Ubuntu ist wirklich sehr Menschlich

Humanity to Kittens!

Ubuntu ist wirklich sehr Menschlich

Canonical übersetzt “Ubuntu” mit “Humanity to others”, also “den anderen gegenüber menschlich sein”. Menschlich ist jedoch nicht immer von Vorteil, denn Menschen prägen sich vor allem durch ihre Fehler aus. Also muss man bei “Ubuntu” den Menschen auch verzeihen das sie solche sind.

Wie komme ich zu solch einen Gedanken? Ich konnte mir mein Wochenende doch noch gut vor dem Bildschirm einrichten, in dem ich mein Notebook und den Desktop vom stabilen Ubuntu 9.04 auf die 09.10 Beta aktualisiert habe.

  1. Die Hauptmotivation für Leute wie mich die ein Produkt in der Testphase verwenden wollen ist Neugierde. Manchmal auch der Bedarf nach neuen Funktionen die noch im Test sind.
  2. Die Hauptmotivation eines Herstellers wie Canonical, einen öffentlichen Produkttest zu veranstalten ist es Fehler zu finden, um diese für das stabile Produkt bereinigen zu können….

… und davon gibt es bei “Karmic Koala” (wie die nächste Version heißen wird) noch viele. Täglich schreit dieses tolle Programm namens “Apport” das es wieder ein paar abgestürzte Programme zu melden hat. Als Beta Tester hat man ja gerade zu die Moralische Pflicht diese Fehler zu melden. Das hat viele Vorteile:

  1. Ich bekomme dafür “Karma” im Launchpad.
  2. Die Entwickler bekommen die Chance einen bösen Fehler auszumerzen, bevor er im produktiv Umfeld auftreten kann.
  3. Ich bekomme ein besseres Endprodukt
  4. Ich kann mir auch noch richtig cool vorkommen, denn ohne mich wäre dieses Teil nicht ganz so gut geworden.

Also: Beta Tests sind cool! – Meiner Meinung nach. Leider gibt es auch die andere Seite der Medaillie:

Immer mehr Menschen fangen an den Anspruch auf Fehlerfreie gratis Beta Software zu entwickeln und werden schnell patzig wenn der Fehler der Sie betrifft nicht auf der Stelle behoben wird. In dem Fall ein Schönheitsfehler im neuen Ubuntu One Service, der alle Dateien als “mit dem Internet,synchronisiert” markiert.

Was werden die Folgen sein, wenn ich die Entwickler auf die ich angewiesen bin mit bissigen Meldungen ans Bein pinkle?

  1. Mein Bugreport wird prinzipiell nicht so stark beachtet (auch wenn er sehr kritisch wäre)
  2. Wenn er in Bearbeitung ist wird sich der Entwickler nicht so gerne bei mir melden – da ich ja ein unangenehmer Zeitgenosse bin, mit dem man nicht so gerne reden wird.
  3. Mit gestörter Kommunikation kann sich die Bearbeitung ziehen, falls noch Infos benötigt werden.
  4. Bei entsprechenden Auftreten solcher Vorfälle wird dieser Entwickler so schnell keine frühen Beta Phasen mehr starten.
  5. Ich kann dadurch als Anwender nicht mehr so früh in der Entwicklung Einfluss nehmen.
  6. Das Endprodukt wird dementsprechend nicht so gut werden.
  7. Im Falle dieses Bugs, kann es auch noch dazu führen das sich andere Tester mehr auf die Unart eines Individuum konzentrieren, als Sinnvolle Informationen in die Kommentare zu schreiben.

Die Moral dahinter:

Menschen machen Fehler – da sie nun mal Menschen sind. Ubuntu heißt alle Menschen (auch Trolle) als Menschen zu akzeptieren und ihnen Menschlich zu begegenen. Egal ob Sie einen Fehler gemacht, oder ihn gemeldet haben.

Wenn wir alle einmal tief Ausatmen bevor wie den Bugzilla (u.s.w.) öffnen und es schaffen einen Fehler ohne persönliche Gefühle zu begegnen – egal ob Entwickler, oder Anwender – Dann können wir alle zusammen bessere Software entwickeln.

Wenn wir das wirklich mal schaffen, können wir diese Attitüde in die Welt hinaus tragen, in die Arbeit, in die Familie, in die Vereinssitzung, u.s.w. Genau mit so einfachen Kleinigkeiten können wir eine bessere Welt für uns gestalten.

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