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© Ann Triling, 123RF

Einstieg in den Videoschnitt mit DaVinci Resolve

Klappe!

Neben einer kommerziellen Variante gibt es auch eine kostenfreie Version des professionellen Videoschnittprogramms DaVinci Resolve. Hier muss man allerdings einige Abstriche in Kauf nehmen.

Ursprünglich diente DaVinci Resolve zur Farbkorrektur von Videos, wuchs im Laufe der Zeit jedoch zu einem vollwertigen Videoschnittprogramm heran. Mit ihm können Sie Videos sortieren, schneiden, mit Effekten versehen, zu einem kompletten Film arrangieren und mit einem Titel garnieren.

Dazu benötigen Sie einen möglichst leistungsfähigen Rechner mit einer aktuellen 3D-Grafikkarte, die OpenCL 1.2 oder Cuda 2.0 unterstützt. Dabei verlangt DaVinci Resolve den proprietären Grafikkartentreiber in einer möglichst aktuellen Version. Der Monitor sollte mindestens eine Auflösung von 1400x900 Pixeln bieten. Als Faustregel gilt: Je größer der Bildschirm, desto einfacher behalten Sie später den Überblick über die arrangierten Clips.

Zu den übrigen Hardwarekomponenten liefert der Hersteller Blackmagic Design keine konkreten Empfehlungen. Anhaltspunkte bieten lediglich die offiziell unterstützten Mac-Modelle: So sollte der Rechner mindestens 8 GByte Hauptspeicher mitbringen sowie eine ausreichend große Festplatte für das gesamte Videomaterial.

Die Linux-Variante von DaVinci Resolve unterstützt derzeit offiziell nur Red Hat 7 und CentOS 7 in den 64-Bit-Versionen. Zwar startet die Software auch unter anderen Distributionen, dort nutzen Sie sie jedoch quasi auf eigene Gefahr.

Versionen

Zum Redaktionsschluss lag DaVinci Resolve in der Version 12.5 vor. Blackmagic Design offerierte jedoch auch schon eine öffentliche Testversion des 14er-Nachfolgers. Die folgende Beschreibung basiert noch auf der alten Version, sie lässt sich aber uneingeschränkt auf die Public Beta 2 von DaVinci Resolve 14 übertragen.

DaVinci Resolve 12.5 besitzt zwei insbesondere für Hobby-Filmer gravierende Einschränkungen: Viele HD-Kameras zeichnen den Ton im AAC-Format auf, genau dieses Format verarbeitet die Software aber nicht. Ein AVCHD-Video kommt somit ohne Ton im Schnittprogramm an. Umgehen lässt sich das nur, indem Sie schon vor der Aufnahme die Kamera auf ein anderes Tonformat umstellen oder aber das Video mit einem anderen Programm konvertieren. Letzteres gelingt beispielsweise mit dem kostenlosen Ffmpeg [1].

Darüber hinaus exportiert das Programm das bearbeitete Video nicht im MPEG2-Format, wie es unter anderem auf DVDs zum Einsatz kommt. Auch hier bleibt nur der Umweg, den Film nachträglich entsprechend aufzubereiten.

Installation

Um die Software herunterzuladen, klicken Sie auf der Projektseite [2] den Download-Button an. Die kostenlose Variante unterscheidet sich von der kommerziellen durch das Fehlen des Zusatzes Studio im Namen. Klicken Sie auf Linux, und füllen Sie das Registrierungsformular aus. Da keine Validierung der Eingabe erfolgt, genügt es, hier fiktive Daten einzutragen.

Nach einem Klick auf Register**&**Download erhalten Sie ein ZIP-Archiv in der Größe von etwa 350 MByte, das Sie auf der Festplatte entpacken. Die dabei extrahierte Datei DaVinci_Resolve_12.5.5_Linux.sh rufen Sie als Benutzer mit Systemrechten auf. Ein Assistent installiert die Software dann in das Verzeichnis /opt/resolve. Ein spezielles Installationsverzeichnis lässt sich nicht vorgeben.

Der Assistent erstellt automatisch eine Verknüpfung auf dem Desktop. Fehlt sie, verwendet die Desktop-Umgebung sehr wahrscheinlich deutsche Namen in den Unterordnern Ihres Home-Verzeichnisses. Der Installationsassistent findet dann den Ordner Desktop nicht, was er mit mehreren entsprechenden Meldungen anzeigt. In dem Fall starten Sie die Software im Terminalfenster mit dem Aufruf /opt/resolve/bin/resolve.

Nach dem ersten Start erscheint ein Fenster, in dem Sie einige Grundeinstellungen treffen müssen. Nach einem Klick auf Quick Setup prüft das Schnittprogramm zunächst, ob der Rechner alle Anforderungen erfüllt. Fällt die Prüfung positiv aus, klicken Sie auf Continue.

Als Nächstes wählen Sie die geplante Auflösung für die Filme. Dazu klicken Sie auf das entsprechende Rechteck und wählen dann im unteren Bereich die Auflösung. Im Zweifelsfall belassen Sie es bei HD mit der Auflösung 1080 HD. Die Auflösung lässt sich nachträglich noch jederzeit ändern.

Nach einem weiteren Klick auf Continue müssen Sie das Verzeichnis festlegen, in dem die Software alle Video- und Audio-Dateien speichern soll. Die Partition, auf der sich dieser Ordner befindet, sollte möglichst viel freien Speicherplatz bereitstellen. Um ein Verzeichnis auszuwählen, klicken Sie in das Eingabefeld und im Anschluss auf Continue.

Auf Wunsch verwendet das Schnittprogramm die Tastenkürzel aus Premiere Pro, Final Cut Pro X oder Avid Media Composer, womit Sie sich nicht umgewöhnen müssen, wenn Sie mit einem davon vertraut sind. Klicken Sie in diesem Fall den Namen des entsprechenden Schnittprogramms an. Andernfalls belassen Sie es bei DaVinci Resolve und fahren mit Continue fort.

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