Mark Shuttleworth hat einen Traum: die großen Distributionen sollen sich auf identische Versionsnummern für die Kernkomponenten einigen und diese alle zwei Jahre auffrischen. Nun scheint der Traum Realität zu werden.
In einem ausführlichen Blog-Eintrag schilderte Shuttleworth noch 2008 einen Plan, nachdem die am weitesten verbreiteten Distributionen Debian, Ubuntu, Red Hat und Suse in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren Hauptversionen auf den Markt bringen sollten. Der Clou dabei: könnte man sich auf gemeinsame Versionsnummern einigen, würde sich dadurch die Software- und vor allem die Treiber-Entwicklung deutlich vereinfachen. Dies würde laut Shuttleworth zu einem positiven Effekt für alle Linux-Distributionen führen.
Während Mark bei den Ubuntu an den Zweijahresrhythmus der LTS-Versionen denkt, ließe sich dieser Rhythmus bei Debian für die regulären Releases einführen. Bei den Enterprise-Distributionen von Red Hat und Novell verfolge man auch in etwa einen Zweijahresrhythmus. Marks Vorschlag wurde im vergangenen Sommer innerhalb des Debian-Projekts heftig diskutiert, man wollte sich jedoch nicht zu einem gemeinsamen Fahrplan mit Ubuntu abstimmen und blieb dabei: Debian ist fertig, wenn es fertig ist.
Nachdem nun das Debian-Team die Versionsnummern der Hauptkomponenten für die kommende Version 6.0 alias Squeeze veröffentlicht hat, scheint Marks Rechnung dennoch aufzugehen. Laut einem aktuellen Blog-Eintag, nutzen Debian 6.0 und Ubuntu 10.04 weitgehend identische Versionen des Kernels, von Python und Perl, vo m GCC und von OpenOffice. Auch bei Red Hat Enterprise Linux 6 und dem Suse Linux Enterprise Server 12 kommt mit ziemlicher Sicherheit Kernel 2.6.32 zum Einsatz, sodass die Kernel-Entwickler sich um dieses Release vermutlich besonders häufig kümmern werden.
Auch wenn diese einmalige Konstellation vermutlich eher per Zufall entstand, besteht eine gewisse Chance, dass sich der erzielte Effekt derart positiv auf die einzelnen Distributionen auswirkt, dass man sich vielleicht doch bald auf gemeinsame Releasezyklen festlegen kann. Beim jetzigen Fahrplan stehen die Chancen für Ubuntu, Red Hat und Suse Linux Enterprise sehr gut, da Ubuntu halbjährlich, Red Hat und Novell alle acht Monate ein neues Release veröffentlichen. Der kleinste gemeinsame Nenner liegt somit bei 24 Monaten — genau der von Mark angestrebten Kadenz.






Schöne Konstellation, dass die großen Distributionen voraussichtlich die gleiche Kernelversion verwenden werden. Dies gibt die Möglichkeit Erfahrungen mit Distributionsübergreifenden Kerneln zu erlangen. Dies könnte zu extrem stabilen Kerneln und sogar zu einer Art regelmäßigen Major-Kernel vom Kernel-Team führen. Nach dem Entwicklungsmodell der 2.6er Serie ein weiterer Schritt nach Vorne. Ich möchte jedoch den Gedanken in den Raum werfen, dass ein Kernel, der von sehr vielen Distributionen genutzt wird einem erhöhten Angriffsrisiko ausgesetzt sein könnte. Es wird immer wieder als einer der Gründe, warum Linux vor Schädlingen verschont bleibt, der geringe Marktanteil erwähnt. Dies ist, abgesehen von vielen anderen Gründen, nur… Mehr »
Das sehe ich nicht so. Die Kiddie-Tools haben sowieso dutzende Kernel-Fingerprints zum prüfen, daher ist es nicht wirklich ein Schutz, möglichst verschiedene Versionen zu benutzen. Im Gegenteil sehe ich den Vorteil, dass solche alten Bugs wie der letzten Sommer (ich erinnere mich nicht mehr, was es war, aber das er einige Jahre unbemerkt geblieben ist) seltener vorkommen. Denn dann würden Millionen Server und hunderte Millionen Endbenutzer einen bestimmten Kernel dermassen quälen, dass es am Anfang ziemlich viel mehr Bugzillas geben dürfte und das wäre sehr gut, denn wir wissen nicht wirklich, wieviele sonst unentdeckt blieben (womöglich wieder für Jahre).
Es ist doch ein bisschen komisch … was Shuttleworth als “Kernkomponenten” (Kernel, Xorg, gcc, …) bezeichnet, ist doch genau da was Greg Kroah Hartman das “Linux Ökosystem” genannt hat. Und genau da wurde Kritik an Ubuntu laut, daß sie als kommerzieller Distributor zu wenig an die Community zurückgeben. https://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Gibt-Ubuntu-zu-wenig-zurueck Tut mir leid, aber hier könnte der Eindruck entstehen, daß Shuttleworth einfach anderen Distributoren, die eben z.B. auch am Kernel arbeiten den Wind aus den Segeln nehmen will. Diese sollen mit der Veröffentlichung ihrer Entwicklungen eben warten, bis Ubuntu sie auch integriert hat. Und, machen wir uns nichts vor Ubuntu, Novell… Mehr »
ATA Trim nicht zu unterstützen halte ich für sehr problematisch, weil die Performance/Wear leveling Probleme mit vollen SSDs bekannt sind. Es ist doch abzusehen, dass sich sowohl im Server- als auch im Desktop Bereich SSDs durchsetzen werden.
DRBD läuft in einem mir gut bekannten Großprojekt seit Jahren problemlos. Warum es erst in 2.6.33 offiziell Einzug hält habe ich noch nie verstanden. RAID übers Netz (DRBD) im Zusammenspiel mit Heartbeat ist einfach praktisch und praktikabel.
Mich würde es sehr stören, wenn sich tatsächlich alle langlebigeren Distributionen auf 2.6.32 (mehr oder weniger angepasst) einschiessen würden.
Fedora ist besstimmte bekannter als SLES,
das ich überhaupt nicht kenne. OpenSuse fählt, auch wenn man von den großen Distros spricht..
Es geht um länger unterstützde Distributionen, das sind in aller Regel die Enterprise-Editionen. Das sind für OpenSuse etwa SLES, für Fedora Red Hat Enterprise Linux. Ubuntu unterscheidet das nicht und Debian gibt es nur als Communityedition.