Ubuntu 18.04 nutzt standardmäßig wieder Xorg anstelle von Wayland

Ubuntu 18.04 nutzt standardmäßig wieder Xorg anstelle von Wayland

Bionic Beaver setzt auf Xorg

Tim Schürmann
26.01.2018 Wer sich unter Ubuntu 17.10 anmeldet, startet standardmäßig eine Sitzung mit dem designierten X11-Nachfolger Wayland. In einer Pressemitteilung hat Canonical jetzt angekündigt, dieses Verhalten in Ubuntu 18.04 wieder zu ändern.

Ubuntu 18.04 startet standardmäßig wieder Xorg und somit X11. Anwender sollen aber im Anmeldebildschirm schnell auf eine Wayland-Sitzung umschalten können.

Wie Canonical-Mitarbeiter Will Cooke im Unternehmensblog erläutert, habe man Wayland in der Version 17.10 absichtlich standardmäßig aktiviert. Nur so hätte man herausfinden können, ob Wayland schon für die nächste Version praktikabel gewesen wäre. Diese im April erwartete Version von Ubuntu erhält wieder eine Langzeitunterstützung und wird somit von Canonical über fünf Jahre mit Updates versorgt. Aus diesem Grund müssen die Entwickler gut abwägen, welche Software sie in Ubuntu 18.04 ausliefern.

Nach der Hälfte der Entwicklungszeit hat das Ubuntu-Team jetzt ihre Entscheidung noch einmal überprüft und sich schließlich gegen die standardmäßige Aktivierung von Wayland ausgesprochen. Der Grund seien laut Will Cooke drei Gründe:

  • Screensharing-Software wie Google Hangouts, Skype oder WebRTC-Anwendungen arbeiten unter X11 reibungslos.
  • Gleiches gilt für Programme, mit denen sich der Desktop fernsteuern lässt – wie etwa RDP- und VNC-Clients.
  • Die Wiederherstellung nach einem Absturz der Gnome Shell ist unter X11 (beziehungsweise der Implementierung Xorg) weniger dramatisch.

Für die ersten beiden Punkte arbeiten die Wayland-Entwickler bereits an einer Lösung, deren Umsetzung aber noch etwas dauern wird. Bis dahin sei Xorg die bessere Alternative für alle Anwender, die Screensharing-Funktionen benötigen.

Bei einem Crash der Gnome Shell unter X11 kann sich die Desktop-Umgebung unabhängig vom Display-Server neu starten. Die Anwendungen laufen dabei weiter. Idealerweise kann man nach dem Absturz direkt weiterarbeiten. Bei einer Wayland-Sitzung werden bei einem Crash jedoch auch die Programme und die komplette Sitzung beendet. Auch hier sind Lösungen in Arbeit, die aber vermutlich erst mit Gnome 4 zum Einsatz kommen.

Die Wahl von Xorg sei daher für „Out of the Box“ User die bessere und stabile Wahl. Ob Wayland wieder in Ubuntu 18.10 standardmäßig startet, entscheiden die Entwickler später.

Ähnliche Artikel

Kommentare

Aktuelle Fragen

JQuery-Script läuft nicht mit Linux-Browsern
Stefan Jahn, 16.02.2018 12:49, 2 Antworten
Hallo zusammen, ...folgender goldener Code (ein jQuery-Script als Ergebnis verschiedener Exper...
XSane-Fotokopie druckt nicht mehr
Wimpy *, 30.01.2018 13:29, 0 Antworten
openSuse 42.3 KDE 5.8.7 Seit einem Software-Update druckt XSane keine Fotokopie mehr aus. Fehler...
TOR-Browser stürzt wegen Wikipedia ab
Wimpy *, 27.01.2018 14:57, 0 Antworten
Tor-Browser 7.5 based on Mozilla Firefox 52.8.0 64-Bit. Bei Aufruf von http: oder https://de.wi...
Wifikarte verhindert Bootvorgang
Maik Kühn, 21.01.2018 22:23, 1 Antworten
iwlwifi-7265D -26 failed to load iwlwifi-7265D -25 failed to load iwlwifi-7265D -24 failed to l...
sharklinux
Gerd-Peter Behrendt, 18.01.2018 23:58, 2 Antworten
Hallo zusammen, ich habe sharklinux von der DVD Installiert. 2x, jedesmal nach dem Reboot ist di...