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Wojciech Gajda, Fotolia.de
Wojciech Gajda, Fotolia.de
Rob Weirs Zweifel

ODF-Kompatibilität von MS Office 2007: Großer Schritt rückwärts?

05.05.2009 Einem aktuellen Test zufolge ist es mit der versprochenen ODF-Kompatibilität von Microsoft Office mit dem Service Pack 2 nicht weit her. Die Tabellenkalkulation Excel SP2 zeigt zumindest große Schwierigkeiten, die Werte aus ODF-Tabellen zu übertragen.

Der IBM-Mitarbeiter und Standards-Aktivist Rob Weir hat die Kompatibilität des freie Dokumentenstandard ODF (Open Document Format) in verschiedenen Kombinationen mit Büroanwendungen getestet. Sein Resümee: „Dies ist ein großer Schritt rückwärts.“ In einem ähnlichen Test kam Weir Anfang März auf seiner Webseite zu zufriedenstellenden Ergebnissen, hier hatte er für die Microsoft-Excel-Tabellen jedoch das Plugin von Sun sowie das Microsoft-eigene Plugin CleverAge verwendet. Mittlerweile hat Microsoft das Service Pack 2 für seine Büroanwendungssoftware MS Office veröffentlicht, und nach eigenem Bekunden sollte das freie Dokumentformat nun nativ unterstützt werden.

Also testete Weir erneut, diesmal mit dem Neuzugang MS Office 2007 SP 2 mit integriertem ODF-Support, und er ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Er schreibt: „Unglücklicherweise hat dieser Support in meinen Tests nicht gut abgeschnitten.“ Folgend Weirs Beobachtung entfernt Excel SP2 Formeln, so dass nur der zuletzt gespeicherte Wert der Zelle erhalten bleibt. Er fasst zusammen: „Grundsätzlich verwandelt SP2 eine ODF-Tabellenkalkulation in eine reine 'Tabelle mit Zahlen', und jede Kalkulationslogik ist verloren.“

In Excel erzeugte ODF-Datei nach der Konvertierung.

Auch mit Tabellenkalkulationen, die aus ODF-Format in Excel-Tabellen importiert werden, gibt es Probleme. „Excel 2007 SP2 nimmt Tabellenkalkulationsformeln mit, aber platziert sie in einen Excel Namespace. Dieser Namespace ist nicht das, was OpenOffice und andere ODF-Applikationen nutzen, (..) es ist noch nicht einmal der OOXML Namespace.“

Besonders im Vergleich mit dem Test von vor zwei Monaten zeigt sich der Standards-Experte enttäuscht. Seiner Meinung nach kann der Grund nicht die technische Komplexität sein: „ Tabellenkalkulations-Interoperabilität ist nicht schwer. (...) Das falsch hinzubekommen, braucht mehr Anstrengung, als es richtig zu machen. Es ist vor allem frustrierend, weil wir wissen, dass die darunter liegenden Applikationen die gleiche grundlegende Formelsprache unterstützen, oder etwas, was dem sehr nahe kommt.“ Es fällt ihm schwer, dem Unternehmen keine Absicht zu unterstellen, und er fordert den Konzern auf, den Code aus SP2 zu entfernen, der diese Komplikationen verursacht. Er schreibt: „(...) Ich komme nicht umhin zu bemerken, dass dieselbe Applikation – Microsoft Excel 2007 – ODF-Tabellendokumente ohne Probleme verarbeitet, wenn die mit den Plugins von Sun oder CleverAge geladen werden. Wenn jedoch der 'verbesserte' integrierte Code in Office 2007 SP2 verwendet wird, scheitern sie kläglich.“

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Kommentare
Microsoft Office verwendet veraltete Version von ODF
Romana Dorfer (unangemeldet), Samstag, 16. Mai 2009 20:59:23
Ein/Ausklappen

In der Version 1.0 von OpenDocument wird nicht genau deffiniert wie Formeln für Tabellen zu speichern sind. Es gibt deshalb keinen einheitlichen Standart für Formeln in Tabellen. Fast jedes Programm speichert die Formeln anders ab.
Das Problem wurde allerdings in der Version 1.2 behoben.
http://de.wikipedia.org/wiki/OpenDocument#Kritik

Microsoft soll unbedingt ein neues Update herausgeben wo die Version 1.2 untestützt wird, damit es endlich einen einheitlichen Standart für Office-Dateien gibt.




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