Home / User-Blogs / Aus dem Leben eines Hardware-Redakteurs / Kein Internet, na sowas?!?

(c) nkzs, sxc.hu
(c) nkzs, sxc.hu

Kein Internet, na sowas?!?

→ Zum Blog von Marcel Hilzinger

Das Schöne an Linux ist, dass man damit alles selbst machen kann. Egal ob Firewall, Router, Datei-, Multimedia- oder Druckerserver -- es gibt schlicht für jede Aufgabe eine passende Software und ein mehr oder weniger brauchbares Howto im Internet. Deshalb ist bei mir zuhause das Internet fein säuberlich eingerichtet. Der "Server" sorgt für den grundlegenden Internetanschluss und arbeitet zugleich als Router. Dahinter befindet sich ein Switch fürs heimische Arbeits- und Testnetz, ein IP-Telefon und ein zweiter Router, der das private Netz vom Arbeitsnetz versorgt und der auch die WLAN- Funktionalität sicherstellt.

Was in der Theorie und bei mir super funktioniert hat, scheint bei der besten aller Ehefrauen nicht zu klappen. "Kein Internet" bekam ich deshalb immer wieder mal zu hören, was einen Gang zum Router nötig machte, der zwar von der Sendeleistung her prima funktioniert, aber doch ab und zu mal einen Aussetzer hatte. Also habe ich mich letzte Woche -- im Urlaub -- endlich dazu entschlossen, einen neuen WLAN-Router zu kaufen, mit Gigabit-Switch und 802.11n. Quasi fit für die Zukunft.

Was als Kauf für die Zukunft (und entspanntes Surfen) geplant war, erwies sich allerdings zunächst als Fehlkauf. Das Discounter-Gerät der Marke TP-Link ließ die beste aller Ehefrauen schon nach 35 Minuten Surfvergnüngen zu Wort kommen: "Kein Internet!". Tatsächlich hatte sich das komplette Gerät aufgehängt, auch per Ethernet war nicht mehr an das Gerät heranzukommen. Also neu gebootet, Position optimiert um ein Überhitzen zu verhindern und wieder ab an den Rechner. Doch nach 25 Minuten das gleiche Spiel: Der WLAN-Router hatte sich aufgehängt. Da half auch ein Firmware-Update und mehrfaches Resetten nichts.

Zum Glück versprach die Verpackung für das Produkt 5 Jahre Garantie (sonst hätte ich den etwas teureren, Linux basierten Router von Linksys gekauft, der im Regal gleich daneben stand, aber leider keinen Gigabit-Switch mitbrachte). Also ich am nächsten Tag zurück in den MM und Gerät umgetauscht. Von einem Serienfehler wisse man nichts, ich solle es doch noch einmal probieren. Und siehe da: Nach der Installation klappte alles wie gewünscht und volle drei Tage lang hörte ich die beste aller Ehefrauen kein einziges Mal über eine mangelnde Internetverbindung klagen.

Heute war es dann wieder soweit: nach dem Abendessen klingt es aus dem Wohnzimmer:

"Kein Internet!"

Also nichts wie hin zum Router. Doch siehe da, die LEDs blinken wie verrückt (also alles ganz normal) und ich bekomme auch sogleich eine IP-Adresse. Was liegt da näher, als ein Produkt des gleichen Herstellers zu verdächtigen. Der Switch daneben sieht ziemlich eingefroren aus: Sämtliche LEDs leuchten permanent und ich bekomme im Testnetz keine IP-Adresse vom DHCP-Server.

Also TP-Link verflucht, Switch neu gestartet und nach unten (ins Wohnzimmer) geschrien "Funktioniert's jetzt?". Doch die gewünschte Antwort bleibt aus.

Nach rund 15 Minuten Fehlersuche fällt mir zum ersten Mal etwas seltsames auf: Bei der Anfrage an den DHCP-Server erhält mein Notebook zwar eine DHCPOFFER-Meldung aber keine IP-Adresse. Wenig später ist dann das Problem in den Logdateien des Servers gefunden:

dhcpd: commit_leases: unable to commit: No space left on device

Tja, wer hätte das gedacht. Das nächste Mal sollte ich vielleich vor dem Download einer neuen Distro überprüfen, ob noch mehr als 4 GByte freier Platz zur Verfügung stehen. TP-Link ist entlastet, der Schuldige sitzt wie so oft vor dem Rechner...

Bookmark and Share

Kommentare
wer hat denn da ....
Unlimitopen (unangemeldet), Donnerstag, 11. Februar 2010 14:32:15
Ein/Ausklappen

Wer hat denn da seinen Sever bzw. seine Platten nicht korrekt partitioniert, sollen wir denn ins / System Iso's herunterladen? ;-))

Ist nur spaß!

Viele Grüße!



Bewertung: 182 Punkte bei 9 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: wer hat denn da ....
Marcel Hilzinger, Donnerstag, 11. Februar 2010 15:15:03
Ein/Ausklappen

Hast schon recht. Die Systemplatte ist "nur" 4o GByte groß und eigentlich nicht für Downloads gedacht, deshalb habe ich da auch nicht groß partitioniert. Eigentlich sollte in den Rechner noch eine zweite Platte, aber wie das so geht...


Bewertung: 162 Punkte bei 6 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Ja, Ja, der Heimadmin Alltag
Christian Berg, Mittwoch, 10. Februar 2010 23:23:24
Ein/Ausklappen

So ähnlich ging es bei mir auch die letzten Monate zu. Allerdings mit dem Worten "Warum ist das Internet so langsam", oder "Drucker geht schon wieder nicht".

Daher wurde die Leitung auf 10Mbit aufgestockt und der blöde Drucker von meinem Rechner auf Ihren umgesiedelt. Ich drucke sowieso viel zu selten, da ist es sinnvoller wenn ich den über das Netzwerk drucken muss.

Seitdem herrscht wieder Friede im Haus.


Bewertung: 181 Punkte bei 7 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
Re: Ja, Ja, der Heimadmin Alltag
Frank Wendel (unangemeldet), Freitag, 19. Februar 2010 10:09:05
Ein/Ausklappen

Das mit dem Drucker kenne ich auch. Da bei uns aber Linux und XP im Netzwerk arbeiten, habe ich mich entschlossen den Drucker an die Fritzbox anzuhängen und als Netzwerkdrucker zu konfigurieren. Auf den kann man nun vom ganzen Haus aus zugreifen und es herrscht Frieden.




Bewertung: 178 Punkte bei 7 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

1368 Hits
Wertung: 235 Punkte (13 Stimmen)

Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

Zum Blog von Marcel Hilzinger →