Surrealer Bild-Marathon - Part 1

Surrealer Bild-Marathon - Part 1
20.09.2010 06:21

Die Umsetzung der folgenden "Surrealen Welt" erforderte nicht nur ein gutes Bildbearbeitungsprogramm, wie "Gimp", sondern in erster Linie viel Zeit und damit die Toleranz der besten Ehefrau von allen! Das lag hier vor...
Damit ging ich zuerst einmal an die Beschaffung der erforderlichen Bildelemente, die zur Komposition der "Surrealen Welt" erforderlich sind. Benötigt wurden

  • ein Bild vom Rasen,
  • ein Bild vom Mittags-Himmel (bei schönem Wetter - was zur Zeit nicht wirklich einfach ist),
  • ein Bild von einem Blatt Papier,
  • ein Bild von der Wäscheleine (ein Stück Seil tut's auch),
  • mehrere Bilder von Wäscheklammern,

UND

  • ein menschliches Motiv (ärgerlich nur, wenn die beste Ehefrau von allen sich weigert, dieses Motiv zu sein - doch ich hab' ja auch noch eine Tochter!).

Wie bereits eingangs erwähnt, erforderte die Umsetzung doch einige Zeit, so das ich schon an dieser Stelle darauf hinweisen möchte, dass ich den Blog-Eintrag in zwei Teile gesplittet habe (daher auch Part 1). Ein Grund hierfür ist sicherlich auch, dass ich weiterhin versuchen werde, die beste Ehefrau von allen als Motiv zu gewinnen (die Chancen stehen z. Zt. aber eher schlecht...).

Doch nun zur Umsetzung meiner "Surrealen Welt", die voraussetzt, dass die o.g., erforderlichen Bilder schon halbwegs in der Größe angepasst sind:
Schritt 1
Rasen laden und mit dem Drehen-Werkzeug und der Winkel-Vorgabe "-20" drehen.

Schritt 2
Wolken als Ebene laden und ebenfalls mit einem Winkel von "-20" drehen. Anschließend die Wolken an die Position oberhalb des Rasens mit dem Verschieben-Werkzeug bewegen. Über das Menü "Bild -> Leinwand an Ebenen anpassen" die Leinwandgröße auf die neuen Ausmaße einstellen.

Schritt 3
Im Ebenen-Dialog eine neue, weiße Ebene einfügen und anschließend nach ganz unten schieben, da diese den neuen Hintergrund darstellt.
Schritt 4
Die Rasen-Ebene im Ebenen-Dialog markieren und mit der rechten Maustaste anklicken. Im Kontextmenü den Punkt "Ebenenmaske hinzufügen -> Ebenenmaske Weiß (volle Deckraft)" auswählen und dann mit dem Farbverlauf-Werkzeug einen Farbverlauf von schwarz nach transparent hinzufügen, und zwar von der oberen Kante der Wolken bis ca. 1/3 des Rasens. Dadurch erhält der Rasen mehr Perspektive, d.h. er ist vorne dunkler und hinten heller.

Schritt 5
Die Wolken-Ebene im Ebenen-Dialog markieren und mit der rechten Maustaste anklicken. Im Kontextmenü den Punkt "Ebenenmaske hinzufügen -> Ebenenmaske Weiß (volle Deckkraft)" auswählen und dann mit dem Farbverlauf-Werkzeug einen Farbverlauf von schwarz nach transparent hinzufügen, und zwar von der unteren Kante des Rasens bis ca. 1/3 der Wolken. Damit erhalten auch die Wolken mehr Perspektive, denn der obere Teil wird dunkler als der untere Teil.
Schritt 6
Neue transparente Ebene einfügen und, falls dies nicht ohnehin der Fall ist, an die oberste Stelle des Stapels im Ebenen-Dialog verschieben. Mit großem, weichen Pinsel weiße Farbe entlang der Horizont-Linie (Oberkante Rasen / Unterkante Wolken) mit einer Deckkraft von ca. 20% auftragen, was ein wenig Dunst simulieren soll und zum Verschwimmen der Horizontlinie beiträgt.

Schritt 7
Aus dem linken und oberen Linial Hilfslinien heraus ziehen und so positionieren, dass ein rechteckiges Bild herausgetrennt werden kann. Anschließend das Zuschneiden-Werkzeug selektieren und den rechteckigen Bereich innerhalb der Hilfslinien markieren und durch Druck auf die Return-Taste zuschneiden.

Schritt 8
Nach dem Zuschnitt über "Bild -> Hilfslinien -> Alle Hilfslinien entfernen" die Hilfslinien löschen, um danach eine neue Ebene einzufügen und mit dem Pfad-Werkzeug eine leicht durchhängende Hilfs-Linie (die spätere Wäscheleine) oberhalb der Horizontlinie ziehen. Die Vordergrundfarbe auf schwarz stellen und Im Pfade-Dialog den Pfad mit der rechten Maustaste anklicken und im Kontextmenü "Pfad nachziehen" selektieren. Dabei die Breite auf 1 - 2 stellen (je nach Bildgröße).
Schritt 9
Über das Menü "Datei -> Als Ebene öffnen" das Blatt Papier laden und mit dem Verschieben Werkzeug grob an die zuvor eingefügte Linie (spätere Wäscheleine) anhängen. Anschließend mit dem Perspektive-Werkzeug nach den eigenen Vorstellungen ausrichten, um eine räumliche Wirkung zu erreichen.
Über das Menü "Filter -> Verzerren -> IWarp" können dann noch an den Rändern des Blatt Papiers leichte Einbuchtungen angebracht werden, um eine Bewegung im Wind zu simulieren.

Schritt 10
Um dem Blatt Papier eine gewisse Stärke zu geben, sollte im Ebenen-Dialog das Papier mit der rechten Maustaste ausgewählt und im Kontextmenü "Auswahl aus Alphakanal" angeklickt werden. Anschließend eine neue, transparente Ebene erstellen und hierauf die Auswahl mit einem dunkelgrauen Farbton (bei mir #313131) unter Zuhilfenahme des Füllen-Werkzeugs einfärben.
Diese Ebene danach eine Etage tiefer, d.h. unter der eigentlichen Blatt-Papier-Ebene anordnen, mit dem Verschieben-Werkzeug anklicken und mit den Cursor-Tasten der Tastatur einen Fingerdruck nach links und einen nach unten verschieben. Ein Duplikat dieser Ebene erstellen (durch Klick auf die entsprechende Schaltfläche im Ebenen-Dialog) und wie zuvor beschrieben nochmals einen Fingerdruck nach links und unten mit den Cursor-Tasten.

Schritt 11
Der über der Hilfs-Linie (der späteren Wäscheleine) liegende Teil des Papiers ist manuell mit Gimp auf einer neuen, transparenten Ebene zu erstellen. Hierzu habe ich das Pfad-Werkzeug genutzt, um nach Zeichnung einer entsprechenden Form die Außenseite ein wenig zu verbiegen. Danach im Pfad-Dialog mit der rechten Maustaste auf den Pfad geklickt und im Kontextmenü "Auswahl aus Pfad" gewählt, und anschließend mit dem Füllen-Werkzeug einen passenden Farbverlauf (grau nach weiß) aufgetragen. Nun diese Ebene mit der rechten Maustaste im Ebenen-Dialog selektiert und im Kontextmenü "Auswahl aus Alphakanal" gewählt; eine neue, transparente Ebene erstellt und mit dunkelgrau (bei mir #313131) für die simulierte Papierstärke, gefüllt. Das Ganze eine Etage tiefer und mit dem Verschieben-Werkzeug einen Fingerdruck (über die Cursor-Tasten) nach links - und schon war der überhängende Papier-Zipfel in entsprechender Papierstärke erstellt.

Schritt 12
Mit dem zweiten und dritten Blatt Papier, welche auch an der Hilfs-Linie (der späteren Wäscheleine) angeordnet werden, wird wie unter Schritt 9 bis 11 erklärt, verfahren. An dieser Stelle wäre es übrigens toll, wenn man Ebenen gruppieren könnte (da es im Ebenen-Dialog langsam unübersichtlich wird) - was ja leider erst in einer kommenden Version von Gimp möglich ist! Hilfreich ist, die Ebenen entsprechend zu benennen!

Schritt 13
Über "Datei -> Als Ebene öffnen" das Bild der Wäscheleine (bei mir ein Stahlseil) einfügen und ggf. mit dem Skalieren-Werkzeug die erforderliche Größe (Dicke) anpassen. Anschließend mit dem Verschieben-Werkzeug an den Anfang der Hilfs-Linie (der späteren Wäscheleine) verschieben und mit dem Drehen-Werkzeug leicht schräg stellen. Abschließend überflüssige Bereiche mit dem Radierer-Werkzeug entfernen.
Nach Fertigstellung diese Ebene über das Duplikat-Symbol des Ebenen-Dialogs die Ebene duplizieren und das Duplikat zwischen das erste und zweite Blatt Papier verschieben, skalieren, ggf. leicht drehen und Überschüssiges wegradieren.
Danach ein weiteres Duplikat der Ebene anfertigen und zwischen das zweite und dritte Blatt entsprechend positionieren.
Der Rest der Hilfs-Linie (jetzt Wäscheleine) kann grundsätzlich so bleiben, zumal diese zum rechten Rand hin ohnehin (wegen der Perspektive) dünner wird und keine Detailzeichnung mehr benötigt.

Schritt 14
Damit das Papier nicht von der Leine rutscht, sollte es mit Wäscheklammern befestigt werden. Also die erste Wäscheklammer über "Datei -> Als Ebene öffnen" eingefügt und mit dem Skalieren-Werkzeug auf eine passende Größe gebracht, mit dem Verschieben-Werkzeug positioniert und die Bereiche der Wäscheklammer, die nicht sichtbar sein sollten, mit dem Radierer-Werkzeug entfernt.

Auf die beschriebene Art und Weise habe ich dann die weiteren Klammern eingefügt und positioniert. Dabei ist darauf zu achten, dass die Klammern zur Wahrung der Perspektive natürlich zum rechten Bildrand hin kleiner werden.
Nach dem Setzen der Klammern habe ich eine nach der anderen im Ebenen-Dialog ausgewählt und dort mit der rechten Maustaste angeklickt um aus dem Kontextmenü "Auswahl aus Alphakanal" zu selektieren. Mit dem Freie-Auswahl-Werkzeug (Lasso) im Modus "Von der aktuellen Auswahl abziehen" den Bereich markiert, der nicht auf dem Blatt Papier liegt und über das Menü "Filter -> Licht und Schatten -> Schlagschatten" mit den Werten "-4" für X- und "0" für den Y-Versatz, einen Schattenwurf (der damit links liegt) für die Wäscheklammer auf dem Blatt Papier hinzugefügt.

Schritt 15
Um das auf dem Rasen liegende Blatt Papier einzufügen wählte ich über das Menü "Datei -> Als Ebene öffnen" erneut mein Bild mit dem Papier aus. Mit Hilfe des Perspektive-Werkzeugs brachte ich das Blatt in die entsprechende Position, um es, wie schon zuvor bei den hängenden Papierblättern, über das Menü "Filter -> Verzerren -> IWarp" zu verformen.
Anschließend, wie gehabt, eine "Auswahl aus Alphakanal" und auf einer neuen Ebene die Auswahl mit einem dunklen grau (bei mir #313131) gefüllt, um diese dann mit dem Verschieben-Werkzeug anzuklicken und über die Cursortasten der Tastatur einen Tastendruck nach links und einen nach unten zu bewegen. Das Ganze im Ebenen-Dialog eine Etage tiefer, d.h. unterhalb des eigentlichen, liegenden Blatt Papiers angeordnet. Damit hat auch dieses Blatt eine gewisse Papier-Stärke.

Schritt 16
Jetzt war der Moment gekommen, den Schattenwurf, d.h. den perspektivischen Schatten der einzelnen Papierblätter auf den Rasen zu zaubern. Hierzu habe ich eine neue, transparente Ebene oberhalb der Rasen-Ebene angelegt und mit einem weichen, großen Pinsel schwarze Schatten auf den Rasen gemalt. Die Deckkraft des Pinsels habe ich dabei auf 15% gestellt.
Schritt 17
Nun habe ich die die Deckkraft des auf dem Rasen liegenden Papiers auf 40% gestellt und die dazugehörige Papierstärke (Ebene darunter) über eine Klick auf das Auge-Symbol ausgeblendet. Anschließend fügte ich direkt über der Rasen-Ebene erneut eine neue, transparente (nur temporär benötigte) Ebene ein, auf der ich mit einem weichen Pinsel einzelne Grashalme auf der linken Seite des liegenden Blattes nachzeichnete und anschließend über "Auswahl aus Alphakanal" auswählte.

Während diese Auswahl aktiv war, wechselte ich zur Rasen-Ebene und kopierte mit Tastendruck von "Strg-c" die Grashalme um sie direkt danach mit "Strg-v" als schwebende Auswahl wieder einzufügen (ganz oben im Ebenenstapel). Ein Klick auf das Symbol für eine neue Ebene im Ebenen-Dialog fügte die schwebende Auswahl als neue Ebene ein.
Die temporäre Ebene (auf der die Grashalme nachgezeichnet wurden) über das Auge-Symbol ausgeblendet (da nicht mehr benötigt, kann sie ggf. auch gelöscht werden), die Deckkraft der Ebene mit dem liegenden Papier wieder auf 100% gestellt und die darunter liegende Ebene mit der Papierstärke über das Auge-Symbol wieder eingeblendet und der Grundaufbau war fertig!

...und das ist die Stelle, an der der 1. Teil meine Blog-Themas "Surreale Welt" endet. Und jetzt gehe ich nochmals auf Motiv-Suche für die Fortsetzung dieses Blog's...
Vielleicht - aber auch nur vielleicht, kann ich ja die beste Ehefrau von Allen doch noch als Motiv gewinnen!


Kommentare
Klasse Komposition
max. (unangemeldet), Montag, 20. September 2010 10:56:16
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Hi Frank! Ich finde diese Anleitung echt stark! Und was die beste aller Ehefrauen anbelangt: Mit Gimp kannst du sie ja so manipulieren, dass man sie nicht mehr erkennt :-)


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Re: Klasse Komposition
Frank (unangemeldet), Montag, 20. September 2010 13:59:59
Ein/Ausklappen

Ich glaube, das könnte sie falsch - und zu meinem Nachteil - interpretieren. Wer spielt schon gern mit seiner Gesundheit ;-)

Gruß
Frank


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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