAN, GPS sowie zwei Kameras zum Fotografieren und Filmen (3 Megapixel, mit LED-Blitz) beziehungsweise Videochatten (1,3 Megapixel). Samsung liefert das Gerät mit 16 GByte NAND-Speicher, per MicroSD lässt sich weiterer Speicherkapazität nachrüsten.

Das Galaxy Pad ist auch zum Telefonieren gedacht. Hier sieht Samsung mehrere Nutzungsszenarien: Entweder über das beigelegte Kabel- oder per optionalem Bluetooth-Headset. Daneben soll es später auch ausgefallenere Geräte dazu geben, wie einen speziellen Bluetooth-Stylus mit integriertem Mikro. Mit einem 4000-mAh-Akku erreicht das Galaxy Tab Samsung zufolge eine Standby-Zeit von 1500 Stunden und eine Gesprächzeit von 16,6 Stunden. (Die auf der IFA ausgestellten Geräte hielten laut Standpersonal bei sehr intensiver Nutzung mit einer Akkuladung vom Messebeginn um 10 Uhr bis zum späten Nachmittag durch.)

Das Gerät spielt wie bei Samsung üblich zahllose populäre Formate wie DivX/Xvid oder H.264 bis zu 1080p Auflösung hardwarebeschleunigt und unterstützt sogar Dolby Digital. Auch die freien Formate OGG und FLAC sind mit an Bord. Das Galaxy Tab nutzt Samsungs selbstentwickelte Eingabetechnik Swype, die der Hersteller auch in den sehr leichten Galaxy-Handys mit AMOLED-Display integriert. Mit Swype wischen Sie grob von Buchstabe zu Buchstabe, und das Gerät errät mittels eines Wörterbuchs, welches Wort Sie tippen wollen (Abbildung 2). Das funktioniert selbst ohne Einarbeitung schon recht gut und klappt mit etwas Übung deutlich schneller und ermüdungsfreier als das Drücken jedes einzelnen Buchstabens.

Abbildung 2: Samsungs Eingabetechnik Swype vereinfacht das Schreiben auf Touchscreens deutlich.

Abbildung 2: Samsungs Eingabetechnik Swype vereinfacht das Schreiben auf Touchscreens deutlich.

Toshibas ARMs

Auch Toshiba präsentiert mit seinem ersten ARM-Netbook AC-100 (Abbildung 3) ein Android-Gerät. Das extrem flache und 870 Gramm leichte Gerät mit 10,1-Zoll-Bildschirm (1024×600, kein Touchscreen) und Webcam wird von einem Nvidia Tegra 250 angetrieben. Dieser Dualcore-ARM mit 1 GHz Taktrate verfügt über Geforce-Grafik und GPU-Videobeschleunigung und liefert somit ordentliche Grafikleistung für 3D, Flash und Video.

Abbildung 3: Toshibas unglaublich leichtes und flaches ARM-Netbook AC-100 war zur IFA bereits im Handel erhältlich.

Abbildung 3: Toshibas unglaublich leichtes und flaches ARM-Netbook AC-100 war zur IFA bereits im Handel erhältlich.

Das AC-100 bringt 512 MByte RAM und eine 8-GByte-SSD mit. Es bietet neben USB-Slave und SD-Slot nicht nur USB-Host-Ports, sondern auch einen HDMI-Anschluss, sodass es HD-Videoinhalte auf dem Fernseher präsentieren kann. Als Betriebssystem kommt Android 2.1 mit schicken, von Toshiba entwickelten 3D-Menüs zum Einsatz, ein Update auf 2.2 soll bald verfügbar sein. Im Normalbetrieb soll der Akku 8 Stunden durchhalten, die Standby-Zeit beträgt 7 Tage. Das WLAN-fähige Gerät kostet je nach Ausführung (mit oder ohne UMTS) rund 300 Euro.

Auch ein dem AC-100 ähnliches Tablet namens Folio 100 (Abbildung 4) zeigte Toshiba, mit kapazitivem 10-Zoll-Touchscreen (1024×600), Tegra 250, WLAN, 16-GByte-SSD, Android 2.2, USB-Ports und SD-Slot. Das Gerät soll im November zu einem Preis von etwa 430 Euro in den Laden kommen, eine mit 530 Euro etwas teurere 3G-Variante folgt Anfang 2011. Toshiba gibt die Akkulaufzeit mit 7 Stunden an. Toshiba hat extra für den Bilderbrowser ein eigenes 3D-Benutzerinterface entworfen, das die 3D-Fähigkeiten des Tegra zur Geltung bringen soll.

Abbildung 4: Das Toshiba Folio 100 besticht durch gute Grafikleistung und Dualcore-CPU.

Abbildung 4: Das Toshiba Folio 100 besticht durch gute Grafikleistung und Dualcore-CPU.

Toshiba Libretto W100

Das Libretto W100 (Abbildung 5) fällt völlig aus der Reihe: Nicht nur der Preis fällt mit 1100 Euro für die Variante ohne UMTS und 1250 Euro inklusive UMTS stolz aus, auch die Ausstattung sucht ihresgleichen: Ein ULV-Pentium Dualcore U5400 mit 1,2 GHz und 2 GByte RAM versprechen ordentlich Leistung. Auch läuft das Gerät nicht mit Android, Toshiba liefert es stattdessen mit Windows 7 Home Premium aus.

Abbildung 5: Sehr ungewöhnlich, aber für viele Dinge praktisch ist der Doppelbildschirm von Toshibas Libretto.

Abbildung 5: Sehr ungewöhnlich, aber für viele Dinge praktisch ist der Doppelbildschirm von Toshibas Libretto.

Das wirklich außergewöhnliche sind aber die zwei integrierten 7-Zoll-Multitouch-Screens mit jeweils 1024×600 Pixel Auflösung. Das 820 Gramm schwere Libretto eignet sich damit ideal zum Lesen von E-Books, da es die passende Form hat und man es auch wie ein Buch halten kann. Darüber hinaus besitzt das frisch im Handel erhältliche Gerät eine 62-GByte-SSD, einen Lagesensor, Mikrofon, einen USB-2.0-Port, WLAN, Bluetooth, Kartenleser, Audio in/out, eine 1-Megapixel-Webcam und einen 2500-mAh-Akku.

Das große Manko des Libretto W100 stellt die Akkulaufzeit dar, die der Hersteller mit “bis zu drei Stunden” angibt. Bildschirme gehören zu den fleißigsten Stromverbrauchern, und auch beim Prozessor mit satten 18 Watt TDP handelt es sich um einen echten Stromfresser – insbesondere bei einem so portablen Gerät.

Archos

Der Mediaplayer-Spezialist Archos mutiert immer mehr zum Android-Spezialisten: Eine komplett neue Produktserie mit fünf neuen Modellen auf Android-Basis gab es in Halle 15.1 zu sehen – diesmal alle Geräte mit dem topaktuellen Android 2.2 “Froyo”. Nachdem die Franzosen mit dem Archos 5 Internet Tablet und dem Archos 7 schon gute Erfahrungen sammeln konnten, stürzen sie sich nun kopfüber ins Android-Becken. Zudem bringen die zwei Top-Geräte jetzt einen kapazitiven Multitouch-Bildschirm mit – bisher gab es bei Archos nur Singletouch.

Los geht es mit dem Archos 28 (die Zahl gibt die Bildschirmgröße an, also 2,8 Zoll) für äußerst günstige 99 Euro mit 320×240 Pixel Auflösung. Die Rahmendaten: 600 MHz ARM Cortex A8, 4 oder 8 GByte NAND-Speicher, 3D-Grafikbeschleuniger, 68 Gramm Gewicht, Akkulaufzeit für 16 Stunden Audio oder 4 Stunden Video. Das nächstgrößere Gerät ist das 72 Gramm schwere Archos 32 mit 400×240-Screen, Composite-Videoausgang, 8 GByte Speicher, 800 MHz ARM Cortex A8 (mit DSP) und 3D-Beschleuniger. Eine Akkuladung reicht für 24 Stunden Audio- beziehungsweise 6 Stunden Videowiedergabe, der Kostenpunkt liegt bei 149 Euro.

Der Archos 43 (Abbildung 6) hat 480×854 Pixel Auflösung, wiegt 130 Gramm und hat zusätzlich zu den internen 8 oder 16 GByte Speicher einen MicroSD-Slot zur Erweiterung. Er basiert auf einem Cortex A8 (1 GHz) mit DSP, besitzt eine 2-Megapixel-Videokamera für HD-Videos sowie einen 3D-Beschleuniger und bringt obendrein einen HDMI-Port mit. Er hält laut Hersteller bis zu 36 Stunden bei Musikwiedergabe und bis zu 10 Stunden bei Videowiedergabe durch. Die 16-GByte-Variante verkauft Archos für 199 Euro.

Abbildung 6: In den Archos 43 integriert der Hersteller einen 1-GHz-ARM, MicroSD, HDMI und eine 2-Megapixel-Kamera.

Abbildung 6: In den Archos 43 integriert der Hersteller einen 1-GHz-ARM, MicroSD, HDMI und eine 2-Megapixel-Kamera.

Der Nachfolger des Archos 7 heißt Archos 70, wiegt 300 Gramm und bietet neben dem 7-Zoll-Screen (800×480) optional statt 8 GByte NAND eine integrierte 250-GByte-Festplatte (100 Gramm schwerer). Er basiert auf einem 1-GHz-ARM mit DSP und bringt 3D-Beschleuniger, HDMI-Port, Bluetooth und eine Webcam mit. Die Akkulaufzeit gibt Archos mit 36 Stunden für Audio, 10 Stunden beim Websurfen oder 7 Stunden für Video an. Für die 250-GByte-Variante wandern 299 Euro über den Ladentisch.

Top-Vertreter der neuen Serie ist der 480 Gramm leichte Archos 101 (Abbildung 7) mit einer Bildschirmauflösung von 1024×600 Pixel. Er liegt deutlich besser in der Hand und fällt weniger klobig aus als sein Atom-Vorgänger Archos 9, der noch mit einem sehr zäh zu bedienenden Windows 7 ausgeliefert wurde. Hier gibt es keine Festplatte, nur 8 oder 16 GByte NAND-Speicher. Zur Ausstattung zählen ein 1-GHz-ARM mit DSP, ein 3D-Beschleuniger, ein SDHC-Slot, eine Webcam und ein HDMI-Ausgang. Auch Bluetooth 2.1 ist mit an Bord. Laut Hersteller hält der Akku des Geräts hält bei Musikwiedergabe bis zu 36 Stunden durch, bei Video immerhin bis zu 7 Stunden. Für die 16-GByte-Version gibt Archos einen Preis von 349 Euro an, die 8-GByte-Version liegt bei recht günstigen 299 Euro. Einziges Manko: Eine UMTS-Option fehlt.

Abbildung 7: Das Archos 101 ist eines der günstigsten und leichtesten Marken-Tablets.

Abbildung 7: Das Archos 101 ist eines der günstigsten und leichtesten Marken-Tablets.

Alle Archos-Geräte der neuen Serie verfügen über einen USB-2.0-Host-Port, Mikrofon, Lagesensor und WLAN, alle lassen sich über die USB-Schnittstelle laden. Nur die beiden großen Modelle (Archos 70 und 101) verfügen über einen Multitouch-Bildschirm, bei den anderen bleibt es beim von den bisherigen Archos-Geräten bekannten resistiven Singletouch-Display. Archos installiert auf jedem Gerät den sehr vielseitigen selbstentwickelten Mediaplayer, der schon im Archos 5 zu überzeugen wusste [1].

MSI

Eines der wenigen Geräte mit Windows und Intel-Architektur zeigte MSI mit dem Windpad 100 (Abbildung 8), das auch schon auf der Computex zu sehen war. MSI nutzt ein auf Windows 7 aufgesetztes, selbst entwickeltes Benutzerinterface. Das 800 Gramm schwere Gerät hat den bei vielen Tablets gängigen 10,1-Zoll-Multitouch-Bildschirm mit 1024×600 Auflösung, nutzt jedoch unter der Haube PC-Architektur. Es basiert auf dem Atom Z530 (1,6 GHz), zur Ausstattung zählen 2 GByte RAM, 2 USB-2.0-Ports, eine 32-GByte-SSD, HDMI-Anschluss, WLAN, UMTS, SD-Kartenleser und eine 1,3-Megapixel-Webcam. Schon im September hat MSI angeblich mit der Auslieferung begonnen, den Preis gibt der Hersteller mit 500 US-Dollar an. Anfang 2001 soll mit dem Windpad 110 zusätzlich das erste MSI-Android-Tablet kommen (mit Android 2.1) – dann allerdings auch mit Tegra 2 statt Intel und 100 US-Dollar billiger.

Abbildung 8: MSI setzt beim Windpad 100 vorerst auf Wintel, will aber ein Android-Tablet nachliefern.

Abbildung 8: MSI setzt beim Windpad 100 vorerst auf Wintel, will aber ein Android-Tablet nachliefern.

Hannspree

Eine der Überraschungen der IFA war der taiwanesische Display-Hersteller Hannspree, den man bisher primär von günstigen Flachbildschirmen her kennt. Mit einem schlicht Hannspree Tablet (Abbildung 9) genannten Gerät stellte der Hersteller sein erstes ARM-Tablet vor. Es verfügt über einen 10,1-Zoll-Multitouch-Screen mit 1024×600 Pixel Auflösung, als Herz schlägt ein Nvidia Tegra 250 (Dualcore, 1 GHz ARM Cortex A9). Mit an Bord sind eine 16-GByte-SSD, ein HDMI-Ausgang, ein Kopfhöreranschluss und Lautsprecher, ein MicroSD-Kartenslot, ein Mini-USB-Geräteanschluss, Bluetooth 2.1 und WLAN. Ein Lage- und Licht-Sensor soll die Bedienung erleichtern. Leider fehlen dem Gerät UMTS- und GPS-Fähigkeiten, die sich auch nicht zukaufen lassen. Andererseits soll das Hannspree Tablet Zugriff auf den vollen Google Market haben. Laut Hersteller hält der Akku bei HD-Wiedergabe acht Stunden durch, was ein sehr ordentlicher Wert wäre. Hannspree will das Android-2.2-Gerät in Deutschland im November für erschwingliche 399 Euro auf den Markt bringen.

Abbildung 9: Mit dem Hannspree Tablet will der Hersteller neue Geschäftsfelder eröffnen.

Abbildung 9: Mit dem Hannspree Tablet will der Hersteller neue Geschäftsfelder eröffnen.

Viewsonic

Wie WeTab und MSI setzt Viewsonic beim Viewpad 100 auf Intels Atom und verbaut die Variante N455 mit 1,66 GHz Taktrate. Das Gerät hat ein kapazitives 10,1-Zoll-Multitouch-Display (1024×600) und frontseitiger 1,3-Megapixel-Webcam für Videochats. Die weitere Ausstattung entspricht mit WLAN, Bluetooth, GPS, 1 GByte RAM, Lagesensor, 16-GByte-SSD, Mini-VGA, 2 USB-Anschlüssen und MicroSD-Slot grob dem Standard. Das Viewpad 100 unterstützt Dual-OS, soll heißen: Der Anwender kann zwischen dem nur wenig auf Touchscreen-Bedienung optimierten Windows 7 Home Premium und dem etwas angestaubten Android 1.6 wählen. Viewsonic will das Viewpad 100 im Oktober für 549 Euro in den Handel bringen.

Das Viewpad 7 (ein Re-Branding des indischen OlivePad VToo) ist hingegen die reine Android-Variante – mit 7-Zoll-Multitouch-Bildschirm (800×480), 600 MHz ARM, einem Micro-USB-Port, GPS, UMTS, WLAN und Bluetooth (Abbildung 10). Hier kommt das aktuelle Android 2.2 zum Einsatz. Das Viewpad 7 hat zwei Kameras: auf der Vorderseite ein 0,3-Megapixel-Exemplar für Videochat, auf der Rückseite eine 3-Megapixel-Cam zum Fotografieren. Es soll ab Oktober für 399 Euro im Handel sein.

Abbildung 10: Das Viewsonic Viewpad 7 hat zwei Videokameras – und wird in Indien gebaut.

Abbildung 10: Das Viewsonic Viewpad 7 hat zwei Videokameras – und wird in Indien gebaut.

Interpad

Mit Android 2.2 liefert der bislang noch unbekannte Kölner Hersteller E-noa sein in China gefertigtes Interpad aus (Abbildung 11). Das Gerät ähnelt hardwareseitig dem Toshiba Folio 100 und dem Hannspree Tablet: Es basiert auf einem Tegra 2 (Dualcore-ARM, 1 GHz) mit Nvidia-Grafik, besitzt 1 GByte RAM und verfügt über einen HDMI-Anschluss. Hardwarebeschleunigung funktioniert für alle gängigen Codecs (MPEG2, MPEG4 inkl. H.264, VC-1) bis zu 1080p Auflösung. Mit an Bord sind eine 16-GByte-SSD, WLAN, Bluetooth, MicroSD-Slot, Lagesensor, ein 3900-mAh-Akku und ein kapazitiver 10-Zoll-Multitouch-Bildschirm (1024×600). Der Hersteller verspricht eine Akkulaufzeit von 8 bis 12 Stunden. Die 700 Gramm leichte Basisvariante soll “im Herbst 2010” für 399 Euro in den Handel kommen, zum Weihnachtsgeschäft folgt voraussichtlich eine UMTS-Variante (mit vollem Zugriff auf den Android Store) für knapp unter 500 Euro.

Abbildung 11: Das Interpad setzt im Gegensatz zum WePad auf stromsparende und günstige ARM-Technik.

Abbildung 11: Das Interpad setzt im Gegensatz zum WePad auf stromsparende und günstige ARM-Technik.

WeTab

Auf der IFA war der deutsche Hersteller nur bei der Intel-Pressekonferenz als Partner anwesend und gab dort offiziell bekannt, dass das Gerät auf Meego basieren wird – was aber bereits vorab über die Gerüchteküche durchgesickert war. Inzwischen gibt es das WeTab im Laden zu kaufen – einen ausführlichen Test [2] finden Sie in der Hardware-Rubrik dieses Hefts.

Shanzhai-Pads

Eine Welt für sich, aber mit offensichtlichen Überschneidungen zu den Markenherstellern (siehe Viewpad 7), stellen die in Fernost produzierten Shanzhai-Billigpads dar, die man zum Teil schon auf der CeBIT bewundern konnte. Auf der IFA waren sie in der Taiwan-Halle vertreten. Bei Preisen ab 75 US-Dollar sind sie momentan der Renner in den fernöstlichen Techno-Shacks [3], denn auch dort gelten Tablets als der neueste Modetrend.

Bei vielen der Geräte handelt es sich um (optisch grobe) iPad-Imitationen (Abbildung 12), auf fast allen läuft Android 2.1. Die Hardware-Ausstattung fällt in der Regel eher sparsam aus: wenig Speicher und ältere ARM-CPUs, oft noch aus der Generation vor dem aktuellen ARM Cortex [4]. Immerhin tragen die meisten Shanzhai-Tablets dem fernöstlichen USB-Fetisch Rechnung und integrieren (auch für Mäuse und Tastaturen) mindestens einen USB-Host-Port – den Apple seinem zugenagelten iPad bekanntlich verweigert. 

Abbildung 12: Auf den ersten Blick ein iPad – mit Android ausgestattet kostet dieses etwas untermotorisierte Shanzhai-Pad jedoch nur 75 US-Dollar.

Abbildung 12: Auf den ersten Blick ein iPad – mit Android ausgestattet kostet dieses etwas untermotorisierte Shanzhai-Pad jedoch nur 75 US-Dollar.

Glossar

Shanzhai

Durch den Erfolg der Billig-Telefone aus China wurde diese Bezeichnung inzwischen ein international bekannter Überbegriff für geklonte Billig-Produkte aus China, die oftmals Markenprodukte nachahmen. Diese kommen traditionell aus der Shenzen-Gegend.

Infos

[1] Test Archos 5 Internet Tablet: Daniel Kottmair, “Medien-Androide”, LinuxUser 09/2010, S. 72, https://www.linux-community.de/artikel/20640

[3] Shanzhai-Pads in China: http://tinyurl.com/shinzhenpads

[4] ARM Cortex: http://de.wikipedia.org/wiki/ARM_Cortex-M3

[2] Test WeTab: Daniel Kottmair, “Halbgar – Das WeTab im Test”, LU 11/2010, S. 82, https://www.linux-community.de/artikel/21109″

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