Bilder im LAB-Modus entwickeln und bearbeiten

Aus LinuxUser 12/2013

Bilder im LAB-Modus entwickeln und bearbeiten

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Mehr Farbe

Photivo schließt die Lücke zwischen RAW-Konvertern und einfachen Bildbearbeitungen. Damit macht es häufig das Nacharbeiten in anderen Programmen überflüssig.

Zur Bildbearbeitung stehen heute zahlreiche Werkzeuge zur Auswahl. Neben Generalisten wie Gimp gibt es auch eine ganze Reihe von Tools für speziellere Szenarien der Bildbearbeitung. Eines davon heißt Photivo [1] und setzt seinen Schwerpunkt bei der LAB-Funktion (siehe Kasten “Farbmodell LAB”). Da Photivo RAW-Dateien einzulesen versteht, kommt es normalerweise vor der Bildbearbeitung (etwa mit Gimp) zum Einsatz.

Photivo verfügt über viele RGB-Funktionen und eignet sich für das Bearbeiten von 16-Bit-RAW-Dateien; es spielt auch nur mit diesen seine gesamten Fähigkeiten aus. Daneben unterstützt das Programm auch Formate wie TIFF, PNG oder JPEG. Haben Sie noch nie mit dem LAB-Farbmodell gearbeitet, dann sollten Sie sich zunächst einmal damit unter Gimp vertraut machen.

Farbmodell LAB

Das abstrakte Farbmodell LAB wurde bereits vor 40 Jahren entwickelt, um Farben unabhängig vom darstellenden Gerät zu definieren und um eine wesentliche Eigenheit des menschlichen Farbempfindens abzubilden: Es stellt Farben so dar, dass es als gleich empfundene Unterschiede auch möglichst ähnlich beschreibt. LAB stellt darüber hinaus auch alle theoretisch möglichen Farben dar, nicht nur die von Menschen wahrnehmbaren.

Dementsprechend handelt es sich um ein abstraktes, nur begrenzt anschauliches Farbmodell. L steht für die Leuchtkraft (“luminance”), die Farbkomponente zwischen Rot und Grün stellt die A-Achse dar, die zwischen Blau und Gelb die B-Achse. Interessanterweise lassen sich mit diesem Farbmodell alle in RGB oder CMYK darstellbaren Farben definieren – und dazu noch eine ganze Reihe weiterer.

Die Besonderheiten von LAB führen dazu, dass Sie die Leuchtkraft völlig unabhängig von den Farbkomponenten in den Kanälen A und B steuern. Das bietet eine Reihe von Vorteilen, die andere Farbmodelle nicht aufweisen. Auch die Unabhängigkeit des B-Kanals lässt sich in der Praxis gut nutzen: Damit arbeiten Sie beispielsweise die oft problematischen Grüntöne von Blättern heraus, ohne andere Farben zu beeinflussen.

Erste Schritte

Photivo findet sich in den Repositories vieler Linux-Distributionen, sodass Sie die Software in der Regel bequem über den jeweiligen Paketmanager einrichten. Das Programm startet mit einem großen, zweigeteilten Fenster (Abbildung 1). Rechts erscheint die Vorschau, links die Werkzeuge mit ihren Parametern.

Abbildung 1: Photivos Hauptansicht besteht aus einem großen Vorschaufenster und einer umfangreichen Werkzeugliste. Die Werkzeuge stellen Kontextmenüs für oft benötigte Aufgaben bereit.

Abbildung 1: Photivos Hauptansicht besteht aus einem großen Vorschaufenster und einer umfangreichen Werkzeugliste. Die Werkzeuge stellen Kontextmenüs für oft benötigte Aufgaben bereit.

Daneben hält Photivo an anderen Stellen eine Vielzahl von Bedienelementen bereit. Unterhalb des Histogramms stellen Sie ein, welche Werkzeuge Sie sehen möchten. Unterhalb der Werkzeugleiste legen Sie die für die Vorschau verwendete Bildgröße fest. Voreingestellt ist dort 1:4, was meist einen guten Kompromiss zwischen Genauigkeit und Rechenzeit darstellt. Daneben legt manuell fest, ob sich die Vorschau automatisch oder erst auf Anforderung des Anwenders erneuert. Was die Vorschau genau zeigt, stellen Sie über die mit RGB vorbelegte Auswahlliste ein. Dort können Sie sich auch nur die Kanten (Struktur und Gradient) oder die einzelnen LAB-Kanäle anzeigen lassen.

Die nächsten drei Schalter erlauben das Laden von Vorlagen, das Speichern der aktuellen Darstellung und die Übergabe des Bilds an eine vorab definierte Bildbearbeitung. Die unterste Zeile der Hauptansicht dient als Statuszeile und für weitere Bedienelemente. Wann immer Photivo ein Bild berechnet, signalisieren das zwei Einblendungen im Vorschaufenster (Abbildung 2). Das Einstellen der diversen Regler gelingt per Mausklick, mit dem Mausrad oder bei gehaltener linker Maustaste. Ein Klick mit der rechten Maustaste stellt die Vorgabewerte wieder her.

Abbildung 2: Photivo führt die meisten Aktionen direkt aus. Diverse Meldungen zeigen den aktuellen Zustand im Vorschaufenster an.

Abbildung 2: Photivo führt die meisten Aktionen direkt aus. Diverse Meldungen zeigen den aktuellen Zustand im Vorschaufenster an.

Photivo: Werkzeuggruppen

Werkzeug Funktionen
Kamera Bilder laden, grundlegende Einstellungen
Lokale Bearbeitung Bereiche zum Bearbeiten auswählen
Geometrie Bilder drehen, zuschneiden, skalieren etc.
RGB diverse Korrekturen im RGB-Farbraum
Lab Farbe/Kontrast lokaler Kontrast und Dynamikkompression
Lab Schärfen/Rauschen Entrauschen und (gerichtetes) Schärfen
Lab Effekte diverse Effekte, oft für unterschiedliche Helligkeiten (Schatten, Mitten, Lichter)
Effekte diverse Effekte im RGB-Farbraum
Ausgabe Optionen für das Speichern der Bilder

Workflow

Photivo unterscheidet sich dadurch von vielen RAW-Konvertern, dass es mit den Funktionen im Reiter Kamera unter Eingabe immer nur ein einzelnes Bild zur Bearbeitung lädt. Anschließend können Sie ein bereits bestehendes Bearbeitungsprofil hinzuladen. Dabei kann es sich um ein vorgefertigtes Profil handeln (unter Voreinstellung) oder um ein von Ihnen früher erzeugtes (Einstellungen öffnen).

Als ersten Schritt definieren Sie unter Kamerafarbraum, wie Photivo die Daten im Bild interpretiert. Wählen Sie dazu ein Externes Profil, das zu der verwendeten Kamera passt, und stellen Sie mit dem Schalter darunter das Ziel des Profils ein [2]. Insgesamt bildet Photivo in der durch die Reiter abgebildeten Reihenfolge einen festen Workflow ab.

Entscheidend für das Ergebnis ist hier die Wahl des richtigen Farbprofils. Für reine Bildschirmausgaben stellt sRGB die richtige Wahl dar, BT-709 dient für HDTV-Videos, Reines 2.2 mit einem Standard-Gamma von 2,2 für alle anderen Ausgaben. Die weiteren Einstellungen in diesem Reiter entsprechen denen von RAW-Konverter wie etwa Darktable [3]. Allerdings verfügt Photivo in den anderen Reitern noch über Werkzeuge, die man eher in klassischen Bildbearbeitungen wie Gimp vermutet.

Im nächsten Reiter bietet Photivo eine Lokale Bearbeitung an. Die Idee dahinter: Nicht alle Bildbereiche müssen und sollen auf dieselbe Weise bearbeitet werden, um optimale Ergebnisse zu erhalten. So ist es sinnlos, “Lichter” (helle Bildteile) noch weiter aufzuhellen, Schatten dagegen aber schon. Die hier bereitgestellten Funktionen setzen eine gewisse Routine voraus. Einsteiger sollten zunächst eher die Bearbeitungsfunktionen nutzen, bei denen viele Funktionen ohnehin ein getrenntes Bearbeiten von Lichtern, Mitten und Schatten anbieten.

Bildbearbeitungen wie Gimp verwenden Auswahlen, Masken oder Ähnliches, um das separate Bearbeiten zu ermöglichen. In Photivo dagegen definieren Sie unter Anpassungsbereiche eine oder mehrere Regionen, die das Programm dann gesondert bearbeitet. Zum Festlegen von Bereichen wählen Sie zunächst im oberen Fenster mit + die Funktion Bereichsmodus anhängen. Anschließend klicken Sie in eine Stelle des Bilds, die den gewünschten Bereich – also beispielsweise den Himmel, die Schatten etc. – besonders gut repräsentiert. Das funktioniert analog zur lokalen Farbauswahl bei Gimp (dem “Zauberstab”) und umfasst einen zusammenhängenden Bildbereich mit ähnlichen Farben und Helligkeiten.

Photivo erzeugt mit jedem Klick einen neuen “Bereich”, der voreingestellt auch diesen Namen erhält. Photivo erlaubt beliebig viele Bereiche, die Sie zur besseren Übersicht mit passenden Bezeichnern versehen sollten. Im Vorschaufenster markiert die aktuelle “Maske” diesen Bereich durch eine helle, wolkenartige Textur (Abbildung 3). Diese Masken müssen noch nicht exakt sein, sie lassen sich jederzeit nachträglich anpassen. Unter Masken stehen dafür drei Regler bereit. Lassen Sie den Mauszeiger kurz über den Reglern stehen, dann zeigt Photivo eine kurze Hilfe zu den Möglichkeiten. Auch die Luminance-Kurve beeinflusst das Ergebnis wesentlich. Nach dem Definieren der Bereiche wählen Sie den gewünschten aus oder die unerwünschten ab. Ein Klick auf das Häkchen beendet diesen Modus und erlaubt das Verwenden der Bearbeitungsfunktionen [4].

Abbildung 3: Photivo erlaubt das Markieren bestimmter Bildbereiche zur separaten Bearbeitung. In der Vorschau zeigt eine "Wolke" den aktuell ausgewählten Bereich an.

Abbildung 3: Photivo erlaubt das Markieren bestimmter Bildbereiche zur separaten Bearbeitung. In der Vorschau zeigt eine “Wolke” den aktuell ausgewählten Bereich an.

Geometrie

Die im Reiter Geometrie zusammengefassten Funktionen kennt man großenteils von RAW-Konvertern: Die fünf objektivbezogenen Einstellungen Objektivparameter bis Geometrieumwandlung und in Grenzen auch Defish nutzen die Lensfun-Datenbank [5]. Diese charakterisiert Objektive durch spezifische Parameter, um Verzeichnungen, Randabschattungen und Farbränder zu korrigieren. Dazu werden die von den Objektiven ins Bild geschriebenen EXIF-Tags mit den in einer Datenbank gespeicherten Parametern kombiniert.

Die Geometrieumwandlung erlaubt, die typischen kissen-, tonnenförmigen und sonstige Verzeichnungen auszugleichen. Das liefert insbesondere bei der Architekturfotografie bessere Ergebnisse, aber auch in vielen anderen Fällen. Erscheint einer der Parameter als unbekannt, findet keine Umwandlung statt. Sie sollten die Lensfun-basierten Filter in der Reihenfolge im Reiter anwenden und kombinieren, um optimale Resultate zu erzielen.

Auch die Rotation entspricht derer vieler RAW-Konverter: Sie können das Bild in Schritten von 90 Grad verlustfrei oder um einen beliebigen Winkel drehen. Wählen Sie hier eine horizontale oder vertikale Linie mit der Maus, dann richtet Photivo das Bild dann anhand dieser automatisch aus. Das Zuschneiden erfolgt mit dem gleichnamigen Tool: Wie bei Gimp wählen Sie einen Bereich aus und bestätigen dann per Doppelklick. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, den Ausschnitt mithilfe von Hilfslinien optimal zu positionieren.

Die Inhaltssensitive Größenänderung (“seam carving”) gehört dagegen zu den weniger bekannten Werkzeugen. Sie erlaubt Bilder ohne Motivverluste in der Größe horizontal oder vertikal zu verändern. (Bei Gimp heißt ein entsprechender Filter “Liquid Rescale”, ist aber deutlich leistungsfähiger.) Dieser Filter benötigt relativ viel Rechenzeit, da es zunächst jene Bildbereiche zu ermitteln gilt, in denen die Veränderungen erfolgen können (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Ergebnisse der inhaltssensitiven Größenänderung unterscheiden sich abhängig von den Parametern (<code srcset=

Energiemethode).” width=”300″ height=”92″ /> Abbildung 4: Die Ergebnisse der inhaltssensitiven Größenänderung unterscheiden sich abhängig von den Parametern (Energiemethode).

Viele der unter RGB vorhandenen Funktionen finden sich auch bei gängigen Bildbearbeitungen und RAW-Konvertern. Interessant sind jedoch einige der weniger bekannten Funktionen: Das Reinhard-Aufhellen bietet eine effektive Methode, dunkle Bildteile zu verbessern, ohne den Rest des Bilds allzu stark zu verändern. Dem Sigmoidal-Kontrast liegt eine S-förmige Kurve zugrunde, deren Verlauf den Kontrast in einer den Sehgewohnheiten entsprechenden Weise steuert. Die Partielle Belichtungskorrektur erlaubt es, Licht, Schatten und Mitteltöne getrennt zu modifizieren. Sowohl Schwarz- und Weißpunkt anpassen als auch das allgemeinere Werkzeug RGB-Kurve steuern die globalen Helligkeiten im Bild.

Das etwas irritierend wirkende Blockieren deaktiviert die rechenzeitintensiven Tools in den anderen Reitern, um schnell die Wirkung der elementaren Funktionen testen zu können. Funktionen unter Kamera, Geometrie und Ausgabe bleiben jedoch aktiv.

LAB

Viel spannender als die RGB-basierten Tools sind die im LAB-Modus arbeitenden Werkzeuge. Photivo fasst sie unter den drei Reitern LAB Farbe/Kontrast, LAB Schärfen/Rauschen und LAB Effekte zusammen. Zunächst legen Sie mit LAB-Transformation fest, wie Photivo den L-Kanal erzeugt. Voreingestellt geschieht das anhand einer bekannten Formel [6] über eine Transformation aus dem XYZ-Farbraum. Photivo bietet aber auch andere Varianten an.

Die im ersten Reiter vorhandenen Funktionen ähneln den unter RGB schon vorhandenen und dienen den gleichen Aufgaben, arbeiten allerdings anders. So erlaubt Schatten/Lichter beispielsweise Einstellungen, die von der Detailgröße abhängen. Das führt zu schon fast HDR-ähnlichen Effekten, wie sie Luminance [7] mit dem Operator Mantiuk 06 erzeugt.

Daneben versammelt dieser Reiter eine Vielzahl von Schärfungs- und Entrauschungsfiltern. So können Sie leicht die Effekte vergleichen. Der voreingestellte, beeindruckend schnelle Wiener Filter [8] bringt eine Grundschärfe ins Bild, indem er das zufällige Rauschen weitgehend entfernt. Bei manchen recht hellen Bildern mit starkem Kontrast zeigt sich allerdings, dass hier eher die Option Nur Kanten Artefakte minimiert.

Der Reiter Lab Effekte stellt Funktionen bereit, die zum einen erlauben, das Bild nachträglich zu tönen, wie etwa Tonkurve oder Sättigungsanpassung. Zum anderen ermöglicht der Filter Randabschattung, Artefakte wie Vignetten zu kompensieren. Unter Betrag lassen sich dort sowohl positive Werte angeben – sie erzeugen eine Vignette – als auch negative, welche die Vignettierung kompensieren. Über die vielen Parameter, wie Weichheit, Innerer Radius, Rundheit etc., nehmen Sie Modifikationen passgenau vor.

Der Reiter Lab Effekte enthält auch die besonders wichtigen Farbraumkurven für L*, a* und b*. Die L*-Kurve funktioniert analog zum Kanal Wert von Gimps Kurven-Werkzeug, erlaubt allerdings voreingestellt nur einen Kontrollpunkt. Mit der rechten Maustaste lassen sich aber weitere hinzufügen.

Dies gilt auch für die in der Anwendung viel spannenderen a*– und b*-Kurven. Sie steuern die Rot/Grün- und Gelb/Blau-Verteilung im Bild. Die Anwendung erfordert einiges an Fingerspitzengefühl. Oft werden die gesamten Kurven als Gerade vertikal oder horizontal verschoben (Abbildung 5). Das Verschieben des mittleren Kontrollpunkts erzeugt Farbstiche, sodass dieser normalerweise unverändert bleiben sollte. Die “Lab Effekte” stellen die wichtigsten Funktionen von Photivo dar, sodass Sie sich diesen ausführlich widmen sollten.

Abbildung 5: Farbkorrekturen mit den Kurven <code srcset=

a* und b* sind kitzlig. Die eingeblendeten Farbfelder helfen, die Kurven in die richtige Richtung zu verschieben.” width=”300″ height=”163″ /> Abbildung 5: Farbkorrekturen mit den Kurven a* und b* sind kitzlig. Die eingeblendeten Farbfelder helfen, die Kurven in die richtige Richtung zu verschieben.

Der Reiter Effekte stellt ebenfalls Funktionen zum Tönen bereit, diesmal auf Basis von RGB. Dort findet sich auch die Cross-Entwicklung, die sowohl subtile als auch spektakuläre Farbeffekte erzeugt. Eine weitere Variante der Randabschattung findet sich hier ebenso wie Funktionen zum Weichzeichnen und für das Weiche Glühen / Orton, was einen märchenhaften Glanz erzeugt. In manchen Situationen zeigt hier auch Farbintensität gute Ergebnisse, etwa um das Glitzern auf Wasser zu verstärken.

Ausgabe

Im letzten Reiter, Ausgabe, stellen Sie ein, in welcher Form Photivo Bilder ausgibt. Die meisten Einträge fallen selbsterklärend aus. RGB-Kurve entspricht der normalen Werte-Kurve und interferiert mit der L*-Kurve. Relativ große Auswirkungen hat auch die sRGB-Gamma-Kompensation, die Sie allerdings nicht aktivieren müssen.

Der gewählte Ausgabefarbraum legt fest, wie Photivo die Bilddaten in die Ausgabedatei konvertiert. Die fünf Varianten sRGB, sRGBlinear, ProPhotoRGBlinear, AdobeRGBlinear und WideGamutRGBlinear unterscheiden sich insbesondere der in Menge der darstellbaren Farben. Wide-Gamut-RGB umfasst gut drei Viertel aller in LAB definierten Farben, sRGB nur ein Drittel, Adobe-RGB immerhin die Hälfte [9]. Wide-Gamut-Farbräume ergeben nur bei 16-Bit-Ein- und Ausgabedaten Sinn. Adobe-RGB kommt vor allem für die Druckausgabe zum Einsatz, da es Grüntöne besser wiedergibt.

Bei den Ausgabeeinstellungen bietet Photivo neben den üblichen 8-Bit-Formaten von PNG und TIFF auch 16-Bit-Varianten sowie PPM an. Nur diese Formate garantieren eine maximale Qualität der Ausgabe, wenn auch zu Lasten einer wesentlich höheren Dateigröße.

Fazit

Mit Photivo erhalten Sie ein leistungsfähiges Werkzeug zum Verbessern von (RAW-)Bildern an die Hand, das Sie nach einer gewissen Einarbeitungsphase sicher nicht mehr missen möchten. Dabei schließt das Programm eine Lücke zwischen reinen RAW-Konvertern und der klassischen Bildbearbeitung. Korrekturen anhand der RAW-Bilder erledigen Sie am besten bereits vor der eigentlichen Bildbearbeitung mit Gimp in Photivo, wobei sich die hohe Bearbeitungsgeschwindigkeit als vorteilhaft erweist. Es bleibt eigentlich nur zu wünschen, dass die Photivo-Entwickler auch gleich noch den Code von Luminance-HDR [7] in das Programm aufnehmen. 

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