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© Kostiantyn Kuznetsov, 123RF

Mit QMapShack GPS-Tracks auf einer OSM-Karte darstellen

Kilometerfresser

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Dank des eingebauten GPS-Empfängers im Smartphone zeichnen Sie heute problemlos jede Wegstrecke auf. QMapShack zeigt die erfassten Routen als GPS-Track auf einer Landkarte an.

Die hohe Präzision von GPS (siehe Kasten "Global Positioning System") macht es für alle Nutzer interessant, die Geodaten zu nutzen – sei es lediglich zum Bestimmen des aktuellen Standorts oder zum Aufzeichnen ganzer Pfade und Wegstrecken. Möchten Sie bereits aufgezeichnete Routen auf einer Landkarte anschauen, hilft QMapShack [1] weiter. Hinter der Software verbirgt sich der offizielle Nachfolger von QLandkarteGT [2], die wir bereits in früheren Beiträgen vorgestellt haben [3].

Global Positioning System

Die Entwicklung des als NAVSTAR GPS ("Navigational Satellite Timing and Ranging Global Positioning System") bezeichneten und gern als GPS abgekürzten Systems begann bereits Ende der 1970er-Jahre und diente ursprünglich ausschließlich militärischen Zwecken [16]. Dabei stand das Ziel im Vordergrund, Nuklearexplosionen mithilfe von im Weltall positionierten Satelliten zu erkennen und präzise zu lokalisieren. Außerdem wollte man den Standort eines Geräts oder einer Person möglichst exakt bestimmen. Offiziell im Juli 1995 in Betrieb genommen, steht GPS [17] seit Mai 2000 kostenfrei auch für zivile Zwecke bereit. Nach dem im gleichen Atemzug erfolgten Abschalten der künstlichen Signalverschlechterung ("Selective Availability") erlaubt GPS beim Bestimmen der Position eine Genauigkeit von rund 8 Metern.

Daten, Daten, Daten

Die Motivation hinter dem Aufzeichnen einer Route ist häufig profan: Wer nicht nur schöne Fotos von einer Reise oder einem Ausflug mitbringen möchte, sondern vielleicht zu Hause exakt nachvollziehen will, wo er denn jetzt eigentlich genau war, der erhält damit die passenden Daten. Diese erlauben es sogar, die Tour statistisch auszuwerten [4].

Den genauen Verlauf einer Route noch einmal präzise nachzuschauen, mag Monate oder Jahre später noch um einiges interessanter sein als kurz nach der Rückkehr vom Ausflug mit dem Mountainbike in die Alpen, von der exotischen Fernreise nach Kambodscha oder der fantastischen Wanderung auf dem Hoerikwaggo Trail [5] entlang des Tafelbergs (Abbildung 1).

Abbildung 1: Auf dem Hoerikwaggo Trail am Tafelberg unterwegs – mit einem GPS-Track haben Sie selbst Jahre später noch präzise Informationen zur Hand, welchen Weg Sie eingeschlagen haben.

Brauchten Sie zum Aufzeichnen der Daten früher noch klobige Geräte wie einen extra dafür ausgelegten GPS-Tracker, so findet sich passende Technik heute in jedem Smartphone sowie vielen Kameras und lässt sich in Kombination mit der passenden App wie GPSLogger für Android [6] leicht nutzen.

Sie brauchen also für das Aufzeichnen der Koordinaten kein Extra-Gewicht mehr zu schleppen. Somit zeichnen Sie bequem während der Tour den Verlauf quasi nebenbei auf und übertragen später die Daten auf den heimischen Rechner. Dort verwalten Sie das Material und bereiten es für sich und die Nachwelt auf.

Haben Sie die GPS-Daten übertragen, hilft QMapShack dabei, die Route visuell auf einer Landkarte anzuzeigen. Das Aussehen des Tracks bestimmen Sie hierbei selbst und legen etwa Farbe, Breite oder die Pfeilrichtung fest. Somit sehen Sie ganz genau, wo sich die so tollen, neu entdeckten Ecken denn jetzt eigentlich befinden (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das detaillierte Profil eines Tracks in QMapShack. Mithilfe der Software rufen Sie die GPS-Daten auf einer Landkarte auf.

Das Programm hilft Ihnen außerdem, die Routen zu verwalten. Das erweist sich als hilfreich, wenn Sie Tipps zu besonders schönen Routen aus Ihrem Repertoire an andere weitergeben oder damit einen Eintrag in einem Blog garnieren möchten [7].

Alternativen und Versionen

Die Menge an freien, guten Werkzeugen mit einer grafischen Oberfläche, die GPS-Daten auf einer Karte anzeigen und mit denen Sie bei Bedarf GPS-Tracks bearbeiten, hält sich immer noch in Grenzen: Hier tummeln sich lediglich Gpsprune [8], Viking [9], Mytourbook [10] und eben QMapShack. Letzteres bezeichnen die Entwickler als offiziellen Nachfolger von QLandkarteGT.

Bisher verwendeten die Autoren GpsPrune und QLandkarteGT zum Auswerten und Anzeigen der Tracks – beide recht übersichtlich, flink zu bedienen und mit befriedigendem Funktionsumfang. QMapShack als Nachfolger machte daher sofort neugierig. Die Entwickler des Projekts gaben im Dezember 2016 die Version 1.7.2 für Linux, MacOS X und Windows zum Download frei. Die Software steht unter der Lizenz GPLv3.

Während die Varianten für MacOS und Windows über 50 MByte Platz benötigen, begnügt sich die Linux-Version mit nur 7 MByte. In den Ubuntu-Repositories steht im Bereich Universe die Version 1.6.3-1 bereit. Für Debian 8 "Jessie" gilt Version 0.6 als stabil, aktueller fällt die Version 1.7.2 aus den Debian Backports [11] aus. Für Fedora 25 und die Entwicklerversion 26 finden Sie ein entsprechendes Paket für verschiedene Architekturen auf Rpmfind.net [12].

Die Tests für den Beitrag erfolgten mit der Backports-Version auf Debian 8, weil das der offiziellen Version aus dem Projekt entspricht und sich die Tests so auf der Höhe der Entwicklung befinden. Außen vor blieb das Paket von Ubuntu: Zwar gilt es als stabil, enthält aber eine veraltete Version.

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