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© donyanedomam, 123RF

Freie Software in der Kunst

Stadt, Land, Fluss

Der österreichische Programmierer und Medienkünstler Michael Aschauer unternimmt Flusskreuzfahrten der besonderen Art. Dank freier Hard- und Software entstehen dabei ungewöhnliche Impressionen.

Flusskreuzfahrten erfreuen sich in Europa insbesondere auf den großen Strömen Rhein und Donau wachsender Beliebtheit. Doch anders als beim Ruhe suchenden Urlauber, der die Landschaft passiv an sich vorüberziehen lässt, gelingt es dem Wiener Foto- und Videokünstler Michael Aschauer, mit seiner Kamera aus vielfältigen Perspektiven heraus die Kulturlandschaften und Lebensräume entlang großer Flüsse komprimiert einzufangen und dem Betrachter damit unverwechselbare Ansichten dieser Ströme mit hohem Wiedererkennungswert zu präsentieren.

Dabei beherrscht Aschauer mit seiner eigens zu diesem Zweck entwickelten freien Bildbearbeitungssoftware auch die Kunst, das eigentlich sowohl von einem Schiff als auch vom Satelliten aus eher eintönig-gemächlich wirkende Panorama des Stromes in eine spannende Angelegenheit zu verwandeln, indem er das Leben am Fluss mit seinen unterschiedlichen Facetten teils über mehrere Tausend Kilometer hinweg prägnant in seinen Werken darstellt.

Der Künstler

Michael Aschauer [1], 1977 im österreichischen Steyr geboren, gilt seit mehr als 15 Jahren als international anerkannter Foto- und Videokünstler, der nach seinem Studium der Digitalen Kunst und Visuellen Mediengestaltung in Wien bereits durch eine Vielzahl an Werken und Publikationen seine Kreativität unter Beweis gestellt hat.

Ausstellungen in zahlreichen Ländern, darunter in Brasilien, Großbritannien, China, den USA, Bulgarien, Spanien, Frankreich, der Schweiz und Deutschland, etablierten ihn als feste Größe der internationalen Künstlerszene. Eine Reihe international renommierter Kunstpreise sowie verschiedenste Atelierstipendien belegen eindrucksvoll, dass sein künstlerisches Wirken die entsprechende Wertschätzung erfährt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Eines von Michael Aschauers Werken bei einer Ausstellung im österreichischen Schattendorf im Jahr 2010.

Doch Aschauer ist nicht nur Künstler im originären Sinn des Wortes, sondern bewegt sich auch virtuos in der Welt der Bits und Bytes: Für mehrere Bildungs- und Werkstattprojekte entwickelte der seit rund 15 Jahren aktive Linux-Profi Anwendungen, die primär auf freier Software basieren. Auch bei seiner künstlerischen Arbeit scheut Aschauer nicht davor zurück, eigene Programme zu schreiben, wenn er im Fundus freier und quelltextoffener Software keine Applikation findet, die seinen Anforderungen gerecht wird. Selbstverständlich findet sich auf seinem Notebook, das ihn auf seinen Reisen begleitet, mit einem Debian-Derivat ebenfalls ausschließlich freie Software, mit der er sein mobiles digitales Leben bestreitet.

Die Idee

Einer der Schwerpunkte von Michael Aschauers Arbeit gilt der Darstellung von Flussläufen. Dabei nähert sich der Künstler seinem Sujet auf zweierlei Weise: Von einem externen Standpunkt aus zeichnen die Werke einen Flusslauf aus der Vogelperspektive nach, wobei Aschauer hierfür auf Satellitenaufnahmen zurückgreift. Im Gegensatz dazu erstellt Aschauer bei der Sicht von innen nach außen von einem den Fluss befahrenden Schiff aus mit einer Kamera Fotoaufnahmen des Ufers und fasst diese in jeweils mehrzeiligen Panorama-Ansichten zu einer Gesamtschau zusammen. Diese als "River Studies", "Danube Panorama Project" oder auch als "Nile Studies" bezeichneten Projekte wurden über viele Jahre lang auf mehreren großen Strömen weltweit realisiert.

Der Künstler selbst verfolgt mit diesem Experiment zwei Ziele: Einerseits möchte er den Lebens- und Kulturraum Fluss in all seinen Aspekten darstellen, andererseits besteht die technische Herausforderung darin, aus einer Serie von digitalen Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven eine realistisch wirkende Panorama-Ansicht ohne optische Brüche zu generieren.

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