Aufkleber für Linux-freundliche Verkäufer

Monika Adamczyk, Fotolia.de
Monika Adamczyk, Fotolia.de

Bitte recht freundlich!

Anika Kehrer
12.06.2009 Zu Zeit entsteht das praxisnahe Projekt "Linux Users Welcome". Es will einerseits Rechnerläden zu einem Kompatibilitätsbekenntnis zu Linux bewegen. Andererseits soll die Community Linux-freundliche Händler auszeichnen.

Mit 'Linux Users Welcome' sollen sich Geschäfte kennzeichnen können, die es Linux-Benutzern leicht machen die richtige Hardware zu finden, erschließt Christian Beuschel am 31. Mai 2009 im Ubuntu-Forum seine Initiative. Aufkleber sollen in Geschäften Linux-kompatible Hardware kenntlich machen. Eine weitere Überlegung ist, mittels eines Plakats Linux-freundliche Händler zu kennzeichnen, die zum Beispiel Geräte bei fehlender Linux-Unterstützung zurücknehmen oder vor Ort im Laden Testläufe erlauben.

Ein Unterstützer der Idee aus dem Forum, Steffen Wendzel, hat inzwischen Beuschels Idee als Webseite umgesetzt und eine Domain bestellt. Hier sollen einerseits Anwender Geschäfte eintragen, mit denen sie zufrieden waren. Andererseits können Händler sich selbst eintragen. Meldet jemand einen Wortbrecher, fliegt dieser wieder hinaus. Auch ein konkreter Vorschlag für einen Sticker liegt bereits vor.

Prinzipiell soll jeder Händler die Plakate und Sticker verwenden können, erläutert der Initiator aus dem Allgäu gegenüber Linux-Magazin Online. "Wir möchten es aber so gestalten, dass ein zufriedener Kunde den Geschäften ein Plakat vielleicht als Anhang zum einem kleinen Dankesschreiben für den guten Service überreicht", so Beuschel weiter. Den Hardware-Aufkleber können Geschäfte selbst auf Hardware kleben, die bereits getestet wurde.

Der Informatik-Student kauft öfters Hardware für technisch wenig interessierte Bekannte ein, die er von Linux überzeugt hat, erklärt er Linux-Magazin Online den Hintergrund der Idee. Dazu zählen etwa Drucker, Scanner, Webcams oder WLAN-Karten. Er selbst beschäftigt sich seit 1998 mit Linux. So erwuchs die Initiative aus persönlicher Erfahrung, schreibt er auch im Forum: "Immer wieder stehe ich vor einem Verkäufer und sage: Ich möchte eines dieser Geräte kaufen, aber es muss mit Linux funktionieren. Mein Notebook habe ich dabei. Darf ich es testen?" Es gebe zwar einen Laden seines Vertrauens, der dieses Anliegen unterstützt, so Beuschel. "In manchen Geschäften", weiß er aber einzuschränken, "macht man sich gleich unbeliebt, wenn man Linux erwähnt. Es soll sogar Verkäufer geben, die einem erzählen, Linux zerstöre Hardware."

"Linux Users Welcome" ist inzwischen als Unterprojekt auf der Ubuntu-Wikiseite Iglu (Ideen und Initiativen für GNU/Linux) gelandet. Das noch keine 14 Tage alte Projekt sucht Unterstützer. Als nächster konkreter Schritt soll das oben angesprochene Plakat entstehen, der Idee nach in verschiedenen Versionen für verschiedene Geschäfte.

Als Spaß-Todo merkte jemand im Initial-Thread des Ubuntu-Forums an, dass bei unwilligen Läden - in Anlehnung an Hunde-Verbotsschilder - auch ein Sticker mit umgekehrten Vorzeichen nötig wäre: "Wir müssen draußen bleiben."

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Kommentare
Keine gute Idee
AnaphenetoN (unangemeldet), Samstag, 13. Juni 2009 09:56:37
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Spaß oder nicht. Das ist der falsche Weg. Solche Aktionen stoßen, auch bei bekennenden Linuxverfechtern, nicht zwingend auf Akzeptanz..
Was kommt dann als Nächstes? Muß ich an meinen PC Service dann ein Schild anbringen : "MAC frei Zone!" oder "Nicht 100% Linux freundlich!"? Evtl. noch eine Warnung an die Sonderspezies Linuxer: "Vorsicht! Microsoftbenutzer inside!"
Denn: Solcherlei schlägt Wellen. Das will dann jeder haben/machen. Schnell wird eine Wertung daraus. Und aus der Wertung eine Überbewertung".
Man sollte dabei auch nicht aus den Augen verlieren, dass der Marktanteil von Linux sich auch in gleicher Prozentuierung im Handel/Service niederschlägt. Auch wenn stetig steigend, kann der Händler/Service sich nicht auf diesen stützen. Je nach Einzugsgebiet wird der Niedergelassene eben an die Nachfrage gekoppelt sein. Das sagt aber absolut nichts über die Qualitäten gegenüber Linux aus.
Wenn in meinem Geschäft nur 2% Anfragen diesbezüglich eingehen, dann werde ich auch nur bedingt in diese Richtung investieren.


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Re: Keine gute Idee - ich find's gut
Michael (unangemeldet), Donnerstag, 18. Juni 2009 11:31:12
Ein/Ausklappen

... hm ...

Hast Du schon mal daran gedacht dass für Linux praktisch keine Mittel zur verfügung stehen um Werbewirksam in die Öffendlichkeit zu gehen?

Warum soll man dann nicht einen Beitrag zur Verbreitung leisten, nach freiem Ermessen und Gewissen.

Das kann jeder für sich entscheiden, ich halte mich auf jeden Fall nicht zurück um für Linux zu werben denn das ist ein kleiner Beitag den jeder User beitragen kann, quasi als "Dankeschön" an die Entwickler.

Du schiebst es in eine Richtung die nicht angemessen ist wenn es um freie Software und freie Menschen geht.

Michael
LUG-VS


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