ForumProbleme bei der Installation von Ubuntu 10.04 LTS mit einem i686-Prozessor
Daniel Biester – Sonntag, 06. Juni 2010 16:10 Uhr

Nach dem ich meinen 10 Jahre alten PC wieder zum Laufen gebracht habe, wollte ich mir Ubuntu drauf installieren. Als ich dann die c’t-Linux-CD gebootet habe kam der ganz normale Bildschirm. Als ich dann bei der 32-bit Version auf “Installieren” oder “ohne Installation Ubuntu starten” gedrückt habe kam im BIOS die Meldung das ich einen x68-Prozessor bräuhte und ich hätte nur einen i686-Prozessor. Als ich von der DVD-Seite die 64-bit-Version eingelegt habe kam wieder der ganz normale Bildschirm. WEnn ich jetzt aber auf INstallieren gedrückt habe kam erstmal des BIOS und dann einen Ladescreen von Ubuntu. Nach 5 Minuten wurde der Bildschirm schwarz. Irgendwann hörte er dann auch auf von der CD zu lesen. Er mekerte aber nicht mehr wegen des Prozessors rum. Was ist dann los???

3 Antworten
man-draker – Sonntag, 06. Juni 2010 18:40 Uhr

Welche CPU steckt denn tatsächlich in deinem Rechner?
Und über wie viel RAM verfügt er?

Ganz allgemein dürfte Ubuntu nicht die optimale Distribution für so einen Methusalem sein.

Daniel Biester – Sonntag, 06. Juni 2010 18:55 Uhr

Pentium 3 CPU mit 600MHz
512mb RAM.

man-draker – Sonntag, 06. Juni 2010 20:22 Uhr

Oha!

Wirf mal einen Blick hierauf:
http://puppylinux.org/main/index.php?file=Overview%20and%20Getting%20Started.htm

Erik Bärwaldt – Montag, 07. Juni 2010 12:07 Uhr

Bei einem Coppermine-Prozessor mit 600 MHz und 512 MB RAM eignen sich sehr gut jene Distributionen, die komplett im RAM ablaufen. Bei dem genannten System dürfte nicht die CPU der eigentliche Flaschenhals sein, sondern die Festplatte. Vermutlich eine UDMA-33-Platte mit 4200 rpm. Die laufen selbst in 64 Bit-Systemen extrem langsam. Ubuntu ist bestenfalls als Xubuntu oder Lubuntu auf einem solchen Rechner halbwegs zu gebrauchen.
Ich kann aus Erfahrung hierzu raten:
https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2010/05/Flinker-Welpe

Beste Grüße

Papamatti – Donnerstag, 10. Juni 2010 21:09 Uhr

Meine Schwiegermutter arbeitet mit einem aktuellen Ubuntu Lucid Lync 10.04 auf einem AMD Athlon 700MHz mit 512MB Ram (100MHz SDRAM) und sie ist zufrieden. Als Grafikkarte ist eine nVidia MX440 AGP verbaut, damit sind sogar Desktopeffekte möglich.

Sicherlich ist es nicht der schnellste Rechner, aber ich würde nicht sagen, es ließe sich damit nicht arbeiten.

Der Flaschenhals ist wird mit Sicherheit die Festplatte sein (Swap) und die langsame Taktgeschwindigkeit des RAMs.

Xubuntu finde ich gar nicht so viel schneller als Gnome, ich weis nicht warum es immer wieder behauptet wird.

Versuch macht kluch….

Ugglan – Montag, 07. Juni 2010 11:13 Uhr

Hallo,

ich kann auch nur aus eigener Erfahrung empfehlen, Ubuntu nicht für alte Rechner zu verwenden.

Das Problem ist nicht Geschwindigkeit oder RAM, sondern allgemeine Treiberunterstützung.

Ubuntu übernimmt sehr früh neue Architekturen, womit zwnagsläufig alte Treiber über Bord geworfen werden. Niemand portiert einen 10 Jahre alten Treiber auf eine neue Schnittstelle (Grafik, Cups, Fuse…). Viele Treiber kann man sicherlich irgendwie zum Laufen bringen, notfalls über die Debian-Quellen. Dann hat man aber keinen Vorteil von Ubuntu.

Wenn man händisch eh nacharbeiten muss, ist man mit einer “konservativen” Distri wie Debian besser aufgehoben. Oder gleich Gentoo oder Arch… wenn man keine Angst vor (englischen) Docs hat und es wirklich sportlich haben will :-)

Gruß

Ugglan

Axel Pospischil – Dienstag, 08. Juni 2010 19:55 Uhr

> Nach 5 Minuten wurde der Bildschirm schwarz
Das könnte an einem verbauten alten intel Grafiktreiber liegen. Dann muss mit dem Kernelparameter “nomodeset” gebootet werden, sonst schmiert der X Server ab. Also mal nach “ubuntu nomodeset” googlen.

Und noch was:
1. ein PIII / 600 MHz ist mit absoluter Sicherheit KEINE 64bit CPU, sondern ein 32 bit System.

2. Vor einigen Jahren ist man dazu übergegangen, den Linux Kernel nur noch für 686er Rechner zu kompilieren. Früher gab es nur 286/386er bzw. 486er Rechner, dann 586er und 686er wozu auch der PIII/600 zählen sollte. Hab einen PII (zwei) im Keller und da läßt sich Ubuntu problemlos drauf installieren !!!

i586 – Intel Pentium (MMX), AMD K5, K6, K6-II, K6-III und Via C3
i686 – Intel Pentium Pro, Pentium II, Pentium III, AMD Athlon, Athlon XP oder neuer

3. Grafikkarte: es wird schwer sein einen aktuellen Xserver mit einer guten Unterstützung deiner Grafikkarte zu finden, denn die meisten älteren Treiber (besonders die von intel) werden nur schlecht unterstützt. sprich die Videobeschleunigung ist quasi null, was besonders für eine flüssige grafische Oberfläche wichtig ist. Besonders Fenstermanager wie GDM (Gnome) brauchen hier viel Power. Also eine Distribution mit einem Fenstermanager suchen, der wenig Anforderungen hat: z.B. Enlightenment (http://wiki.ubuntuusers.de/e17)

4. 512 RAM: Ist für ein Linux System an der unteren Grenze, müßte aber bei entsprechender Softwareauswahl für einen flüssigen Betrieb reichen ;)

Und hier noch ne Seite:
http://wiki.ubuntuusers.de/alte_Hardware/Ubuntu

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
Und jetzt viel Erfolg!

Axel

Erik Bärwaldt – Mittwoch, 09. Juni 2010 10:37 Uhr

Hallo,

kurz zu den angesprochenen Punkten:

Zu 1. ): Natürlich ist der Coppermine keine 64 Bit-CPU. Deshalb habe ich geschrieben “… laufen SELBST mit 64-Bit-Systemen…”, um zu verdeutlichen, dass selbst die schnellste CPU bei einer langsamen Festplatte nicht zur Hochform auflaufen kann. Der Flaschenhals ist in den meisten auch aktuellen Systemen die Festplatte, nicht die CPU.

Zu 2.): Die kleineren Distributionen oder auch oft solche, die in sogenannten Schwellenländern programmiert werden, sind häufig mit speziellen Versionen eigens für alte i586-Systeme am Markt. Zum Teil sind diese Distributionen auch noch für den 80486-Befehlssatz ausgelegt.

Zu 3.) Falls es keine entsprechenden Grafiktreiber für exotischere Grafikkarten gibt (z.B. Intel i810/815), laufen auch ältere X-Server in aller Regel mit dem VESA-Treiber. Dieser bietet entsprechende Auflösungen und Frequenzen, aber natürlich keine 3D-Unterstützung. Da die meisten älteren Grafikkarten sich im Gegensatz zu vielen aktuellen Modellen an den VESA-Standard halten, ist dieser Treiber eine gute Wahl.

Zu 4.): Kleine Distributionen wie das angeregte Puppy Linux oder Slitaz laufen mit grafischer Oberfläche problemlos ab 128 MB RAM komplett im Arbeitsspeicher. Wer natürlich mit Speicherfressern wie OpenOffice arbeiten will, braucht mehr RAM. Ubuntu ist von Haus aus schon sehr träge und sollte daher wirklich nur mit leichten Desktops wie LXDE, Xfce, Fluxbox o.ä. genutzt werden auf solch alten Rechnern.

Beste Grüße
Erik Bärwaldt

Seraphyn Christian M. Grube – Samstag, 12. Juni 2010 17:58 Uhr

—-snipp—
Besonders Fenstermanager wie GDM (Gnome) brauchen hier viel Power.
—-snipp—
Das würde ich mal lieber nicht so stehen lassen.
GDM !=WM
GDM ist ein Desktopmanager, jener von Gnome nennt sich Metacity, wobei man auch Compiz wählen kann.

Gruss
Seraphyn

Seraphyn Christian M. Grube – Samstag, 12. Juni 2010 18:00 Uhr

Und btw 512MB sind untere Grenze, sollte man definitiv nicht Ernst nehmen.
Sorry