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BtrFS, Fastboot, WiMAX und Mode Setting

Kernel 2.6.29 ist fertig

24.03.2009 Kernel 2.6.29 ist da und bringt wieder eine Reihe neuer Features mit. Wir stellen die wichtigsten vor und erklären, was es damit auf sich hat.

Neu im Kernel ist die kernelbasierte Konfiguration des Grafikmodus (kernel mode setting): Das bedeutet, der Kernel sorgt nun dafür, dass Anwender nach dem Hochfahren auf dem Bildschirm auch etwas sehen. Er stellt die Farbtiefe ein und auch die Auflösung des Monitors. Er erkennt zudem, ob es sich um mehrere Monitore handelt (Multihead) und reagiert, wenn jemand spontan einen neuen Monitor einstöpselt (hotplug).

Die zentrale Steuerung per mode setting beseitigt unter anderem Konflikte, die entstehen können, wenn mehrere Grafiktreiber abwechselnd oder parallel auf die Grafikkarte zugreifen (VGA, X.org, FB). Von der Neuerung profitiert auch Suspend/Resume, zudem lässt sich X nun ohne Root-Rechte betreiben und das Booten sowie der fliegende Benutzerwechsel sollten zukünftig schneller und ohne Flackern vor sich gehen.

Die Vorteile des Kernel mode setting bekommen momentan aber nur Intel-Nutzer mit, denn auch der X.org-Treiber muss das Feature unterstützen. Andernfalls kommt es zu Abstürzen - die X.org-Unterstützung von mode setting für andere Grafikkarten befindet sich noch im Alpha-Stadium.

Als neues Dateisystem ist nun das vom Oracle-Ingenieur Chris Mason entwickelte BtrFS an Bord. Wer es einsetzen will, sollte wissen, dass es noch ziemlich instabil ist. Desweiteren lässt sich Ext4 nun auch im Journal-freien Modus betreiben (und wird dadurch etwas schneller) und auch SquashFS unterstützt der Kernel endlich. Es kommt vor allem bei Live-CDs zum Einsatz. EcryptFS verschlüsselt auf Wunsch nicht nur Dateien, sondern auch Dateinamen über einen Filename Encryption Key.

Der mac80211 WiFi-Stack des Kernels erlaubt es, unterstützte WLAN-Karten nun mit Hilfe des Kernels und des HostAP-Daemon als Access Points zu betreiben. Die Konfiguration übernimmt dabei die cfg80211-API, die unter anderem das Iw-Projekt verwendet. Über Wext und Iwconfig lässt sich der Modus indes nicht einstellen, zudem müssen ihn die WLAN-Treiber unterstützen.

Auch im mac80211-Stack steckt nun ein Energiespar-Feature, dass die WLAN-Karten in den Sparmodus schickt, wenn es längere Zeit keine Aktivität mehr gibt. Zudem bringt der Kernel 2.6.29 ein paar neue LAN-Treiber (smsc LAN911x, smsc LAN921x, smsc LAN9420) mit und das veraltete Bluetooth-Modul hci_usb gibt es nicht mehr. WiMAX fördert der neue Kernel ebenfalls mit einem eigenen Stack: Intel hat diesen entwickelt und liefert auch gleich einen Treiber für Intels WiFi/WiMAX Link 5x50 mit.

Zu den weiteren Neuigkeiten gehören die Integration von Arjan van de Vens Fastboot-Patch, das aber standardmäßig deaktiviert ist, weil es noch Probleme bereitet. Über den Kernel-Parameter "fastboot" können Mutige es dennoch aktivieren. Es beschleunigt den Bootvorgang durch die Parallelisierung von Bootprozessen. Suspend und Resume sollen nun durch weitere Tweaks noch besser funktionieren. Wer einen schnellen Rechner mit - sagen wir - 4096 CPUs hat, darf sich auch über eine bessere Unterstützung durch den neuen Kernel freuen. Nicht zuletzt warten ein Haufen Treiber für WLAN (etwa rt2860 und rt2870) sowie andere Geräte im "Staging"-Bereich auf ihren Auftritt. Diese Treiber sind zwar unfertig, werden aber dennoch vom Kernel unterstützt, um ihre Entwicklung voranzutreiben.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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