Markdown-Dateien enthalten anstelle kryptischer Syntax klare und übersichtliche Formatanweisungen. Der Einsatz des Formats geht deutlich über das Verfassen reiner Texte hinaus.
Die Auszeichnungssprache Markdown (MD [1]) hilft, rasch präsentable Dokumente zu erstellen. Sie eignet sich ebenso für übersichtliche Notizen wie für umfangreiche Texte wie Arbeitsanleitungen oder Webseiten. Mit wenigen einfachen Formatanweisungen entstehen attraktive Resultate, zum Schreiben genügt ein gewöhnlicher Texteditor. Selbst Datenbank-Reports und andere Rechenergebnisse aus der Datenverarbeitung lassen sich mit Markdown im Handumdrehen aufhübschen. Nicht zuletzt eignet sich eine MD-Rohdatei für die Langzeitspeicherung. Selbst Textdateien aus dem letzten Jahrhundert lassen sich damit aufbereiten, nur der Zeichensatz muss an das heute vorherrschende UTF-8 angepasst werden.
Die Informationen in diesem Artikel orientieren sich am Pandoc-Markdown [2]. Die Vorgehensweise ähnelt der bei LaTeX: Sie erstellen die MD-Datei, übersetzen Sie mit Pandoc ins Zielformat (PDF, HTML, EPUB, ODT, RTF, LaTeX etc.) und verwenden anschließend ein passendes Ausgabeprogramm. Daneben bietet sich die Nutzung eines speziellen Markdown-Editors mit eingebauter Vorschau an. Für das Lesen der MD-Datei genügt ein Markdown-Reader im Terminal.
Markdown-Elemente
Ursprünglich wurde Markdown für das Erstellen einfacher HTML-Dokumente konzipiert. Die Entwicklung von 2004 bis heute hat uns eine Reihe verschiedener Dialekte beschert, die unterschiedliche Ausrichtungen aufweisen.
In einer Markdown-Datei, die in der Regel die Endung .md hat, kommen relativ wenige Syntaxelemente zum Einsatz. Der Inhalt der Tabelle “Markdown-Elemente” zeigt zwar nicht alle Möglichkeiten auf, deckt aber fast alle Situationen aus der Praxis ab. Die einfach anmutende Syntax eignet sich selbst für Sehbehinderte [3]. Setzen Sie die Zeilen aus Listing 1 an den Anfang der Datei, dann erscheinen diese Metainformationen in einigen Zielformaten, darunter EPUB und PDF.
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Bereich/Auszeichnung |
Syntax/Hinweis |
|---|---|
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Absatzgestaltung |
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Zeilenumbruch |
Pipe ( |
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Absatz |
Leerzeile |
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Absatz einrücken |
Größer-Zeichen ( |
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Gliederungselemente |
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Überschrift erste Ebene |
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Überschrift zweite Ebene |
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[…] |
[…] |
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Überschrift sechste Ebene |
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Nummerierung einer Überschrift unterdrücken |
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Textauszeichnung |
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Kursivierung |
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Fettung |
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Kursivierung und Fettung |
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Quellcode |
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Codeblock |
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Syntaxhervorhebung aktivieren |
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Hochstellung |
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Tiefstellung |
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Entwerten von Sonderzeichen |
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Link |
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Fußnote numerisch |
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Fußnote mit Link |
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Kommentarblock |
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Aufzählungen, Listen |
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Liste mit Aufzählungszeichen |
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Nummerierung |
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automatische Nummerierung |
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Nummerierung vorgeben |
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Liste mit Buchstaben/römischen Zahlen |
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Sonstiges |
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Abbildung einfügen |
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Bildunterschrift unterdrücken |
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variable Bildauflösung |
Dateiname ohne Endung eingeben |
Listing 1
Titel, Autor, Datum
% Titel des Dokuments % Autor des Dokuments % Erstellungsdatum
Ghostwriter
Viele gängige Editoren unterstützen die Syntaxhervorhebung für Markdown-Dokumente, darunter Vim, Nano und Kate. Für mehr Komfort und ein flüssigeres Arbeiten greifen Sie allerdings besser zu einem spezialisierten Markdown-Editor mit integrierter Vorschau wie Ghostwriter [4].
Das Programm (Abbildung 1) stellt keine großen Ansprüche an den Rechner. Die Spalte ganz links visualisiert anhand der Überschriften die Struktur des Dokuments. In der mittleren Spalte editieren Sie den Text, rechts davon sehen Sie eine Vorschau. Sie zeigt, wie das Dokument (in etwa) im Zielformat aussieht. Um eine bessere Vorabeinschätzung am Bildschirm zu erhalten, stellen Sie unter Einstellungen | Vorschauoptionen den Markdown-Dialekt ein, der zum Einsatz kommen soll.

Abbildung 1: Ghostwriter zeigt den Markdown-Quelltext und eine Vorschau des fertigen Dokuments nebeneinander an.
Ghostwriter bietet verschiedene Arbeitsansichten (Abbildung 2). Das Programm lässt sich in einen augenfreundlichen Dunkelmodus versetzen. Klicken Sie dazu auf das Mondsichelsymbol. Die Live-Vorschau schalten Sie über das Icon mit dem Schrägstrich ein oder aus. Mit dem sogenannten Hemingway-Modus schalten Sie die Rückschritttaste (Backspace) ab. Die Philosophie dieses Modus besteht darin, zuerst den Text einfach zu erfassen, ohne Rücksicht auf Fehler und Unstimmigkeiten. Erst nach dem Erfassen überarbeiten Sie dann den Text. Ein Klick auf das Kopfhörersymbol setzt oder beendet den ablenkungsfreien Modus (Fokus-Modus). Dabei bleibt mehr oder weniger nur der Editorbereich sichtbar. Der Vollbildmodus bietet sich beim Arbeiten auf kleinen Reise-Laptops oder Bildschirmen an.
Die wichtigsten Textauszeichnungen rufen Sie in Ghostwriter bei Bedarf über das Menü Format ab (Abbildung 3).

Abbildung 3: Über das Menü Format erreichen Sie in Ghostwriter die wichtigsten Formatierungsanweisungen.
Dokumente erstellen
Möchten Sie im Anschluss an das Editieren verschiedene Zielformate aus einer Quelldatei bedienen, fallen die Ergebnisse unter Umständen recht unterschiedlich aus. Beispielsweise klappt das Unterstreichen nicht für LaTeX und PDF. Geben Sie, was problemlos möglich ist, originalen LaTeX-Code dazu ein, dann tauchen die Unterstreichungen auch im PDF-Ziel auf. Die Tabelle “Unterschiede” stellt die Ergebnisse für das Unterstreichen und die Quelltextdarstellung gegenüber.
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Format |
Unterstreichen |
Darstellung (Listings) |
|---|---|---|
|
HTML |
|
ohne Farbe |
|
PDF / LaTeX |
|
mit Farbe |
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RTF |
– |
ohne Farbe |
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ODT |
– |
ohne Farbe |
Alternativ laden Sie das zu diesem Artikel gehörende Musterblatt aus dem Download-Bereich herunter und holen es über den Dialog Datei | Öffnen… in den Editor. Dieses Dokument ist darauf ausgelegt, Sie bei Ihren ersten Schritten in der Markdown-Welt zu unterstützen.
Export mit Ghostwriter
Nach dem Speichern des Markdown-Dokuments über das Menü Datei klicken Sie auf Export und legen im folgenden Dialog den zu verwendenden Konverter (Abbildung 4) und das Zielformat (Abbildung 5) fest. Im sich danach öffnenden Dateidialog klicken Sie auf Speichern, um die Ausgabe anzustoßen.
Beim Erstellen von PDF-Dokumenten fällt auf, dass Bildunterschriften englischsprachige Bezeichner (figure) verwenden. In solchen Fällen hilft es, mit Ghostwriter eine LaTeX-Datei zu erstellen und in deren Header den Eintrag \usepackage[german]{babel} zu ergänzen. Anschließend übersetzen Sie die LaTeX-Datei mit Pdflatex.
Problemfall Tabellen
Möchten Sie Datenbankausgaben in Tabellen verwenden, müssen Sie sie in der Regel manuell nachbearbeiten. Psql [5], der Shell-Client von PostgreSQL, bietet allerdings die Möglichkeit an, die Ausgabe statt als reinen Text im HTML- oder LaTeX-Format zu erzeugen. Als HTML wirkt die Tabelle in der Vorschau aufgehübscht, diese Variante empfiehlt sich auch für EPUB als Ziel. Die LaTeX-Version der Tabelle erscheint korrekt in der PDF-Datei.
Wollen Sie aus einer Quelle verschiedene Zielformate erstellen, bleibt derzeit nur die Nutzung von reinem Text. Dabei maskieren Sie die Tabelle mittels ~~~ vor und nach dem Tabellenblock als Code. Solange die Ausgabe die maximale Zeilenlänge nicht überschreitet, ist das ein gangbarer Weg, auch wenn das Ergebnis eher altbacken wirkt.
Die Datenbankabfragen für die Ausgabe als Reintext, HTML und LaTeX zeigt Listing 2. Hier bestimmt die zweifach vorkommende Option -P das Ausgabeformat, wobei -P border=3 das Tabellengitter erzeugt. Die Abfragestatistik am Ende der Ausgabe unterdrückt -P footer. Die Tabelle “Tabellenformate” zeigt, welches Tabellenformat sich für welches Zielformat eignet.
Falls Sie die Markdown-Datei mit einem Texteditor erstellt haben oder für das Generieren der Ausgabedatei noch weitere Anweisungen hinzufügen möchten, nutzen Sie dazu am besten Pandoc.
Listing 2
Datenbankabfragen mit Psql
### nur Text $ psql -P border=3 -P footer \ -c "select * from TABELLE;" >> ausgabe.md ### HTML-Ausgabe $ psql -P format=html -P border=3 -P footer \ -c "select * from TABELLE;" >> ausgabe.md ### LaTeX-Ausgabe $ psql -P format=latex -P border=3 -P footer \ -c "select * from TABELLE;" >> ausgabe.md
|
Tabelle |
PDF/LaTeX |
HTML |
ODT |
EPUB |
|---|---|---|---|---|
|
LaTeX |
ja |
nein |
nein |
nein |
|
HTML |
nur Text |
ja |
nur Text |
ja |
|
Code |
ja |
ja |
ja |
ja |
Markdown mit Pandoc
Pandoc ermöglicht das Konvertieren einer Markdown-Datei in die Zielformate PDF, HTML, EPUB und LaTeX. Für PDF-Ausgaben müssen Sie vorab TeX/LaTeX installieren.
Pandoc stellt umfangreiche Optionen bereit (Tabelle “Pandoc: Optionen”). Besonders vor dem Erstellen von E-Books sollten Sie unbedingt die umfangreiche Manpage bezüglich des Einbringens der Metadaten studieren. Was die Größe des Titelbilds für E-Books betrifft, weist die Hilfeseite auf eine maximale Größe von je 1000 Pixel für Länge und Breite hin.
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Option |
Syntax |
|---|---|
|
Ausgabedatei angeben |
|
|
Ausgabeformat |
|
|
Eingabeformat |
|
|
Spracheinstellung für Ausgabe |
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Bildgröße an Zielformat anpassen(1) |
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|
Inhaltsverzeichnis erstellen |
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|
Nummerierungstiefe für Inhaltsverzeichnis |
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|
Nummerierung der Abschnitte |
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E-Books |
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|
Metadaten für E-Book |
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|
Titelbild für E-Book |
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Listen |
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Erweiterungen |
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unterstützte Ausgabeformate |
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unterstützte Eingabeformate |
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|
unterstützte Syntaxhervorhebungen |
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Syntax-Styles |
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(1) in Markdown-Datei Bilddatei ohne Endung eintragen |
|
Um beispielsweise das Musterblatt zum Artikel als PDF-Datei mit Inhaltsverzeichnis, nummerierter Gliederung, deutschsprachigen Gliederungselementen und angepasster Bildauflösung zu erstellen, verwenden Sie die Anweisung aus der ersten Zeile von Listing 3. Ein Beispiel für die Konvertierung eines HTML-Dokuments in eine PDF-Datei zeigt die zweite Zeile. Auf diese Weise lassen sich auch Datenbankausgaben als PDF umsetzen.
Listing 3
Konvertieren mit Pandoc
$ pandoc --toc --number-sections --default-image-extension=pdf -V lang=de -o Musterblatt-pandoc.pdf Musterblatt.md $ pandoc -f html -t pdf -o datei.pdf datei.html
Markdown mit Glow
Im Terminal zeigen Sie Markdown-Dateien mit Glow [6] an. Das in Go geschriebene Tool eignet sich auch für die Anzeige von Laufzetteln, Terminerinnerungen oder Arbeitsplänen. Sie verwenden es wahlweise im CLI- oder im TUI-Modus. Die wichtigsten Aufrufoptionen zeigt die Tabelle “Glow: Optionen (Auswahl)”. Sie beenden Glow in jedem Fall mit einem Druck auf die Taste [Q].
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Aktion |
Option |
Hinweis |
|---|---|---|
|
Konfiguration |
|
– |
|
Dateien und Ordner auflisten |
|
Suche mit |
|
Zeilennummern verwenden |
|
– |
|
Dateiauswahl |
|
alternativ ohne Angabe eines Dateinamens. |
|
seitenweises Blättern |
|
– |
Rufen Sie Glow ausschließlich mit dem Namen der anzuzeigenden Datei als Parameter auf, startet es im CLI-Modus. Er dient der reinen Anzeige und rendert das komplette Dokument auf den Bildschirm. Beim Aufruf mit zusätzlichen Schaltern oder Parametern startet das Werkzeug dagegen im interaktiven TUI-Modus, in dem Sie durch das Dokument blättern und es durchsuchen können. Die wichtigsten Tastaturbefehle für die Anzeige finden Sie in der Tabelle “Glow: Kommandos”.
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Aktion |
Kommando |
|---|---|
|
Dateimodus |
|
|
Auswahl Datei/Verzeichnis |
Pfeiltasten |
|
gewählte Datei anzeigen |
Eingabetaste |
|
Dateiliste auffrischen |
[R] |
|
Dateien suchen |
|
|
zwischen allen und ausgewählten Dateien springen |
[Tab] |
|
Auswahl aufheben |
[Esc] |
|
Datei im Editor öffnen |
[E] |
|
Anzeigemodus |
|
|
zeilenweises Blättern |
[Pfeil-oben]+ / [Pfeil-unten] |
|
seitenweises Blättern |
[Bild-auf]+ / [Bild-ab] |
|
Suchen |
|
|
Anzeige beenden |
[Esc] |
|
Hilfe |
[Umschalt]+[ß] |
In Abbildung 6 sehen Sie Glow im TUI-Modus bei der Dateiauswahl. Hier steuern Sie mit den Pfeiltasten das gewünschte File an und öffnen es mit einem Druck auf die Eingabetaste. Alternativ benutzen Sie die Suchfunktion. In Abbildung 7 sehen Sie die Darstellung einer Markdown-Datei. Glow arbeitet an dieser Stelle ebenfalls im TUI-Modus, wie man an der letzten Zeile im Terminal erkennen kann. Durch Drücken von [E] starten Sie einen Editor, mit dem Sie das Markdown-Dokument bearbeiten.
Rufen Sie Glow mit der Option -p und dem Dateinamen auf, steht Ihnen über /Suchbegriff eine Suchfunktion innerhalb des Markdown-Texts zur Verfügung. Übereinstimmungen mit dem Suchbegriff erscheinen invers markiert. In Abbildung 8 haben wir zunächst nach “klappt” gesucht und dann zur besseren Erkennbarkeit “SUCHBEGRIFF” in das Suchfeld eingetragen.
Tipps & Tricks
Der Arbeitsaufwand für das Generieren von Dokumenten beliebiger Typen aus Markdown-Dateien lässt sich am besten per Shell-Skript in Grenzen halten. Listing 4 demonstriert das für die E-Book-Erstellung. Neben dem Markdown benötigen Sie dazu noch eine YAML-Datei (Listing 5) mit einigen Angaben zum Werk. Die Namen der Ausgabedateien setzen sich aus der Benutzereingabe, einer Datumsangabe und der zum Format passenden Endung zusammen. Ein Überschreiben erlaubt das Skript nicht: Das nachträgliche Löschen älterer Versionen verursacht weniger Ärger.
Listing 4
dokukonvert.sh
#! /bin/bash
if [ -z $1 ]; then
echo "Keine Eingabedatei angegeben - ABBRUCH!"
exit
fi
echo "Eingabedatei: $1"
read -p "Ausgabedatei: " ausgabe
read -p "Titel für E-Book: " titel
read -p "Titelbild für E-Book: " titelbild
read -p "Metadaten-Datei: " metas
datum=$(date +%d-%m-%Y-%H-%M)
# Erzeuge PDF
echo "---------------- PDF-Lauf ------------------"
pandoc --verbose --toc --number-sections \
--default-image-extension=pdf -V lang=de \
-o "$ausgabe-$datum.pdf" $1
# Erzeuge HTML
echo "---------------- HTML-Lauf -----------------"
pandoc --verbose --number-sections \
--default-image-extension=html \
---V lang=de -o "$ausgabe-$datum.html" $1
# Erzeuge EPUB
echo "--------------- EPUB-Lauf ------------------"
if [ -z "$titelbild" ]; then
pandoc --verbose --toc --number-sections \
--default-image-extension=epub -V lang=de \
--metadata title="$titel" \
--epub-metadata "$metas" \
-o "$ausgabe-$datum.epub" $1
else
pandoc --verbose --toc --number-sections \
--default-image-extension=epub -V lang=de \
--metadata title="$titel" \
--epub-cover-image="$titelbild" \
--epub-metadata "$metas" \
-o "$ausgabe-$datum.epub" $1
fi
echo "--------------- DATEIEN --------------------"
echo ""
ls -1t | grep "$datum"
echo ""
echo "--------------- FERTIG! --------------------"
Listing 5
metas.xml
<dc:rights>Copyright 2025 Günther Mustermann</dc:rights> <dc:description>Musterblatt für Markdown</dc:description> <dc:language>de</dc:language> <dc:publisher>Kleingekläff, Großmiau</dc:publisher> <dc:identifier id="978-1234567890"> </dc:identifier>
TIPP
Im Download-Bereich zu diesem Artikel finden Sie ein Musterblatt im Markdown-Format sowie einige mit dem Shell-Skript aus Listing 4 daraus erzeugte PDF-, HTML- und EPUB-Ausgaben. Die Muster-XML-Datei für die EPUBs sowie das Shell-Skript liegen ebenfalls bei.
Fazit
Es gibt viele Werkzeuge, die es ermöglichen, mit Markdown-Dateien zu arbeiten. Zahlreiche gängige Editoren offerieren mittlerweile eine passende Syntaxhervorhebung. Spezielle Markdown-Editoren bieten darüber hinaus eine Echtzeitvorschau und eine Exportfunktion, bei der Sie jedoch in der Regel nur wenig Einfluss auf das Ergebnis haben. Mit Pandoc steht Ihnen ein mächtiges Konvertierungsprogramm zur Verfügung, mit dem Sie das Ausgabeformat weitgehend an Ihre Vorstellungen anpassen können. Per Shell-Skript klappt die Ausgabe in das gewünschte Zielformat in einem Rutsch. Es bleibt ein ambitioniertes Ziel, aus einer Quelldatei verschiedene Ausgabeformate zu bedienen. (jlu)
Der Autor
Harald Zisler beschäftigt sich seit den frühen 1990er-Jahren mit FreeBSD und Linux. Zu Technik- und EDV-Themen verfasst er Bücher und Zeitschriftenbeiträge.
Glossar
-
TUI
-
Terminal User Interface. Zeichenorientierte pseudografische Oberfläche im Terminal, meist auf Basis der Bibliothek Ncurses realisiert.
Infos
-
Markdown: https://markdown.de
-
Pandoc: Daniel Tibi, “Bäumchen wechsle dich”, LU 09/2018, S. 58, https://www.linux-community.de/41552
-
Markdown für Sehbehinderte: https://elvis.inf.tu-dresden.de/wiki/index.php/Markdown_-_Eine_%C3%9Cbersicht
-
Ghostwriter: https://ghostwriter.kde.org/de/
-
Psql (Manpage): https://www.postgresql.org/docs/current/app-psql.html












MD-Editoren haben auch Obsidian und Zettlr. In beiden Programmen kann man den Text in beliebige Formate exportieren. Selbst für ausgefallene Formate gibt es Erweiterungen.