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Nouveau ist keine Hautcreme

Nvidia-Nutzer bekommen neuen Standardtreiber

22.02.2010 Der Nv-Treiber diente lange als Standardtreiber für Nvidia-Grafikkarten. Nun haben die Ubuntu-Entwickler ihn für Ubuntu 10.04 durch Nouveau ersetzt. Der bringt jedoch nicht nur Vorteile.

Ubuntus Bryce Harrington kündigte am Freitag an, dass die Nouveau-Treiber nun offiziell die Nv-Treiber ersetzen. Wörtlich schreibt er: "Nach mehreren Monaten Testen und Integrieren, sind wir letzte Nacht vom Nv- zum Nouveau-Treiber gewechselt. Wenn Ihr Nvidia-Karten verwendet und keine proprietären Treiber benutzt, betrifft Euch dieser Wechsel."

Die Entscheidung für Nouveau liegt unter anderem in dessen Unterstützung für Kernel Mode Setting. Dank KMS sorgt der Kernel bereits beim Booten für die richtige Bildschirmauflösung, wodurch das Flackern wegfällt, was dem Anwender ein flüssigeres und hübscheres Booterlebnis beschert.

Daneben gibt es auch praktische Seiten von KMS: Wer mehrere Benutzer anlegt, wechselt nun schneller zwischen diesen hin und her. Zudem unterstützt Nouveau Dual View, wodurch sich Rechner mit zwei Bildschirmen betreiben lassen. Auch das Schlafen und Aufwachen von Rechnern (Suspend/Resume) verbessert sich dank KMS. Nicht zuletzt wird der Nouveau-Treiber laut Harrington besser betreut.

Der Wechsel geht jedoch nicht ohne Probleme über die Bühne: Die Tests zeigen, dass der neue Treiber mit einigen Nvidia-Modellen nicht kooperiert - der Link führt zu einer Liste mit den entsprechenden Modellen. Die meisten Nutzer würden laut Harrington aber von den Neuerungen profitieren. Wer eines der nicht unterstützten Modell verwendet, muss das Gerät vermutlich im "abgesicherten Grafikmodus" booten und dann den alten NV- oder den Vesa-Treiber einsetzen.

Momentan verwendet das Projekt zudem zurück portieren Nouveau-Code (Backport), der eigentlich für Kernel 2.6.33 bestimmt ist, Ubuntu 10.04 wird aber die Version 2.6.32 mitbringen, weshalb in der Testphase bis Ende April wohl noch einige Veränderungen auftreten werden. Und: Der Nouveau-Treiber unterstützt keine 3D-Beschleunigung. Vermutlich liefert das X.org-Edgers-PPA eine Variante des Treibers, der ansatzweise 3D-Support mitbringt, doch ist dessen Einsatz riskant und wird nicht offiziell unterstützt.

Wer zudem Nvidias proprietäre Treiber verwendet, um für die Karte 3D-Support zu erhalten und etwa grafisch aufwändigere Spiele und Programme zu nutzen, profitiert nur indirekt von dem neuen Treiber. Der propietäre Nvidia-Treiber unterstützt Kernel Mode Setting bisher nicht, wann und ob die Nvidia-Entwickler dem Treiber diese Fähigkeit spendieren, ist noch offen, zumindest denken die Entwickler darüber nach. Positiv ist, dass die Entwickler den Wechsel von den offenen Nouveau-Treibern zu den proprietären Nvidia-Treibern nach der Installation vereinfachen wollen. Wer sich die Neuerungen anschauen will, hat vermutlich diese Woche Gelegenheit: Am Donnerstag soll die dritte Alpha-Version von Ubuntu 10.04 erscheinen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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