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Reboot nach der Installation

Internet Explorer 8 bringt keine Überraschungen

22.03.2009 Microsoft hat die achte Version des Internet Explorers veröffentlicht. Die neue Version glänzt mit vielen Features und leidet an alten Schwächen.

Die schlechteste Nachricht vorneweg: Ja, auch beim Internet Explorer 8 ist ein Reboot nach der Installation notwendig. Ja, auch auf Windows Server 2008. Es ist anzunehmen, dass auch die neueste Version des Browsers tief in das System eingreift und diverse Einstellungen und Bibliotheken auf den "neuesten Stand" bringt.

Allein das ist für den sicherheitsbewußten Admin Grund genug, mit dem Einsatz des Browsers im produktiven Umfeld noch einige Monate zu warten, bis andere die gröbsten Fehler entdeckt haben und Microsoft Patches bereitstellt.

Für Linux-User und Server-Administratoren unfassbar: Auch der Internet Explorer 8 verlangt auf Windows Server 2008 einen Reboot nach der Installation. Was er im System alles verändert hat, erfährt der Benutzer nicht.

Aber auch der eingefleischteste Linuxler muss zugeben: Der IE8 hat gute Seiten. Er ist deutlich flotter als viele seiner Vorgänger und Konkurrenten, startet viel schneller als Firefox 3.0.7 (natürlich dank des üppigen Preload von Libraries) und bringt zahlreiche Neuerungen mit, die zusammen eine Art "Best Of" der Browserwelt ausmachen. Der IE 8 gruppiert Tabs automatisch, kennzeichnet sie farbig und stellt eine übersichtliche Vorschau bereit: Im "Porno"- oder "Stealth"-Mode namens InPrivate-Browsing verspricht Microsoft dem Benutzer absolute Anonymität:

Kompatibilität mal anders

Den Compatibility Mode hat sich Microsoft selbst eingebrockt. Der Konzern setzt jetzt auf die Einhaltung von Standards wie HTML oder CSS, die seit mehreren Jahrzehnten im Web gelten. Weil Microsoft aber früher gerne seine Marktmacht einsetzte, um in den Browserkriegen der Neunziger eigene Vorteile durchzusetzen, existieren zahlreiche nicht-standardkonforme Webseiten, die nur Versionen des Internet Explorers korrekt darstellen konnten. Der neue Browser aber hält sich an die Standards und braucht daher einen extra Modus, um die alten, MS-konformen, aber nicht den Regeln entsprechenden Seiten darzustellen.

Neues im Look and Feel

Die Neuigkeiten im Aussehen und den Funktionen erinnern stark an die besten Firefox-Add-Ons. Wenig überraschend gilt für die meisten davon auch: Wer ein wenig sucht, kann seinen Mozilla jederzeit genauso ausstatten wie der IE8 daherkommt, dank der großen Community in den meisten vielen Fällen sogar besser und aktueller.

Ein gutes Beispiel dafür ist das kleine aber nützliche Firefox-Add-On "Add to Search Bar". Ist es installiert, kann der Mozilla-Brwoser jedes Suchfeld in beliebigen Webseiten schnell zu seiner Searchlist hinzufügen. Die Abbildung unten zeigt das in Firefox für die Suche auf den Seiten des Linux-Magazins. Für den Internet Explorer haben die Autoren keine vergleichbare Funktion gefunden, die so etwas mit nur zwei Mausklicks einrichtet. Die Microsoft-Kunden sollen wohl eher auf die Search-Provider setzen, der Verdacht liegt nahe, dass hier nicht Community-Gedanken, sondern kommerzielle Interessen eine Rolle spielen.

Viele Add-Ons gibt es auch für den Internet Explorer 8, aber im Gegensatz zu Firefox stehen dabei häufig kommerzielle Interessen dahinter, die viele einfache Features zu blockieren scheinen.

Auch in Sachen Sicherheit hat Microsoft nachgelegt. Wer erstmal die Hürden des Protected Mode (Geschützter Modus) auf den neueren Redmonder Systemen genommen hat, kann dank des Smart Screen Filters jede Webseite, die er gerade betrachtet, mit bei Microsoft gemeldeten, schädlichen Sites vergleichen lassen. Was der IE dabei alles übermittelt, bleibt allerdings vorerst sein Geheimnis.

Guter Gesamteindruck - aber braucht's das?

Insgesamt bleibt ein guter und schneller Eindruck, allerdings von einem Browser, der nicht überraschen kann. Die nächste Firefox-Version 3.5 steht bereits vor der Tür. Dessen Entwickler dürfen den neuen Konkurrenten Internet Explorer 8 gelassen betrachten.

Sowohl bei Features, Sicherheit und Performance braucht sich die Open-Source-Fraktion nicht verstecken, der Erfolg und das große Vertrauen, das Mozillas Firefox genießt, dürfte durch den IE8 nicht gefährdet sein. Schon allein, weil der Internet Explorer immer noch nicht auf Linux kommen wird - zumindest hat niemand von Microsoft diese Frage von Linux-Magazin Online beantwortet. Zum Download steht der IE8 übrigens hier.

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Kommentare
lmao
Daniel Gultsch, Sonntag, 22. März 2009 13:31:01
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hammer geile überschrift. ich würde nach erwähnen, dass man den IE nicht über die Paketverwaltung von Windows installieren kann.


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