In dieser Rubrik stellen wir Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.
Eine meiner Lieblingssignaturen ist der Spruch “Disc space – the final frontier… “. Warum? Ganz einfach: Die Signatur ist von folgenschwerer Richtigkeit. Kaum hat man sich eine neue Festplatte gekauft, ist sie schon wieder voll, dabei hat man doch gar nichts draufgepackt. Oder nur ganz, ganz wenig…
Ein unschlagbares Duo bei Problemen dieser Art möchte ich Ihnen gerne im Folgenden vorstellen. Mit dem Programm KDiskFree (http://www.edu.uni-klu.ac.at/~mkropfbe/) behalten Sie – auch grafisch – im Auge, wieviel Platz Ihnen noch bleibt. Und wer dort alarmierende Nachrichten erhält, kann im Anschluss daran versuchen, mit Kleandisk (http://www.casema.net/~buursink/kleandisk/) zumindest ansatzweise wieder Herr – oder Frau – der Situation zu werden.
Begrenzt
Man installiert und installiert (schließlich wollen all die tollen neuen Programme ausprobiert werden), bis es plötzlich heißt: “No space left on device“. Um es dazu gar nicht erst kommen zu lassen, besteht KDiskFree – also das Programm, das einen Überblick über den vorhandenen Plattenplatz bietet – eigentlich aus zwei Tools: Mit dem Paket kdf-0.5.1.tgz installieren Sie nicht nur das eigentliche KDiskFree, das Sie jederzeit via K-Button–>System–>KDiskFree sowie über das KDE Kontrollzentrum in der Sektion Information–>Blockgeräte starten können (selbstverständlich reicht auch die Eingabe eines einfachen kdf & in einem X-Terminal), sondern zudem noch ein Werkzeug namens KwikDisk. Dessen Aufruf erfolgt analog via K-Button–>System, nur dass Sie diesmal nach Kwikdisk Ausschau halten müssen.
Kwikdisk hat gegenüber KDiskFree den Vorteil, dass es sich auf Kommando in Ihrem Panel andockt und bei einem beherzten Klick auf das Klötzchen-Icon in Abbildung 1 sofort alle gemounteten Platten, sonstige Datenträger sowie deren freien Platz anzeigt. Keine Ausreden mehr, Sie hätten nichts vom Platzmangel gewusst… (Abbildung 2)
Abbildung 1: Ein Kwik genügt

Abbildung 2: Alles auf einen Blick
Eingehängt
Aber auch KDiskFree hat seine Stärken. Denn neben der allgemeinen Plattengröße, dem freien Plattenplatz sowie der Auslastung werden Sie hier auch ganz selbstverständlich über das Dateisystem (oder neudeutsch File-System) und die Mountpoints Ihrer Festplatten u.a. Speichermedien informiert.
Und weil wir gerade von Mountpoints sprechen: KDiskFree erlaubt es Ihnen per Mausklick – ähnlich den CD-ROM- und Floppy-Icons auf Ihrem KDE-Desktop – Geräte zu mounten und unmounten. Derzeit nicht gemountete Devices werden dabei im KDiskFree-Fenster in hellgrauer Schrift dargestellt (Abbildung 3).
Weg damit
Sollte der scharfe Blick mit KDiskFree Ihnen Böses über Ihre Platzverhältnisse enthüllen, hilft unter Umständen schon der Einsatz von Kleandisk weiter. Rufen Sie diesen komfortablen Plattenputzer entweder via K-Button–>Anwendungen–>Kleandisk oder durch die Eingabe eines kleandisk & in einer Terminal-Emulation auf. Sie sehen danach erst einmal ein Fenster wie in Abbildung 4.
Klicken Sie dort auf den großen grauen Button im Clean Up-Tab. Im nächsten Fenster können Sie das Verzeichnis bestimmen, in dem Kleandisk für Sie aufräumen soll. Sobald Sie sich entschieden haben, reicht ein Klick auf Search. Sofort macht sich Kleandisk auf die Suche nach den weniger sinnvollen Dateien Ihres System (die Auswahl wird dabei nach Datei-Typen getroffen) und präsentiert Ihnen früher oder später seine Bestandsaufnahme in einem Fenster wie in Abbildung 5.
Ich habe beispielsweise beschlossen, dass die Core-Files aus Abbildung 5 meine Platte nun wirklich nicht verstopfen müssen, und Kleandisk dies durch Anklicken derselben auch kund getan. Nach dieser heroischen Entscheidung reicht es, auf den Button Cleanup… zu klicken. Kleandisk fängt dann an, munter mit Ihnen zu kommunizieren, und fragt Sie brav Fenster um Fenster (wie beispielsweise in Abbildung 6), ob Sie die ausgewählten Dateien verschieben, löschen oder archivieren wollen, ob es Ihnen nicht vielleicht doch wohler dabei ist, Backups der zu löschenden Dateien zu erstellen und wenn ja wohin?
Im letzten Schritt erfahren Sie noch, wieviel Platz Sie durch die getroffenen Entscheidungen alles in Allem einsparen können. Bestätigen Sie Ihre Anstrengungen mit einem beherzten Klick auf den OK-Button, und freuen Sie sich danach über eine Erfolgsmeldung wie in Abbildung 7. Wer mag kann sich mit einem Klick auf View log die ganze Aktion auch noch en detail anschauen und diese Protokoll-Datei bei Bedarf ausdrucken.
Glossar
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Signatur
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Meist englisch ausgesprochen und dabei “signature” genannt, werden so die letzten, durch ein “– ” vom restlichen Text abgetrennten ein bis drei Zeilen einer E-Mail oder eines News-Postings bezeichnet. Sie enthalten oft persönliche Angaben und/oder mehr oder weniger sinnfreie Sprüche. Merklich längere oder falsch abgetrennte Signaturen werden als Verstoß gegen die Netiquette betrachtet.
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device
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Die Hardwarekomponenten Ihres Linuxsystem (dazu zählen selbstverständlich auch Ihre Festplattenpartitionen) werden i.a. als Geräte, englisch: “devices”, angesprochen.
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Mountpoints
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Als Mountpoint bezeichnet man das Verzeichnis, unter dem die Daten einer Partition oder eines anderen Geräts (z.B. eines CD-ROM-Laufwerks) in den Linux-Verzeichnisbaum eingehängt werden.
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Dateisystem
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Die Art und Weise, wie Daten auf einem Datenträger organisiert sind. Auf Linux-Festplatten wird zumeist das Filesystem ext2fs (“Second Extended File System”) eingesetzt.
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mounten und unmounten
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Das Ein- und Aushängen von Partitionen, Wechselmedien oder Geräten in das Dateisystem. Die passenden Kommandozeilen-Befehle heißen mount und umount.
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Core-Files
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Der letzte Speicherabzug eines abgestürzten Programms bleibt in Dateien mit dem schönen Namen core der Nachwelt erhalten. Erfahrene Programmierer können daraus mit Hilfe eines Debuggers die Absturzursache herausfinden, für alle Anderen sind diese Dateien schlicht Platzverschwendung.










