Nach der Übernahme von Star Division durch den amerikanischen Großkonzern Sun wurde die Lizenzpolitik für das Office-Paket StarOffice grundlegend geändert, so dass es nun auch im kommerziellen Bereich lizenzkostenfrei eingesetzt werden kann. Dabei ist es aufgrund seiner Netzwerkausrichtung und einer Verfügbarkeit auf mehreren Plattformen ideal für den Einsatz in heterogenen Betriebssystemumgebungen geeignet. Zudem ist StarOffice neben Applixware das zur Zeit einzige komplette Office-Paket für Linux. Wer sich also für einen lohnenden Umstieg auf dieses Paket entschließt, bekommt mit diesem mehrteiligen Workshop nicht nur die ersten Schritte gezeigt.
Workshop-Übersicht
1. Installation und Desktop
2. Textverarbeitung
3. Tabellen und Diagramme
4. Präsentationen
5. Die kleinen Helfer
Woher nehmen, wenn nicht stehlen…
Seitdem Sun die Lizenzpolitik von StarOffice nach der Übernahme von Star Division geändert hatte, gibt es die vielfältigsten Möglichkeiten, an StarOffice zu gelangen. Von der nächstliegenden, dem Internet, möchte ich hier abraten, es sei denn Sie verfügen über eine schnelle Anbindung. Die Kosten, die durch einen Download der ca. 65 MB großen Software von der Homepage http://www.sun.com/staroffice entstehen, sind im Vergleich zu den anderen Methoden viel zu hoch. Billiger fahren Sie mit dem Kauf einer Zeitschrift, der StarOffice beiliegt, wie z. B. der hier vorliegenden Ausgabe 06/2000 des LinuxUser :-)
Auch die meisten aktuellen Linux-Distributionen sollten StarOffice mit an Bord haben. Zuletzt haben Sie noch die Möglichkeit, StarOffice für 79 DM in jeder gut bestückten Computerabteilung käuflich zu erwerben. In der Packung liegt dann neben der CD, die StarOffice für alle unterstützten Betriebssysteme enthält, auch noch ein ausführliches Handbuch.
Warnen möchte ich Sie vor älteren Distributionen und einigen Büchern zu StarOffice. Diesen liegt häufig eine ältere Version von StarOffice bei, die zwingend einen Registrierschlüssel benötigt. Haben Sie eine solche Version erwischt, sollten Sie auf den Internet-Seiten von Sun nach Rat suchen. Dort ist ein Generalschlüssel veröffentlicht, der auch diese Versionen freischaltet.
Lizenzpolitik
Sie dürfen StarOffice sowohl im privaten als auch im kommerziellen Bereich lizenzkostenfrei einsetzen. Erst der Support wird in einigen Teilen kostenpflichtig. Auch wenn das Programm Sie um eine Registrierung bittet, brauchen Sie darauf nicht einzugehen. Die Registrierung ist freiwillig und gewährt Ihnen Zugang zum “Sun StarOffice-Support”. Das beim Start auftauchende Dialogfenster können Sie mit einem Klick auf “nie registrieren” für immer zum Schweigen bringen. Haben Sie es sich diesbezüglich zu einem späteren Zeitpunkt anders überlegt, so kann eine Registrierung entweder über Hilfe/Registrierung oder direkt über die StarOffice-Homepage http://www.sun.com/staroffice nachgeholt werden.
Voraussetzungen
Bevor Sie StarOffice installieren können, sollten Sie überprüfen, ob Ihr System die Anforderungen des Office-Pakets erfüllt. Voraussetzung ist ein Linux-System mit glibc2-Unterstützung nebst laufendem X-Window-System. Dies sollten alle aktuellen Distributionen, wie z. B. SuSE ab Version 6.0, Caldera ab Version 2.2 oder Red Hat ab Version 5.1 erfüllen.
An die Hardware stellt StarOffice ebenfalls einige Anforderungen. So sollte das System neben mindestens 32 MB Hauptspeicher und 120-180 MB freiem Festplattenspeicherplatz auch eine mindestens 64 MB große Swap-Partition aufweisen. Ordentlich arbeiten lässt sich sogar erst ab 64 MB Hauptspeicher. Während der Installation benötigt das Setup-Programm für temporäre Dateien zusätzlich noch einmal 20 MB freie Festplattenkapazität.
Sollte StarOffice Ihrer Distribution beiliegen, so rate ich dazu, das zur Distribution gehörige Setup-Programm zu verwenden bzw. sich nach den Installationsanweisungen des Handbuchs zu richten.
Im Folgenden werde ich die Installation von CD-ROM beschreiben, da die Heft-CD die aktuelle Version 5.1a enthält. Eine Installation aus anderen Quellen verläuft aber analog. Bei einigen Distributionen, wie z. B. SuSE, kann es vorkommen, dass Sie das Setup-Programm nicht direkt von der CD ausführen können, etwa wenn es dort in Form einer (gepackten) tar-Datei vorliegt. In einem solchen Fall sollten Sie sämtliche StarOffice-Dateien (bzw. die tar-Datei) von der CD in ein temporäres Verzeichnis auf Ihre Festplatte kopieren (die tar-Datei ggf. mit tar xvf entpacken) bzw. das CD-Laufwerk mit Ausführungsrechten neu mounten.
Eine ausführliche Installationsanleitung finden Sie innerhalb des StarOffice-Archivs auf der Heft-CD: Nach dem Auspacken des Archivs gibt es ein Unterverzeichnis so51inst/documentation/, in dem Sie die Datei setup.pdf finden. Diese Datei im Acrobat-Format können Sie z. B. mit dem Acrobat Reader oder kghostview einsehen.
Installation
Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten, StarOffice zu installieren: Zum einen als Einzelplatzversion, die ausschließlich dann gewählt werden sollte, wenn nur eine Person das Office-Paket auf einem Einzelplatzrechner ohne Netzwerkanschluss verwendet. Bei dieser Methode werden alle Konfigurationsdateien direkt in dem Verzeichnis gespeichert, in das StarOffice installiert wurde. Da dies gerade das Anfertigen von Sicherheitskopien erschwert, rate ich aber zu einer Netzwerkinstallation, dem zweiten Installationsmodus. Hierbei wird StarOffice zentral auf einem Server installiert, der selbstverständlich auch ein Einzelplatzrechner mit mehreren Benutzern sein kann. Dies hat zum einen den Vorteil, dass nicht für jeden Benutzer des Computers oder Netzwerkes das komplette Office-Paket installiert werden muß (was jedesmal über 100 MB Plattenplatz verschlingen würde) und zum anderen werden die Konfigurationsdateien in den jeweiligen Homeverzeichnissen der einzelnen Benutzer abgelegt. Somit muss bei einem Backup nur dieses Verzeichnis gesichert werden.
Um die Installation für die Einzelplatzversion zu starten, rufen Sie unter X Window in einem X-Terminal einfach das Programm “setup” auf, das Sie im bin– Unterverzeichnis des Pakets finden sollten. Soll eine Netzwerkinstallation stattfinden (was im Normalfall empfehlenswert ist), so starten Sie, vorzugsweise mit Administrationsrechten (root), das Setup-Programm mit dem zusätzlichen Parameter /net, also z. B. in einem Terminalfenster mit ./setup /net.
Jetzt sollte in beiden Fällen der Installations-Assistent gestartet werden, der Sie im folgenden komfortabel durch den Einrichtungsprozess leiten wird. Am linken Bildschirmrand wird ständig der aktuelle Installationsstatus angezeigt, und mit einem Klick auf die Schaltfläche “Hilfe” können Sie jederzeit einen passenden Hilfetext aufrufen. Mit den Schaltflächen “Weiter” und “Zurück” blättern Sie durch die einzelnen Punkte des Installationsassistenten. Mit “Abbrechen” wird die Installationsprozedur abgebrochen und somit StarOffice nicht installiert.
Bei der Einzelplatzinstallation folgt auf die ersten beiden Schritte die Abfrage der Benutzerdaten. Diese werden später, z. B. in der Textverarbeitung, aber auch bei der Arbeit in Netzwerken unter StarOffice, noch benötigt. Die Angaben sind nicht zwingend und können auch noch nach der Installation im Menü unter Extras/Optionen/Allgemein/Benutzerdaten neu angeben bzw. verändert werden. Bei beiden Installationsmodi erfolgt nun die Auswahl der Installationsart. Sie sollten nur bei geringer Computererfahrung den Punkt “Standard”, ansonsten immer “Benutzerdefinierte Installation” wählen, da Sie nur bei letzterer die zu installierenden Pakete und Module selbst auswählen können. Im nächsten Bild muss das Verzeichnis angegeben werden, in das StarOffice später installiert werden soll. Hierzu eignet sich, insbesondere bei einer Netzwerkinstallation, eine zentrale Stelle, wie z. B. /opt/Office51 oder /usr/local/Office51. Wurde als Installationsart “benutzerdefiniert” ausgewählt, so erscheint nun ein Fenster, indem Sie alle benötigten Komponenten auswählen können. Ein Klick auf das Pluszeichen öffnet die jeweiligen Unterpunkte, und ein Klick auf die drei Würfel ändert die Auswahl des entsprechenden Punktes. Die drei Würfel vor einer Komponente zeigen dabei durch ihre Farbe an, ob diese ausgewählt wurde (farbig ausgemalte Würfel) oder ob sie nicht installiert werden soll (nur Würfelumrisse sichtbar).
Sind bei einem Oberpunkt die Würfel hell ausgefüllt, so wurden nicht alle seine Unterpunkte ausgewählt. Die Schaltfläche “Standard” setzt alle Änderungen zurück, die seit dem letzten Aufruf dieses Fensters gemacht wurden.
Wenn Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, können Sie im nächsten Dialog mit einem Klick auf “Fertig” den Kopiervorgang starten. Wurde die Java-Funktionalität ausgewählt, fragt der Installationsassistent bei einer Einzelplatzinstallation noch zuvor, welche der im System installierten Java-Umgebungen in StarOffice verwendet werden soll. Möchten Sie keine Java-Unterstützung für StarOffice aktivieren oder wurde zuvor keine Umgebung installiert, so wählen Sie hier den Punkt “Keine Java und Java-Skript-Unterstützung”.
Nach dem Kopiervorgang ist eine Einzelplatzinstallation bereits abgeschlossen und StarOffice bereit für den ersten Start. Sofern Sie die KDE-Unterstützung aktiviert haben, müssen Sie die KDE-Startleiste zunächst neu starten, damit die entsprechenden Symbole angezeigt werden.
Bei einer Netzwerkinstallation muss vor einem Einsatz jeder Benutzer das Setup-Programm, das sich nun im StarOffice-Verzeichnis, also im obigen Beispiel im Verzeichnis /opt/Office51/bin bzw. /usr/local/Office51/bin, befindet, noch einmal selbst starten. Dem jeweiligen Benutzer werden nach Anzeige der README- und Lizenzdateien zwei Installationsmöglichkeiten zur Wahl gestellt. Bei einer “Standard-Workstation”-Installation werden nur die benutzerspezifischen Daten, wie z. B. die individuellen Konfigurationsdateien, im Heimatverzeichnis des Benutzers abgelegt. Die einzelnen Programme des Office-Paketes werden dann immer bei Bedarf vom Server geladen. Bei einer “Standardinstallation lokal” hingegen wird StarOffice noch einmal komplett auf dem vorliegenden Computer installiert, wobei allerdings diesmal die Netzwerkversion auf dem Server als Installationsquelle dient. Insbesondere wenn der Server mit dem Arbeitsplatzrechner identisch ist, wäre StarOffice somit zweimal auf demselben Computer installiert. Die weitere Einrichtung von StarOffice erfolgt analog zur Einzelplatzinstallation. Als Zielverzeichnis sollte man dabei aber ein Unterverzeichnis des privaten Home-Verzeichnisses wählen.
Wurde die Installation erfolgreich abgeschlossen, sollte im KDE-Startmenü ein neuer Eintrag mit den drei Unterpunkten Setup, SPAdmin und StarOffice auftauchen. Falls dies nicht der Fall sein sollte oder Sie einen anderen Fenster-Manager verwenden, finden Sie alle Programme im Unterverzeichnis /bin des StarOffice-Verzeichnisses wieder. Setup dient zur Deinstallation und Reparatur eines beschädigten StarOffice-Paketes, mit SPAdmin können Sie Drucker einrichten, und StarOffice startet das Programm.
Der Desktop
Der Grundgedanke hinter StarOffice 5.1 war die Integration aller Komponenten wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation in eine einheitliche Umgebung. Sie sollten sich deshalb nicht von der zunächst überladen wirkenden Oberfläche abschrecken lassen.
Nach dem ersten Start öffnet sich ein Assistent, dessen Bedienung analog zum Installationsassistenten ist. Um die Internetfunktionen von StarOffice nutzen zu können, müssen hier einige Angaben gemacht werden. Ist kein Internetanschluss vorhanden, oder sollen die Funktionen nicht genutzt werden, so beendet man den Assistenten einfach mit einem Klick auf “Kein Internet vorhanden”. Anschließend bekommen Sie von StarOffice als erstes den StarDesktop zu sehen. Dies ist, vereinfacht ausgedrückt, die Schaltzentrale von StarOffice. Alle Programme wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation werden einfach als Module in diesen Desktop eingehängt. StarOffice unterstützt dabei zu jedem Zeitpunkt allseits bekannte Bedienungsverfahren, wie Drag & Drop oder ein Kontextmenü, das sich wie auch unter KDE mit der rechten Maustaste zu vielen Objekten einblenden lässt.
Doch zunächst der Reihe nach. Am unteren Rand sehen Sie eine Leiste, auf der sich ein Startknopf und ein weiteres, aktiviertes Symbol befinden. Diese Leiste, unter StarOffice als “Taskleiste” bezeichnet, nimmt im weiteren Verlauf alle von StarOffice geöffneten Dokumente und Fenster auf, so dass man schnell mit einem Klick auf das entsprechende Symbol zu diesem Dokument bzw. Fenster wechseln kann.
Fensterln
Eigentlich arbeitet StarOffice nur mit Fenstern. Welchen Inhalt diese Fenster haben, ist für StarOffice zweitrangig. Enthält ein Fenster z. B. einen Text, so wird zur Darstellung des Fensters die Textverarbeitung gestartet, enthält es hingegen ein Verzeichnis, so werden dem Benutzer Datei-Manager-Funktionen an die Hand gegeben. Diese Entkopplung eines Fensters von seinem Inhalt ist etwas ungewöhnlich und verwirrt zunächst, da in den meisten anderen Office-Programmen ein Fenster genau einem Dokument entspricht. Der Veranschaulichung dieses Prinzips soll folgendes Beispiel dienen: Öffnen Sie mit einem Doppelklick auf das Symbol “neue Tabelle” eine neue Tabelle. Wie Sie sehen, wird sofort die Tabellenkalkulation gestartet, und die Taskleiste zeigt am unteren Rand das neue Fenster als Symbol an. Geben Sie jetzt in der obersten Symbolleite in das Eingabefeld einen beliebigen Pfad, z. B. /home ein und drücken Sie anschließend die Eingabetaste. Dann verschwindet die Tabelle, und im selben Fenster wird nun der Inhalt des entsprechenden Verzeichnisses angezeigt.
Standardmäßig nehmen alle Fenster den gesamten, freien Platz auf dem Desktop ein. Wenn Sie dies ändern möchten, können Sie auf die Symbole, die sich in der Menüleiste am rechten Rand befinden, zurückgreifen. Der Unterstrich verkleinert das Fenster, das “X” schließt es, und die zwei überlappenden Kästchen machen das Fenster in seiner Größe variabel. (Hier wird also die Funktionsweise von Windows 9x/NT nachempfunden.)
Ist noch kein Fenster aufgerufen und man verwendet wie oben das Editierfeld, so wird ein neues, untergeordnetes Fenster mit dem entsprechenden Inhalt aufgerufen. Gibt man dabei noch einen Dateinamen an, so erkennt StarOffice automatisch den Dateityp und öffnet das Dokument im passenden Modul. StarOffice ist es dabei übrigens egal, ob sich die Datei auf der Festplatte oder im Internet befindet.
Der Start-Knopf hat dieselbe Funktion wie der “K”-Button unter KDE. Mit einem Klick auf diesen Schalter öffnet sich ein Menü, mit dem Sie neue Dokumente erstellen, Programme aufrufen oder nach bestimmten Dateien suchen können. Auf den anderen Knopf rechts daneben, komme ich später noch zurück.
Über der Taskleiste sehen Sie ein “andockbares” Fenster. “Andockbar” heißt, dass es sich in das Arbeitsfenster integrieren lässt und dann nicht mehr verschiebbar ist. Anschaulich kann man sich diese Fenster als Schubladen vorstellen, die an den Rändern heraus- und reingeschoben werden können. Um das Fenster “abzudocken”, doppelklicken Sie bei gedrückter [Strg]-Taste auf die Fensterfläche. Dieses Fenster hier enthält den Tipp des Tages, den Sie mit einem Klick auf den kleinen Schalter mit dem “X” schließen können. Möchten Sie nicht, dass der Tipp des Tages nach jedem Start neu angezeigt wird, so müssen Sie vor dem Schließen die Schaltfläche Tipps nicht mehr anzeigen aktivieren.
Ganz am oberen Rand finden Sie die Menüleiste. Die Menüstruktur passt sich stets dynamisch an das gerade angezeigte Dokument an. So finden Sie in der Textverarbeitung andere Menüpunkte als in der Tabellenkalkulation. Der gesamte Bereich zwischen der Menü- und der Taskleiste ist für den Benutzer frei veränderbar. Was in diesem Arbeitsbereich angezeigt werden soll, steuern die Punkte im Menü Ansicht. Alle Elemente, die auf der Arbeitsfläche angezeigt werden, sind dort mit einem Häkchen versehen. Standardmäßig sind dies die zwei Symbolleisten am oberen Rand, der Desktop in der Mitte und ausgeblendet am linken Rand der “Explorer”. Eine Ausnahme bildet der Punkt Hilfe. Mit ihm kann man zu jedem Zeitpunkt die Online-Hilfe nebst Online-Benutzerhandbuch aufrufen (Hilfe/Inhalt).
Die Navigation im Hilfesystem erfolgt per Klick auf einen blau unterstrichenen Begriff ähnlich der Bedienung von Internetseiten. Falls Sie das Hilfesystem nach einem bestimmten Begriff durchsuchen wollen, müssen Sie die Objektleiste (Ansicht/Symbolleisten/Objektleiste) eingeschaltet haben. Dort aktivieren Sie die Suchfunktion mit einem Klick auf das Fernglassymbol. Möchten Sie die Hilfe beenden, genügt die Wahl von Datei/Schließen. Zusätzlich zur Online-Hilfe bietet StarOffice noch kontextbezogene Tipps (Hilfe/Tip) an: sobald sie den Mauszeiger über einem Symbol verharren lassen, erscheint nach kurzer Zeit eine Funktionsbeschreibung.
Doch zurück zum Desktop. Die oberste Symbolleiste ist die Funktionsleiste. Sie enthält einige, für die meisten Dokumente gültigen Standard- und Dateifunktionen, wie z. B. das Kopieren, Einfügen oder Drucken. Obwohl die meisten dieser Funktionen auch unter den Menüpunkten Datei oder Bearbeiten vorhanden sind, sollte diese Symbolleiste für einen schnelleren Zugriff aktiviert bleiben. Unterhalb der Funktionsleiste befindet sich die Objektleiste. Im Gegensatz zur erstgenannten ändert sich ihr Inhalt genau wie bei der Menüleiste in Abhängigkeit vom gerade aktiven Modul: Wird etwa die Textverarbeitung gestartet, so zeigt diese Leiste die wichtigsten Symbole zur Textformatierung an.
Arbeitsfläche
Den größten Bereich nimmt der Desktop in Anspruch. Dieser stellt – wie ein richtiger Schreibtisch – alle Dateien, Vorlagen und Einstellungsmöglichkeiten auf einen Blick zur Verfügung. So können Sie mit einem Doppelklick auf das entsprechende Symbol in einem neuen Fenster z. B. ein Textdokument erstellen. Die gleiche Funktion erreichen Sie auch über das Menü unter Datei/Neu. Sobald Sie ein neues Dokument, gleich welchen Typs auch immer, erstellen oder öffnen, wird das passende Modul automatisch geladen und der Bereich, in dem sich der Desktop befindet, vollständig durch das neue Fenster in Besitz genommen. Sie können aber zu jeder Zeit auf den Desktop zurückkehren, indem Sie in der Taskleiste auf den Schalter mit dem Desktop-Symbol (direkt neben dem Start-Button) klicken.
Nun noch einmal zurück zu den schon am Anfang angesprochenen “andockbaren Fenstern”. Angenommen, Sie haben mehrere Dokumente zur Bearbeitung geöffnet und müssen öfters auf den Datei-Manager zurückgreifen. Da es ziemlich umständlich ist, jedesmal über die Taskleiste die Fenster zu wechseln bzw. den Datei-Manager unter X Window zu starten, wurde unter StarOffice der “Explorer” eingebaut. Dies ist im wesentlichen ein Datei-Manager, der sich in einem andockbaren Fenster am linken Bildrand dauerhaft neben dem Arbeitsbereich einblenden lässt. Per Voreinstellung ist der Explorer zwar aktiviert aber gut am linken Rand versteckt: Dort finden Sie zwei einsame Schaltflächen, eine Stecknadel und einen Pfeil. Wenn Sie auf letzteren klicken, öffnet sich das Fenster. Wie Sie sehen, überdeckt das Fenster einen Teil des Desktops, so dass einige Symbole nicht mehr zugänglich sind. Um dies zu beheben, klicken Sie auf die eben angesprochene Stecknadel. Diese “heftet” das Fenster in den Desktop, so dass sich alle anderen Fenster automatisch den neuen Abmessungen anpassen. Falls Ihnen der Explorer zu groß erscheint, können Sie ihn durch einfaches Ziehen mit der Maus an seinem Rand in die gewünschte Größe bringen.
Doch nun zum Explorer selbst. Dieser ist in mehrere Gruppen aufgeteilt, die wiederum vom Benutzer selbst an die eigenen Vorstellungen angepasst werden können. Mit einem Klick auf Neue Gruppe kann man eine neue, leere Gruppe erstellen. Um eine andere Gruppe anzuzeigen, klickt man einfach auf ihren Namen. Die voreingestellten Gruppen sind der Explorer, der das System abbildet (Arbeitsplatz enthält alle Verzeichnisse des Computers), unter Bookmarks befinden sich alle Internet-Bookmarks, unter Aufgaben erhalten Sie die Möglichkeit, schnell neue Dokumente zu erstellen, und das Arbeitsverzeichnis enthält alle Dokumente, die im Arbeitsverzeichnis ($HOME) des Benutzers liegen.
Um eine Datei oder ein anderes Objekt in einer Gruppe abzulegen, kann man das Objekt einfach per Drag & Drop in die gewünschte Gruppe ziehen. Wichtig: bei diesem Vorgang wird die betroffene Datei verschoben. Alternativ kann man auch die Kopierfunktion Bearbeiten/Kopieren aus der Menüleiste oder dem Kontextmenü der rechten Maustaste verwenden.
Zum Schluss noch einmal ein kurzer Überblick über die Menüs: Im Menü Ansicht gibt es den äußerst interessanten Punkt integrierter Desktop: Mit ihm lässt sich StarOffice über den ganzen Bildschirm “aufblasen” und kann somit den Window-Manager vorübergehend ersetzen. Im Menü Bearbeiten finden Sie alle Funktionen, die sich auf die Zwischenablage beziehen. Hier können Sie z. B. Objekte, Textstellen, aber auch Dateien kopieren, einfügen oder löschen. Falls Sie mal einen Fehler gemacht haben, hilft Ihnen in diesem Menü die Funktion Rückgängig, Ihre gerade gemachten Änderungen wieder zurück zu nehmen.
Das Menü Datei beinhaltet, wie der Name schon verrät, alle Punkte, die zur Dateiverwaltung benötigt werden, wie z. B. das Öffnen, Speichern und Drucken einer Datei. Unter Datei/Autopilot finden Sie übrigens einige nützliche Assistenten, die Ihnen einige Routineaufgaben abnehmen können. Nach einem kleinen Frage- und Antwortspiel generieren diese Helfer automatisch das gewünschte Dokument.
In diesem ersten Teil habe ich versucht, Ihnen nach der Hürde der Installation die Bedienung des Desktops etwas näher zu bringen. Da der Desktop für Einsteiger nicht besonders intuitiv zu bedienen ist, wird er auch noch in den folgenden Teilen dieses Workshops zur Sprache kommen. Beim nächsten mal geht es aber mit etwas Handfesterem, nämlich der Textverarbeitung weiter.
Infos
[1] Sun StarOffice-Homepage: http://www.sun.com/staroffice/
[2] deutsche Sun-Homepage: http://www.sun.de
[3] Acrobat-Reader Homepage: http://www.adobe.com/products/acrobat/








