55.000 Schülerlaptops mit Open-Source-Software

55.000 Schülerlaptops mit Open-Source-Software

Département Oise verschenkt Laptops an Schulen

Kristian Kißling
13.02.2009 Das französische Department Oise will bis zum Jahr 2011 kostenlos 55.000 Laptops an Schüler der vierten bis sechsten Klasse sowie an Lehrer und Bibliothekare abgeben.

Bei den Laptops handelt es sich laut Angabe des Projekts Ordi60 um Toshibas Satellite Pro L300-228 Rechner mit Intels Dual-Core-T3200-Prozessor, einem 15,4-Zoll-Display (1280x800 Pixel Auflösung), 2 GByte RAM, einer 120 GByte-Festplatte, WLAN 802.11 b/g sowie einer Webcam, einem DVD-Brenner und einer Fast-Ethernet-Karte. Auch ein USB-Stick gehört zur Ausstattung.

Windows Vista und Open Source

Zwar läuft auf den Rechnern mit Windows Vista ein proprietäres Betriebssystem (Vista), aber 85 Prozent der mitgelieferten Programme sind freie Software. Dazu gehören unter anderem Anwendungen wie Open Office, Firefox, Thunderbird, Gimp, Pidgin und viele mehr - eine komplette Liste der genutzten Programme gibt es hier. Insgesamt bringt der Laptop insgesamt 60 pädagogische Anwendungen mit.

Ordi60 hat dazu einen Vertrag mit Toshiba und neun französischen IT-Firmen abgeschlossen, die auch für den Support sorgen. Sie lässt sich das Programm 28 Millionen Euro kosten. Jedes Laptop besitzt nach Projektaussage im freien Handel einen Wert von 1350 Euro, eingekauft werden die Geräte aufgrund der hohen Stückzahlen aber für 466 Euro.

Neben den Laptops will die regionale Verwaltung auch zwei öffentliche Computerlabore eröffnen. Da die L300-228-Modelle allein im Rahmen des Projekts zu existieren scheinen, fertigt Toshiba entweder nur für diesen Zweck eine eigene Reihe von Laptops an oder es handelt sich schlicht um einen Druckfehler (gemeint sein könnte etwa das Modell L300-128).

Noch mehr Laptops

Das Programm von Ordi60 ist auf drei Jahre ausgelegt. 2009 sollen 22.000 Rechner an Schüler der vierten und und fünften Klasse gehen. Weitere 22.000 Laptops gelangen nächstes an Schüler der fünften und sechsten Klassen gehen und 11.000 weitere Notebooks kommen bis 2011 laut Plan in die Hände von Sechstklässlern. Ein Sprecher des Projekts gab zu Protokoll, dass man die Open-Source-Software nicht gezielt einsetze. Man wollte vielmehr pädagogische Software wie Enzyklopädien und Wörterbücher nutzen und zugleich von Lehrern und vom Erziehungsministerium selbst entwickelte Software einsetzen. Open-Source-Software seien schlicht hilfreich für die Schüler.

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