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MX Linux kombiniert die Stärken von AntiX und Mepis

Doppelherz

Die Distribution MX Linux blüht etwas im Verborgenen. Dabei eignet sie sich bestens für ältere Hardware und kommt dem Anwender mit vielen Werkzeugen und Skripten bei der Administration entgegen.

MX Linux basiert auf AntiX, das sich 2007 aus dem auf Debian basierenden Mepis entwickelte. Hier schließt sich ein Kreis, denn MX Linux entspringt einer Kooperation von Mepis- und AntiX-Entwicklern. AntiX ersetzte ursprünglich das bei Mepis verwendete KDE mit Fenstermanagern wie IceWM, Fluxbox und JWM. MX Linux geht hier wieder etwas in die Breite und setzt auf XFCE. Als Unterbau dient Debian "Stable", jedoch bietet ein Paketmanager eine Menge an Backports, die aktuellere Pakete installieren. Zudem zählt MX Linux, wie auch AntiX selbst, zu der kleinen Gruppe der Distributionen, die noch nicht auf Systemd setzen, sondern weiter auf SysVinit.

Mit seiner Debian-Grundlage und einem relativ geringen Speicherverbrauch bietet MX eine zuverlässige Basis sowohl für ältere als auch für moderne Hardware. Am 24. November veröffentlichte das Entwickler-Team MX 15 als Beta 2 [1]. Die Distribution liegt in zwei jeweils knapp 1 GByte großen Varianten für 32- und 64-Bit-Rechner vor [2], wobei die 32-Bit-Version zwei Kernel mitbringt – einen mit PAE und einen ohne.

PAE steht für Physical Address Extension und erlaubt 32-Bit-Hardware, mehr als die nominellen 4 GByte an Speicher zu adressieren. Dabei nutzt die Non-PAE-Version einen 486-Kernel, während die PAE-Version einen 686-Kernel verwendet und somit auch Prozessoren mit Hyper-Threading unterstützt. In der 32-Bit-Variante kommt der Kernel 3.16 zum Einsatz, in der 64-Bit-Ausgabe der Liquorix-Kernel 4.2.3 [3].

Grundlagen

Die MX-Entwickler bringen die Images während eines Veröffentlichungszyklus monatlich als Snapshots auf den aktuellen Stand [4]. Die minimalen Anforderungen an die Hardware belaufen sich auf einen i486-Prozessor, 512 MByte Hauptspeicher und 5 GByte freien Plattenplatz. Für komfortables Arbeiten empfiehlt das Projekt eine i686-CPU, 1 GByte Arbeitsspeicher und mindestens 10 GByte freien Platz auf der Festplatte oder dem USB-Stick. Zum Erstellen eines bootbaren USB-Sticks bringt die Distribution das Tool Unetbootin von Haus aus mit, für das Aufbereiten eines Speichersticks unter Windows empfehlen die Entwickler Rufus [5].

Die Abbilder basieren auf Debian 8.2 sowie XFCE 4.12 und kommen mit Anwendungen wie LibreOffice 4.3.3.2, Firefox 42, Thunderbird 38.3, Clementine 1.2.3 und VLC 2.2.1. Beim Paketmanagement setzt MX Linux auf DPKG und dessen Frontend Apt zum Installieren von Software und Aktualisieren des Systems. Diese bedienen Sie wie gewohnt über die Konsole oder grafisch per Synaptic. Die Paketquellen enthalten Repositories aus dem Umfeld von Mepis, AntiX sowie Debian. Weitere, wie die von AntiX "Testing", Siduction oder Debian-Multimedia lassen sich bei Bedarf einbinden. Auch Quellen für Anwendungen wie Virtualbox, Opera oder Mozilla schalten Sie in der Systemverwaltung mit nur einem Häkchen scharf.

Beim Starten des Live-Mediums nehmen Sie schon direkt im Startbildschirm über die Funktionstasten einige grundlegende Einstellungen vor, die das System bei einer anschließenden Installation übernimmt. Besonders interessant sind dabei [F2] zur Auswahl der gewünschten Systemsprache, [F3] zur Angabe der Zeitzone sowie [F5] für die Persistenzeinstellungen des Live-Systems.

Installation

Der Installer von MX Linux stammt aus der Feder der MX-Entwickler und lässt sich schnörkellos bedienen (Abbildung 1). Er verzichtet zugunsten einer einfachen Bedienung auf fortgeschrittene Techniken wie LVM und RAID, bietet aber eine Feinjustierung der zu startenden Dienste und erlaubt die Entscheidung darüber, ob Änderungen, die während der Live-Sitzung vorgenommen wurden, auch im installierten System landen. Ansonsten verrichtet er seine Arbeit zügig und unauffällig und fordert am Ende zum Neustart auf.

Im installierten System begrüßt Sie mit MX-Welcome ein kleiner Assistent, der Sie mit den Supportmöglichkeiten wie Handbuch, Wiki oder Forum bekannt macht (Abbildung 2). Zudem gibt es Verweise auf Videos, die verschiedene Schritte der Installation und Handhabung von MX Linux erläutern.

Abbildung 1: Der eigens für MX Linux entwickelte Installer stellt auch Anfänger nicht vor Probleme.
Abbildung 2: Der Willkommensbildschirm fasst das Hilfsangebot aus Handbuch, Wiki und Forum zusammen.

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