"Exploding Cube" mit Inkscape und Gimp

"Exploding Cube" mit Inkscape und Gimp
25.10.2010 08:16

Heute habe ich mich nochmal ein wenig mit "Inkscape" befasst. Als äußerst interessant empfand ich dabei die einfache Möglichkeit mit dem "3D-Boxen-erzeugen" Werkzeug einen Quader zu zeichnen, was mich, nach einigen Versuchen, zu nachfolgend beschriebener Idee führte!
Hierzu habe ich in "Inkscape" zuerst über "Datei -> Neu -> A4_landscape" ein neues Dokument im DIN A4 Querformat angelegt. Darin habe ich zur besseren Orientierung mit "Sterne und Polygone erstellen", und in den Einstellungen zu diesem Werkzeug mit Auswahl von 6 Ecken, ein Hilfspolygon erstellt, das mit ein bisschen Fantasie einen Quader bildet.
Dieses Hilfspolygon stellt eine gute Orientierungshilfe beim Aufziehen und Winkeleinstellen des "Würfels" dar.

Über das Symbol "Ebenen anzeigen" habe ich den Ebenen-Dialog eingeblendet und über das entsprechende Symbol (ein grünes Pluszeichen) eine neue Ebene oberhalb der Polygon-Ebene erstellt, um darin meinen Würfel zu zeichnen.
So habe ich im Anschluss das "3D-Boxen erzeugen" Werkzeug selektiert und einen Würfel aufgezogen, der zumindest grob in das Hilfspolygon passte. Über die Einstellungen zu diesem Werkzeug habe ich dann die Feinjustierung vorgenommen, d.h. den X-Winkel auf 30, den Y-Winkel auf 90 und den Z-Winkel auf 150 gestellt - womit mein Würfel nahezu perfekt mein Hilfspolygon überdeckte.

Da der Würfel aber für mein geplantes Ziel viel zu groß war, selektiere ich das "Objekte Auswählen und verändern" Werkzeug und verkleinerte ihn, bei gedrückt gehaltener Strg-Taste, mit den angezeigten Anfassern auf ein passendes Maß.
Das Hilfspolygon war damit überflüssig und ich konnte die entsprechende Ebene im Ebenen-Dialog durch das entsprechende Symbol (ein rotes Kreuz) wieder entfernen.
Aufgrund der Tatsache, dass ich viele Würfel benötigen würde und diese auch noch ordentlich aneinander ausrichten wollte, fügte ich sogleich wieder eine neue Ebene unterhalb meiner Würfel-Ebene ein, um mittels "Freihandlinie zeichnen" eine Hilfslinie, die ich unterhalb des Würfels ausrichtete, einzufügen. Die Linie kann übrigens erstmal grob gezogen und anschließend durch Doppelklick darauf passend hingedreht werden.
Nun selektierte ich wieder den Würfel (wodurch automatisch die entsprechende Ebene aktiv wird) und klickte daraufhin auf "Gewählte Objekte duplizieren", wodurch eine Kopie des Ursprungswürfels entstand, die ich nach rechts zog und an der Hilfslinie, mit ein wenig Abstand zum Ursprungswürfel ausrichtete.

Das gleiche Spiel wiederholte ich, bis vier Würfel in einer Reihe waren. Anschließend erfolgte wieder ein Wechsel auf die Ebene mit der Hilfslinie, um dort eine weitere Hilfslinie einzufügen.
Bei gedrückt gehaltener Umschalt-Taste wählte ich dann alle vier Würfel aus, um über "Gewählte Objekte duplizieren", diese dann vor die erste Würfelreihe zu setzen und dabei an der neuen Hilfslinie auszurichten. Auch hierbei achtete ich darauf, dass ein gewisser Abstand zwischen den Würfelreihen vorhanden blieb.

Auch dieses Spiel wiederholte ich, bis vier Reihen an Würfeln, und damit die Grundlage, fertig waren. Jetzt galt es, diese Grundfläche an Würfeln komplett zu markieren und anschließend zu duplizieren, um auf diesem Wege drei weitere Schichten aufzutürmen. Damit das halbwegs ordentlich gelingt, habe ich aus dem linken Linial einfach eine Hilfslinie herausgezogen und eine Kante immer daran ausgerichtet - und natürlich darauf geachtet, dass zwischen den Schichten auch ein wenig Platz bleibt...

Zwar befinden sich alle Würfel nunmehr auf einer Ebene, doch behandelt "Inkscape" die einzelnen Vektorgrafiken weiterhin als separate Objekte, so dass mit Hilfe des Werkzeugs "Objekte auswählen und verändern" jederzeit ein beliebiger (sofern sichtbar) Würfel ausgewählt und aus dem Gesamtobjekt herausgezogen werden kann. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!
Doch bevor ich mich daran ausgelassen habe, selektierte ich die aus dem Lineal herausgezogene Hilflinie und entfernte diese, in dem ich sie einfach rechts aus dem Bearbeitungsbereich herauszog. Danach löschte ich noch die Ebene mit der Hilfslinie und hatte dann nur noch meinen, aus vielen Kleinen, bestehenden Würfel vor mir, was zur Übersichtlichkeit beitrug und letztlich zu dem folgenden Resultat führte.

Dieses, mit "Inkscape" sehr einfach zu erstellende Szenario befriedigte mich aber noch nicht wirklich, so dass ich mich für eine Folgeverarbeitung, der als SVG-Datei (Vektorgrafik) gespeicherten Version, unter Nutzung von "Gimp" entschloss.
Schließlich heisst meine Überschrift ja "Exploding Cube" - und so musste zwangsläufig zu den wegfliegenden Würfeln noch ein bisschen Effektmaterial beigemischt werden. Und dafür ist "Gimp" das Mittel der Wahl!
Also die Datei in "Gimp" geöffnet und auf einer neuen Ebene, die ich im Ebenen-Dialog ganz unten anordnete, einen schwarzen Hintergrund eingefügt.
Für die ersten Lichtstrahlen habe ich eine neue Ebene oberhalb des Würfels eingefügt und mit dem Pinsel-Werkzeug, einem weichen Pinsel und der Verblassen-Option ein wenig Licht herbeigezaubert. Da diese Lichtstrahlen auch bestimmte Bereiche der Würfel-Deckel (Oberflächen) überzeichnete, die normalerweise sichtbar wären, habe ich im Anschluß einfach die Lichtstrahlen Ebene über das Auge-Symbol im Ebenen-Dialog ausgeblendet und die betreffenden Würfel-Deckel mit dem Zauberstab-Werkzeug und einem Schwellwert von 0 selektiert. Die Lichtstrahlen-Ebene wieder eingeblendet und ausgewählt sowie mit einem Druck auf die Entfernen-Taste die Lichtstrahlen zugeschnitten. Mit der Tastenkombination Umschalt-Strg-a die Auswahl entfernt und fertig waren die ersten Lichtstrahlen.
Auf diese Art und Weise kamen mit der Zeit immer mehr Lichtstrahlen aus dem Würfelgebilde - wobei mir das nach Fertigstellung als zu viel des Guten erschien und ich einige Lichtstrahlen wieder entfernte.
Noch eine Spiegelung des Würfels, durch Duplizieren der Würfel-Ebene und Auswahl von "Ebene -> Transformation -> vertikal spiegeln", hinzugefügt und mit einem Farbverlauf (schwarz/weiß) in einer zuvor erstellten Ebenenmaske,"Weiß (volle Deckkraft)", ausgeblendet.
Da ein realistischer Rauch mit dem "Real Smoke"-Pinsel so schön unkompliziert ist, habe ich auch noch davon ein wenig hinzugefügt.

Damit war die Idee eigentlich schon umgesetzt und - für mich - recht ansprechend. Doch weil es soviel Spaß gemacht hat, experimentierte ich natürlich noch ein bisschen weiter. So habe ich die einzelnen Flächen der Würfel-Stukturen mit dem Zauberstab (und einem Schwellwert von 0) ausgewählt und auf einer neuen Ebene mit einem Farbverlauf versehen.

Danach kam wieder "Inkscape" zum Einsatz, denn ich wollte noch einen Fußboden bauen. Hierzu habe ich meine SVG-Datei mit dem Würfel-Konstrukt geöffnet und einen Quader aus der Masse herausgezogen und den Rest ins Nirvana verbannt. Mit dem "Bearbeiten der Knoten oder der Anfasser eines Pfades" Funktion habe ich dann die Seiten des Würfels einzeln angeklickt und umgefärbt. Desweiteren habe ich mir, wie bereits eingangs beschrieben, wieder eine Hilfslinie auf einer separaten Ebene gezogen.

Im Anschluss ging es wieder daran, eine Vielzahl von Quadern aneinander auszurichten (mit einem kleinen Abstand), und so eine Fläche zu produzieren, in der der ein oder andere Quader herausragt bzw. abgesenkt ist. Die Vorgehensweise hierfür war identisch mit der oben bereits beschriebenen. Nach Fertigstellung habe ich auch diesen Fußboden-Entwurf als SVG-Datei gespeichert und anschließend über "Datei -> Als Ebene öffnen" mit "Gimp" in meinem Würfel-Bild geöffnet, herausragende und abgesenkte Quader farblich hervorgehoben und deren Oberfläche über "Filter -> Dekoration -> Rand abschrägen" ein wenig abgeflacht. Die Seitenteile mit entsprechenden Farbverläufen versehen und FAST fertig war ich!

Zu guter letzt habe ich den Fußboden auch noch ausgeblendet, in dem ich auch hier eine Ebenenmaske nutzte. Das Resultat, der "explodierende Würfel" war so in Zusammenarbeit von "Inkscape" und "Gimp" schnell erstellt und zeigt recht deutlich, dass sowohl Vektor- als auch Pixel-Grafiken - und insbesondere die Programme, die für deren Erstellung genutzt wurden, wunderbar harmonieren! Teurer Software für das Betriebssystem aus Redmond bedarf es dafür nicht!


Kommentare
Guter Effekt
Heinrich Pape, Mittwoch, 03. November 2010 18:01:31
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Der Effekt ist ja ganz gut und nett.
Richtig gut würde es werden, wenn nun noch der Schattenwurf dazu kommt. Da beiße ich mir bisher immer die Zähne aus.... :-)

Gruß
HP


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Re: Guter Effekt
Frank Deneke (unangemeldet), Donnerstag, 04. November 2010 07:18:15
Ein/Ausklappen

Ja, mit dem Schatten haut das bei mir irgendwie noch nicht so ganz hin (wie bei der fliegenden Kuh auch ;-).
Aber eins ist sicher: "Auch nach diesem Sommer Spezial werde ich daran arbeiten..."
Hast Du denn vielleicht einen Tip, wie und mit welchem Programm man vielleicht eine Pixelgrafik nachträglich "beleuchten" und damit ggf. einen Schattenwurf simulieren kann?!
Gruß
Frank


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Infos zum Autor

Frank Deneke

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Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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