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Aus LinuxUser 02/2003

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Die Kommandozeile schlägt zurück

Versehentlich das ganze Home-Verzeichnis löschen – das geht genau so schnell, wie sich der neue Wagen beim Ausparken gegen die Straßenlaterne setzen lässt. Zum Vorbeugen sollte über Pflichtprüfungen nachgedacht werden.

Es gibt Tage, an denen sollte man gar nicht erst aufstehen… Die Kommandozeile – mein Freund und Helfer. Wer braucht schon X? Nach dieser Devise lebe und schreibe ich seit Jahren; eine X-Oberfläche ist dazu da, möglichst viele Xterms zu verwalten, in denen ich mich nach Herzenslust mit möglichst komplizierten Shell-Befehlen austoben kann. Manchmal frage ich mich allerdings, ob es so etwas wie einen “Kommandozeilen-Führerschein” geben sollte. In einer entsprechenden Prüfung zum Erwerb einer solchen “Shell-Nutzungsbefähigung” würde ich die folgenden Fragen gerne sehen:

1. Warum sollte man in der eigenen <I>.bashrc<I> Standardkommandos wie <I>rm<I> nicht einfach neu (<I>alias rm=”rm -i”<I>) definieren?

  • Weil die “alten” Kommandos dann nicht mehr funktionieren.
  • Weil man sich an die Sicherheitsabfrage gewöhnt und auf anderen Systemen eventuell etwas löscht.
  • Weil dann mit jedem weiteren “alias”-Aufruf wahllos Dateien gelöscht werden.

2. Warum sollte man vorsichtig mit Wildcards wie dem @L: * umgehen?

  • Weil das @-Zeichen viel schöner ist.
  • Weil Regular Expressions viel cooler sind.
  • Weil sie mitunter zu Dateien expandiert werden, die man nicht gemeint hat.

3. Was bedeutet “grunmel”?

  • Dass man ultimativ ins Bett gehen sollte.
  • Es handelt sich um ein Programm aus 4.4 BSD Lite.
  • Der Rechner hat grep nicht verstanden und grummelt.

Wenn ich eine solche Prüfung abgelegt hätte, wenn ich nicht mitten in der Nacht noch ein /home-Verzeichnis hätte aufräumen wollen, wenn, ja, wenn das Wörtchen “wenn” nicht wäre… Dabei hat mich das System noch gewarnt:

huhn@asteroid:~$ find . -type f -user huhn -maxdepth 3 -exec grunmel \{\} \;
find: grunmel: No such file or directory

Hier schlägt 3a gnadenlos zu: Wer solche Warnungen einfach ignoriert, darf sich nicht wundern, wenn der Aufruf

rm datei @L: *

alle Dateien im /home wegfegt. Und fragen Sie mich bitte nicht nach einem Backup – ein solches könnte man mit ein paar Befehlen auf der Kommandozeile wieder einspielen, aber für heute reicht es einfach. (hej)

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