Es gibt im Multimedia-Bereich eine Unmenge an großen und kleinen Linux-Programmen. An dieser Stelle stellen wir stellvertretend für viele ein Tool vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich halten: den CD-Audio-Grabber dagrab.
Wenn man seine CD-Sammlung nach und nach in ein MP3-Archiv verwandeln will, dann braucht man vor dem Konvertieren vom WAV– ins MP3-Format ein Tool, das aus den Tracks einer Audio-CD einzelne WAV-Dateien macht. Zwei etablierte Programme in diesem Bereich gibt es schon: cdda2wav und cdparanoia. Jetzt gesellt sich in Form von dagrab noch ein drittes dazu.
Einmal installieren bitte!
Zuerst müssen die Quellen des Programms von ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/mirrors/sunsite/apps/sound/cdrom/dagrab-0.3.3.tar.gz auf dem Rechner landen. Dann geht es ans Auspacken und Kompilieren:
tar xzf dagrab-0.3.3.tar.gz cd dagrab-0.3.3
… packt das Archiv aus und verlagert unseren Standpunkt im Dateibaum ins neu erzeugte Verzeichnis dagrab-0.3.3. An dieser Stelle müssen wir kurz unterbrechen. Wer noch die Kernelversion 2.0.x benutzt, sollte jetzt die Datei Makefile in seinen Lieblingseditor laden und das Kommentarzeichen (#) am Anfang der dritten Zeile entfernen, so dass diese nur noch den Inhalt UCD=-DUSE_UCDROM hat. Und weiter geht’s mit dem Compilerlauf und der als root durchgeführten Installation:
make su - (root-Passwort eingeben) make install ; exit
Klein und fein
Ein wesentliches Merkmal von dagrab ist seine Kompaktheit: Das kompilierte Binary wird gerade mal 22 KByte groß. Trotz der geringen Größe stecken interessante Funktionen in dem Programm. So ist es in der Lage, selbstständig Anfragen an einen CDDB-Server zu richten und die ausgelesenen WAV-Dateien gleich mit dem richtigen Songnamen zu versehen. Eine Einschränkung gibt es allerdings auch, denn dagrab funktioniert nur mit IDE-CD-ROM-Laufwerken.
Energie!
Im einfachsten Fall sieht der Aufruf von dagrab so aus:
dagrab Trackliste
Dabei ist Trackliste eine durch Leerzeichen getrennte Folge der Track-(also Titel-)Nummern, die von der CD gelesen werden sollen. Die dabei entstehenden WAV-Dateien bekommen die Namen track01.wav, track02.wav, .... Wenn grundsätzlich alle Tracks ausgelesen werden sollen, reicht die kleine Option -a:
dagrab -a
Namen aus dem Netz
Wie oben schon angesprochen, beherrscht dagrab den Umgang mit CDDA-Servern. Der folgende Aufruf liest alle Tracks aus und findet für sie die richtigen Namen:
dagrab -C -H cddb.cddb.com -N -a
Die Option -C schaltet die CDDB-Anfrage ein, die Option -H teilt dem Programm mit, welchen CDDB-Server es verwenden soll, und -N sorgt für das Übertragen der gefundenen Namen auf die WAV-Dateien.
Noch mehr automatisieren lässt sich mit der Option -e, die nach jedem ausgelesenen Track ein externes Programm oder Shellskript aufrufen kann. Im folgenden Aufruf wird der MP3-Encoder lame (http://www.sulaco.org/mp3/) dazu benutzt, jeden ausgelesenen Track sofort in eine MP3-Datei zu wandeln. Dabei setzt dagrab für %s den jeweiligen Tracknamen ein.
dagrab -C -H cddb.cddb.com -N -a -e 'lame "%s"'
Eine weitere Möglichkeit wäre das automatische Löschen der WAV-Datei, direkt nachdem sie von lame ins MP3-Format konvertiert wurde. Wie das geht? Nun, ich verrate nur soviel: Der gesuchte Befehl heißt rm.
Glossar
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WAV
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Dieses Audioformat ist in der Regel nicht komprimiert und stammt aus der Windowswelt.
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Kernelversion
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Die Kernelversion hängt in erster Linie mit dem Alter der verwendeten Distribution zusammen. Mit dem Kommando
cat /proc/versionerfahren Sie die Versionsnummer des laufenden Betriebssystemkerns. -
Shellskript
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Eine Datei mit Shellanweisungen, die automatisch abgearbeitet werden.




