Cloud-Dienste zum Speichern von Daten gibt es inzwischen in vielen Facetten. Damit Sie den für Sie richtigen finden, haben wir sieben Unternehmen getestet.
Cloud-Dienste erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Allerdings stellt sich für jeden Anwender bei der Auswahl eines Cloud-Speicherdiensts die Frage, wem man seine Daten anvertrauen kann. Dabei spielen angesichts der Enthüllungen von Edward Snowden Verschlüsselungstechnologien eine gewichtige Rolle. Das gilt auch für die Standorte der Serversysteme und – damit einhergehend – die Rechtslage in den betreffenden Ländern: In den USA müssen Kommunikationsanbieter aufgrund des USA PATRIOT Act gegen Vorlage eines sogenannten National Security Letters jederzeit im Schnellverfahren Kundendaten an Behörden herausgeben.
Üblicherweise kommen Cloud-Dienste beim kollaborativen Arbeiten zum Einsatz, bei dem es gilt, die Daten aller Beteiligten synchron zu halten. Viele Dienste bieten darüber hinaus auch eine Versionshistorie, mit deren Hilfe sich Änderungen an Dateien nachvollziehen lassen. Aufgrund der wachsenden Speicherkontingente nutzen viele Anwender die Dienste aber auch zum Filesharing – nicht zuletzt deswegen, weil viele E-Mail-Provider nach wie vor die Maximalgröße von Dateianhängen auf wenige Megabyte limitieren. Der Cloud-Speicher bietet in solchen Fällen eine bequeme Option, die Daten durch entsprechende Freigaben zu verteilen.
Der vorliegende Artikel berücksichtigt daher neben Sicherheitsaspekten und dem kostenlosen Speicherkontingent der einzelnen Anbieter auch die Ergonomie der Cloud-Dienste zum manuellen Hoch- und Herunterladen von Dateien.
Copy
Der Anbieter Copy [1] gehört zum kalifornischen Unternehmen Barracuda Networks Inc., das als Entwickler von Sicherheitslösungen im IT-Sektor international einen guten Ruf genießt. Allerdings gilt es, zu berücksichtigen, dass die Server in den USA stehen, womit sie sich zum Speichern sensibler Daten eher weniger eignen. Das bestätigt auch ein Blick in die Datenschutzbestimmungen [2]: Copy behält sich verschiedene Optionen zur Nutzung privater Daten seiner Kunden vor.
Das Unternehmen bietet jedem Anwender, der sich über die Webseite registriert, 15 GByte freien Speicherplatz an. Durch Bonusprogramme, etwa das Einladen neuer Nutzer, erhöhen Sie diesen auf 20 GByte. Benötigen Sie mehr Speicherplatz, erhalten Sie als Privatkunde mit der “Pro”-Variante 250 GByte Speicher zu einem Preis von 4,99 US-Dollar monatlich. Für Unternehmen bietet Copy besondere “Company”-Tarife für ein oder mehr TByte Speicherkapazität. Dieser richtet sich in der Preisgestaltung zusätzlich nach der Anzahl der Benutzer.
Copy bietet zum Verwalten und Nutzen des Diensts neben der obligatorischen Weboberfläche auch spezielle Client-Software für mehrere Plattformen an. Für Linux laden Sie dazu von der Webseite ein knapp 50 MByte umfassende TGZ-Archiv über die Schaltfläche Install desktop app herunter und installieren das Programm. Anschließend rufen Sie den grafischen Client im Terminal durch den Befehl ./CopyAgent auf, der zunächst entweder die Anmeldung an einem bereits bestehenden Konto ermöglicht oder ein neues anlegt. Dabei legt das Programm auf der lokalen Festplatte einen Ordner namens Copy an, dessen Inhalt es zukünftig mit dem Cloud-Speicher abgleicht.
Ein aktiver Copy-Agent platziert im System-Tray der Arbeitsoberfläche ein Symbol. Ein Klick mit der rechten Maustaste darauf öffnet ein Kontextmenü. Hier rufen Sie die wichtigsten Grundfunktionen des Cloud-Diensts auf, ohne sich umständlich einarbeiten zu müssen. Detaillierte Einstellungen nehmen Sie im Fenster Preferences… vor, das Sie ebenfalls über das Hauptmenü erreichen (Abbildung 1).
Um Dateien für andere Nutzer zugänglich zu machen, klicken Sie im Menü des Applets im System-Tray auf den Eintrag Visit Copy Website. Daraufhin erscheint im Browser Ihre persönliche Seite des Diensts, die auf der rechten Seite die in der Cloud befindlichen Dateien auflistet. Hier markieren Sie die zu teilende Datei durch einen Rechtsklick und wählen im Kontextmenü den Eintrag Share. Anschließend geben Sie durch Eingabe einer E-Mail-Adresse den Empfänger an (Abbildung 2). Der Dienst erlaubt, das Objekt mit mehreren Nutzern oder Gruppen zu teilen und für diese gesonderte Rechte im Umgang mit der Freigabe festzulegen.
Der Empfänger sieht im Fenster Preferences… | Sharing unter Received die erhaltene Datei inklusive der gegebenen Rechte ein. Ein Doppelklick auf den Dateinamen öffnet die Copy-Webseite und erlaubt den Zugriff darauf. Gemäß der vergebenen Rechte sind zudem weitere Dateioperationen möglich (Abbildung 3).
Dropbox
Das US-Unternehmen Dropbox zählt zu den größten Cloud-Anbietern weltweit und gilt als Pionier auf diesem Gebiet. Durch Client-Applikationen für verschiedenste Plattformen eignet sich der Dienst auch für den Einsatz in heterogenen IT-Umgebungen. Dropbox nutzt Amazons S3-Webservice als Speicher. Der Dienst überträgt die Pakete verschlüsselt und legt sie auch AES-verschlüsselt in der Cloud ab. Da jedoch Dropbox selbst den privaten Schlüssel speichert, findet de facto keine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung statt. Der Anbieter behält sich außerdem die vollen Zugriffsrechte auf Ihre gespeicherten Daten für die Fälle vor, in denen er dazu verpflichtet ist [3].
Das Unternehmen bietet das Setup für Linux im DEB- und RPM-Format sowie als Quelltext zum Download an [4]. Dabei handelt es sich um ein Initialisierungsprogramm, das nach dem Start erst den eigentlichen Dropbox-Client herunterlädt und installiert. Dieser öffnet sich danach und fragt die Zugangsdaten ab. Falls Sie sich noch nicht registriert haben, holen Sie das mit einem Klick auf Registrieren im Login-Fenster nach. Auch Dropbox legt bei der ersten Anmeldung auf der lokalen Festplatte einen gleichnamigen Ordner an, in dem die Software die zu synchronisierenden Daten speichert.
Das freie Speicherkontingent fällt mit lediglich 2 GByte deutlich geringer aus als bei Copy. Allerdings bietet auch Dropbox Möglichkeiten, den freien Speicher etwa durch das Anwerben neuer Mitglieder zu erhöhen. Für private Nutzer stellt das Unternehmen lediglich eine Option in Form eines 1-TByte-Upgrades bereit, das 9,99 Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr kostet. Beim Einsatz in Unternehmen richtet sich der Preis nach der Speichergröße und Nutzerzahl.
Das Teilen von Dateien gelingt bei Dropbox ähnlich unkompliziert wie bei Copy über die Webseite: Zunächst legen Sie einen Ordner an, in dem Sie die zu teilenden Inhalte speichern. Das erledigen Sie entweder im lokalen Dropbox-Ordner mit dem Dateimanager oder alternativ per Drag & Drop im Webbrowser. Nach erfolgreichem Hochladen in die Cloud klicken Sie in der Web-GUI auf den zu teilenden Ordner, wodurch rechts in der Zeile die Schaltfläche Freigeben erscheint. Ein Klick darauf öffnet ein Optionsfenster, in dem Sie wählen, ob Sie lediglich einen Link zum Download versenden möchten oder ob die Empfänger die freigegebenen Daten auch direkt bearbeiten dürfen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Bei Dropbox teilen Sie Ihre Daten bequem über die Web-GUI mit anderen Nutzern oder senden diesen Freigabe-Links per E-Mail zu.
Nach Auswahl einer Freigabe-Option fordert Sie das nächste Fenster auf, Nutzer einzuladen. Wie bei Copy tragen Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein, der Zugriff auf die Freigaben erhalten soll. Nach Empfang der Nachricht entscheidet dieser, ob er die Einladung annimmt oder ablehnt. Sofern der Empfänger selbst einen Dropbox-Account besitzt, integriert der Service nach der Annahme die freigegebenen Daten in den Speicher des Empfängers. Im Webbrowser sieht dieser zusätzlich, welche Nutzer auf die freigegebenen Daten zugreifen dürfen (Abbildung 5).
Google Drive
Der Suchmaschinenriese Google stammt wie Copy und Dropbox aus den USA und unterliegt somit ebenfalls dem USA PATRIOT Act. Der Cloud-Dienst Google Drive stellt Ihnen 15 GByte kostenloses Speicherkontingent zur Verfügung, das Sie durch verschiedene Abo-Modelle bei Bedarf kostenpflichtig erweitern. Voraussetzung für die Nutzung von Google Drive ist eine einmalige Anmeldung, die auch gleich für alle anderen Google-Dienste gilt.
Anders als die meisten kostenfreien Cloud-Dienste verlangt Google bereits bei der Anmeldung die Angabe einer Vielzahl persönlicher Daten wie Geburtsdatum, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Dabei prüft der Dienst die Daten bereits bei der Eingabe auf Plausibilität.
Google sendet Ihnen vor dem Aktivieren Ihres Kontos eine Opt-in-Mail an die angegebene E-Mail-Adresse; sofern Sie eine Telefonnummer angeben, erhalten Sie auch eine SMS. Durch die Eingabe des Bestätigungscodes in der Anmeldeseite verifizieren Sie die Nummer als Ihre. Nach der erfolgreichen Anmeldung erhalten Sie direkten Zugriff auf alle Dienste. Google Drive begrüßt Sie dabei mit einer aufgeräumten Weboberfläche.
Obwohl seit Jahren angekündigt, bietet Google bislang noch immer keinen Linux-Client an. Dieses Defizit nutzen findige Entwickler und bieten einen kommerziellen Linux-Client namens Insync an [5].
In der Weboberfläche von Google Drive legen Sie zunächst einen neuen Ordner an, indem Sie auf die rote Schaltfläche Neu links im Fenster klicken und anschließend einen Ordnernamen definieren. Durch Anwahl von Neu kopieren Sie Dateien in diesen. Möchten Sie die Inhalte mit anderen Nutzern teilen, müssen Sie einen Freigabe-Link für das Objekt verschicken. Diesen erhalten Sie, indem Sie in der Übersicht das fragliche Objekt mit der rechten Maustaste anklicken und aus dem Kontextmenü Freigeben… wählen. Im anschließenden Dialog geben Sie nicht nur den Empfänger mit dessen E-Mail-Adresse an, sondern legen auch dessen Rechte fest (Abbildung 6).
Google gestattet auch die Freigabe an Empfänger, die kein Google-Konto besitzen. Diese verständigt der Dienst nach der Datei- oder Ordnerfreigabe mit einer Einladungs-Mail, aus der heraus sich die verlinkten Inhalte abrufen lassen. Bearbeitungen übermittelt Google in diesem Fall jedoch nicht über Google Drive zurück an den Absender.
Mitglieder von Google Drive erhalten im Fensterbereich Für mich freigegeben im Webbrowser eine Übersicht über die geteilten Inhalte und können diese gemäß den eingeräumten Rechten weiter bearbeiten. Das von Google online bereitgestellte Office-Paket erlaubt es darüber hinaus, an Dokumenten ohne Verwendung einer lokal installierten Bürosuite kollaborativ zu arbeiten.
MyDrive
Der in der Schweiz ansässige Cloud-Dienst MyDrive richtet sich weniger an Nutzer, die kollaborativ arbeiten möchten, sondern versteht sich eher als Online-Backup-Medium. Auch dieser Service erlaubt es, Gastbenutzern Zugriff auf bestehende Dateibestände zu gewähren. Die Softronics Communication AG, der Betreiber von MyDrive, bietet 100 MByte kostenfreies Speichervolumen, das Sie je nach Bedarf kostenpflichtig in Schritten zu je 5 GByte erweitern.
Auf den Cloud-Speicher greifen Sie von Linux aus entweder über das Web-Interface zu, oder aber Sie binden die Cloud über das WebDAV-Protokoll direkt als eigenständiges Laufwerk ins Dateisystem ein. Datenübertragungen finden dabei SSL-verschlüsselt statt. Client-Software bietet der Service nicht an.
Die Registrierung nehmen Sie bei MyDrive über die Webseite [6] vor, wobei Sie lediglich einen Nutzernamen und ein Passwort festlegen. Zum Aktivieren des Accounts sendet Ihnen der Anbieter, wie bei solchen Diensten üblich, per E-Mail einen Bestätigungs-Link. Nach dessen Anklicken begrüßt Sie MyDrive mit einem übersichtlichen Dashboard (Abbildung 7).
Um Daten im Cloud-Speicher abzulegen, schaffen Sie zunächst eine Ordnerstruktur, indem Sie über die Schaltfläche Ordner erstellen wahlfrei Verzeichnisse anlegen. Anschließend wechseln Sie in den gewünschten Ordner und klicken links im Fenster auf den Button Upload. Nun wählen Sie im Dateimanager diejenigen Dateien aus, die Sie hochladen möchten, und schließen den Vorgang mit Upload ab.
Um Daten zu teilen, definieren Sie Gastbenutzer, denen Sie verschiedene Rechte gewähren. Die kostenfreie Variante von MyDrive erlaubt jedoch nur das Anlegen eines einzigen Gasts. Sie legen diesen neu an, indem Sie links im Dashboard auf den Eintrag Einstellungen klicken und anschließend auf Gäste | Neuen Gastbenutzer erstellen. Im neuen Dialog richten Sie den Gast-Account ein und geben entsprechende Rechte vor (Abbildung 8).
Die anschließende Einladung erlaubt es dem Gast, sich mit den fraglichen Zugangsdaten anzumelden und die freigegebenen Dateien zu nutzen. Der Hauptnutzer kann jederzeit die Berechtigungen ändern, indem er hinter dem zu ändernden Ordner auf das Personen-Symbol klickt und die Rechte entsprechend modifiziert.
TeamDrive
Der in Deutschland beheimatete Cloud-Dienst TeamDrive unterliegt den scharfen deutschen Datenschutzrichtlinien. Das Hamburger Unternehmen TeamDrive Systems GmbH schaltet für Privatkunden 2 GByte kostenlosen Speicher in der Cloud frei, der sich über Freundschaftswerbungen auf maximal 10 GByte erweitern lässt. Benötigen Sie eine höhere Speicherkapazität, können Sie zwischen unterschiedlichen kostenpflichtigen Angeboten wählen.
TeamDrive stellt einen Linux-Client für verschiedene Paketverwaltungen und Hardware-Architekturen zum kostenlosen Download bereit [7]. Sie benötigen die Software zwingend für das Nutzen des Diensts. Darüber hinaus offeriert das Unternehmen auch Serverlösungen, die teilweise (je nach Nutzungsumfang) kostenfrei ausfallen und Daten lokal wie auch in der Cloud speichern. Nach dem Herunterladen installieren Sie den Client im Terminal. Während des Einrichtens erledigen Sie auch die Registrierung, wobei TeamDrive lediglich Benutzernamen, Passwort und E-Mail-Adresse abfragt. Nach Versand einer E-Mail an die angegebene Adresse und deren Bestätigung steht der Service zur Nutzung bereit (Abbildung 9).
TeamDrive verwaltet die Daten in der Cloud in sogenannten Spaces. Lokal handelt es sich dabei um nichts anderes als Verzeichnisse, die es zu erstellen gilt. Über den Client nehmen Sie auch die komplette Verwaltung des Systems vor: So teilen Sie damit nicht nur Dateien mit anderen Mitgliedern, sondern definieren auch Backup-Läufe und konfigurieren die Synchronisation. Die im Service integrierte Verlaufsverwaltung erlaubt es, beim kollaborativen Arbeiten frühere Varianten einer Datei zu rekonstruieren. Sicherheitsaspekten trägt der Hamburger Anbieter in vorbildlicher Weise Rechnung: So überträgt er alle Daten SSL-verschlüsselt und chiffriert sie zuvor nach dem AES-256-Standard, wobei der Schlüssel auf dem Client-Rechner bleibt.
Über den Dialog Mitglieder einladen teilen Sie Ihre Daten mit anderen Nutzern. Dazu geben Sie lediglich die entsprechende E-Mail-Adresse ein und bestätigen diese mit einem anschließenden Klick auf Mitglieder einladen. Der Empfänger der Einladung erhält anschließend in seinem TeamDrive-Client die Einladungs-Mail mit Angabe der eingeräumten Rechte. Erst das Anklicken von Annehmen übernimmt die Freigabe und zeigt sie in der Spaces-Ansicht an (Abbildung 10).
Yandex Disk
Yandex ist im Suchmaschinenmarkt kein Unbekannter: Im seiner Heimat Russland liegt das Unternehmen mit Sitz in Moskau bei einem Anteil von knapp 60 Prozent deutlich vor Google. In weiteren GUS-Staaten sowie der Ukraine und der Türkei expandiert Yandex mit unterschiedlichen Diensten ebenfalls zügig, wobei das Portfolio, ähnlich wie bei Google oder Yahoo, ein weites Spektrum abdeckt.
Der Cloud-Dienst Yandex Disk bietet seinen Kunden 10 GByte freien Speicherplatz, der sich durch das Anwerben von Neumitgliedern um weitere 10 GByte erweitern lässt. Für den darüber hinausgehenden Bedarf gibt es drei zusätzliche kostenpflichtige Angebote. Sofern Sie eine kostenfreie E-Mail-Adresse bei Yandex registrieren, erhalten Sie automatisch den entsprechenden Cloud-Speicher dazu. Sie können sich auch ohne E-Mail-Adresse bei Yandex für den Cloud-Dienst registrieren [8]. Anders als bei den bisher vorgestellten Diensten verschickt der Dienst nach dem Anmelden keine Bestätigungs-Mail, sondern eine SMS. Daher müssen Sie bei der Registrierung für den Cloud-Dienst anstelle einer E-Mail-Adresse zwingend Ihre Mobilfunknummer angeben. Nach erfolgreicher Anmeldung nutzen Sie Yandex Disk über eine eingängig zu bedienende Weboberfläche (Abbildung 11).
Wie MyDrive überträgt Yandex die Daten SSL-verschlüsselt, legt sie jedoch unverschlüsselt in der Cloud ab. Yandex Disk unterstützt auch das WebDAV-Protokoll, mit dem Sie den Speicher nach Belieben ins lokale Dateisystem einhängen. Für Linux-Systeme bietet das Unternehmen Kommandozeilen-Clients an, welche die Datensynchronisation automatisch vornehmen [9]. Für KDE steht zusätzlich ein grafisches Tool zur Integration in den Dateimanager bereit [10].
Um Daten für andere Nutzer freizugeben, klicken Sie im Web-Interface von Yandex Disk oben mittig auf den Link Shared folders. Im folgenden Dialog geben Sie nach einem Klick auf die Schaltfläche Create shared folder die Ordner frei, deren Inhalte Sie teilen möchten. Anschließend legen Sie in einem übersichtlichen Dialog fest, wer welche Rechte auf den freizugebenden Ordner erhält, indem Sie dessen E-Mail-Adresse eingeben und die Freigabe entsprechend bearbeiten. Zuletzt klicken Sie auf den gelben Schaler Invite, um die Einladung an den Empfänger zu senden. Der erhält durch das Anklicken des entsprechenden Links darin Zugriff auf den freigegebenen Ordner.
YourSecureCloud
Das noch sehr junge, aber aufstrebende deutsche Unternehmen YourSecureCloud [11] fokussiert mit seinem Angebot primär auf den Business-Markt und bietet für Privatkunden daher nur einen kostenlosen Testzugang. Für zahlende Privatkunden stehen sechs Tarifmodelle zur Disposition, während Business-Kunden ein individuelles Angebot anfordern können.
Bei YourSecureCloud ist der Name Programm: Der Dienst legt größten Wert auf das Einhalten höchster Sicherheitsstandards. Neben der verschlüsselten Datenübertragung realisiert er eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aller Daten, sodass weder der Anbieter noch unbefugte Dritte diese einsehen können. Die Serversysteme stehen zudem ausschließlich in deutschen Rechenzentren. Im Gegensatz zu den meisten Anbietern von Cloud-Diensten setzt YourSecureCloud bei den Massenspeichern nicht auf herkömmliche Festplattensysteme, sondern auf sehr leistungsfähige SSDs der Enterprise-Klasse, wie sie andernorts bislang wegen der sehr hohen Kosten erst vereinzelt zum Einsatz kommen.
YourSecureCloud stellt seine Dienste über ein Web-Interface namens Seahub und zusätzlich über Clients für alle gängigen Plattformen bereit [12]. Als Basis-Software dient die freie Applikation Seafile. Für Linux existieren entsprechende grafische Clients für alle Derivate von Debian, Ubuntu und Linux Mint sowie – in älteren Versionen – für ALT Linux. Für alle anderen Distributionen mit RPM-Paketmanagement und solche, die andere Paketverwaltungen nutzen, gibt es lediglich einen Kommandozeilen-Client, der rudimentäre Speicherfunktionen bietet [13].
Marcus Müller, der technische Administrator der Firma, bestätigte uns auf Anfrage, dass die von der chinesischen Firma Seafile Ltd. entwickelte Software erst ausgiebige Tests durchläuft, bevor das Unternehmen eine neue Version auf der Webseite von YourSecureCloud zum Download freigibt. Das schließt Probleme, die sich aus schnellen Entwicklungszyklen ergeben, weitestgehend aus.
Bei YourSecureCloud benötigen Sie zum Aktivieren des Testzugangs lediglich eine E-Mail-Adresse, an die der Dienst die Zugangsdaten schickt. Um Daten mit anderen Nutzern zu teilen, legen Sie nach der Anmeldung zunächst eine neue Bibliothek an, in die Sie die freizugebenden Daten transferieren. Anschließend klicken Sie im Menü My Home | Libraries in der Listenansicht auf das Share-Symbol hinter der gewünschten Bibliothek und geben im folgenden Dialog an, ob Sie den Freigabe-Link per E-Mail-Adresse versenden oder die Daten für einen anderen YourSecureCloud-Nutzer freigeben möchten. In diesem Dialog legen Sie auch fest, ob der Empfänger die geteilten Daten nur lesen oder auch bearbeiten darf (Abbildung 12).
Per E-Mail eingeladene Empfänger können die Dateien auf ihr lokales System kopieren, einen Account bei YourSecureCloud benötigen sie dazu nicht. Hat der Empfänger ein Konto bei YourSecureCloud und zusätzlich den Client auf seinem System installiert, so zeigt das Client-Fenster nach dem Versand der Daten deren Empfang an und gestattet das weitere Verarbeiten gemäß der vergebenen Rechte (Abbildung 13).

Abbildung 13: Auch der Client von YourSecureCloud bietet uneingeschränkten Zugriff auf geteilte Dateien.
Fazit
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – dieses geflügelte Sprichwort gilt auch für Ihre privaten Datenbestände. Diese wecken insbesondere in öffentlich zugänglichen Cloud-Umgebungen nicht nur Begehrlichkeiten bei Behörden und Cyberkriminellen, sondern auch bei der immer aggressiveren Werbeindustrie.
Umso erschreckender wirken die Sicherheitsdefizite, die uns beim Vergleich der Cloud-Anbieter begegneten: Zwar verschlüsseln alle Dienste die Datenübertragung zwischen Host und Cloud, aber mit einer echten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung punkten lediglich die beiden deutschen Unternehmen TeamDrive und YourSecureCloud. Durch das konsequente Verwenden freier Software für den Cloud-Dienst schließt zudem YourSecureCloud als einzige Anbieter im Test versteckte Hintertüren in seiner Software weitgehend aus.
Messen Sie der einfachen Bedienung und Ergonomie der Software bei der Auswahl eines Cloud-Dienstes die entscheidende Bedeutung zu, sollten Sie dagegen einen Blick auf Copy und TeamDrive werfen: Beide bieten sehr einfach zu handhabende Clients an, wobei TeamDrive jedoch durch penetrante Werbeeinblendungen im Programmfenster unangenehm auffällt. Möchten Sie hingegen möglichst viel kostenlosen Speicherplatz in der Cloud nutzen und mit anderen Diensten aus gleichem Hause kombinieren, bieten Yandex und Google geeignete Anlaufstellen.
Glossar
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USA PATRIOT Act
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USA PATRIOT Act steht für Uniting and Strengthening America by Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism Act, deutsch in etwa: “Gesetz zur Einigung und Stärkung Amerikas durch Bereitstellung geeigneter Instrumente, um Terrorismus aufzuhalten und zu blockieren”.
Infos
[1] Copy: https://www.copy.com
[2] Datenschutzbestimmungen bei Copy: https://www.copy.com/about/privacy/
[3] Dropbox-Datenschutzrichtlinien: https://www.dropbox.com/de/help/27
[4] Dropbox-Client herunterladen: https://www.dropbox.com/install?os=lnx
[5] Google-Drive-Client für Linux: https://www.insynchq.com
[6] Mydrive: https://www.mydrive.ch
[7] Teamdrive-Client herunterladen: https://www.teamdrive.com/de/downloads/
[8] Yandex-Registrierung: https://disk.yandex.com
[9] Yandex-Client herunterladen: http://repo.yandex.ru/yandex-disk/
[10] Yandex-Projektseite: http://help.yandex.com/disk/cli-clients.xml#cli-gui
[11] YourSecureCloud: https://www.yoursecurecloud.de
[12] YourSecureCloud-Client herunterladen: https://www.yoursecurecloud.de/download.html
[13] Seafile-Downloads: http://www.seafile.com/en/download/

















Ist wohl für Entwickler und Studenten gedacht
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