Richtig präsentiert, wirken Ihre Bilder und Videos gleich doppelt gut. Mit Ffdiaporama gelingt eine tolle Slideshow im Handumdrehen.
Familien- und Urlaubsfotos halten einmalige Erinnerungen fest. Doch wenn Sie Ihre Schnappschüsse einem breiteren Publikum präsentieren möchten, stößt das gute alte Fotobuch schnell an seine Grenzen. Zeitgemäßer und technikaffiner wirkt da eine optisch aufbereitete und von Hintergrundmusik begleitete Bilderpräsentation am Fernseher oder mit einem Beamer. Mit Ffdiaporama (http://ffdiaporama.tuxfamily.org) zaubern Sie aus herkömmlichen digitalen Fotos nicht nur im Handumdrehen eine ansehnliche Slideshow, sondern archivieren diese bei Bedarf auch noch in vielen Formaten.
Ffdiaporama findet sich in den Repositories nahezu aller gängigen Distributionen, allerdings nicht immer auf dem neuesten Stand. Daher empfiehlt es sich, auf der Projektseite nachzusehen, ob ein aktuelleres Paket bereitsteht: Die Entwickler stellen auch für ältere Betriebssystemvarianten regelmäßig die neueste Version zur Verfügung. Zusätzlich gibt es dort auch Erweiterungen wie Cliparts oder Hintergrundtexturen für Ffdiaporama.
Einstellungen
Nach der Installation finden Sie einen Programmstarter mit der Bezeichnung Movie creator Ffdiaporama im Untermenü Unterhaltungsmedien oder Multimedia. Die Software führt Sie nun in einen mehrfach aufgeteilten Bildschirm: Im oberen Bereich befinden sich links vier horizontal angeordnete Reiter, die mit jeweils unterschiedlichen Funktionsbuttons direkt darunter eine Menüstruktur bilden. Unter diesen Schaltern finden Sie einen über die gesamte Fensterbreite reichenden freien Bereich, in den Sie später die Fotos für die Slideshow in einer Zeitleiste einfügen. Unten links befindet sich ein kleiner Videoplayer, der die neue Präsentation auf Knopfdruck abspielt.
Bevor Sie ein neues Präsentationsprojekt beginnen, sollten Sie sich zunächst überzeugen, dass das System alle benötigten Codecs und weiteren Komponenten vorhält. Klicken Sie dazu auf den Button Einstellungen und anschließend im geöffneten Einstellungsbildschirm auf die Schaltfläche Überprüfe Konfiguration. Ffdiaporama prüft daraufhin nicht nur Audio- und Video-Codecs auf deren Vorhandensein, sondern auch verschiedene Bibliotheken und Systemkomponenten, die sie benötigt. In einem gesonderten Fenster signalisiert das Programm anschließend das Ergebnis der Prüfung und markiert dabei jede korrekt funktionierende Komponente mit einem grünen Punkt. Ein gelber Marker weist auf eine nur teilweise funktionierende Komponente hin; ein roter Punkt zeigt an, dass der betreffende Codec oder die Bibliothek fehlt. Insbesondere bei Audio- und Video-Codecs benötigt Ffdiaporama jedoch nicht alle möglichen Formate, da es in aller Regel nur wenige wirklich nutzt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Ergebnisfenster zeigt übersichtlich an, ob Ihr System alle nötigen Komponenten vorhält, die Ffdiaporama benötigt.
Im Reiter Anwendungsoptionen der Einstellungen legen Sie Grundeinstellungen fest, wobei meist die Voreinstellungen genügen. Arbeiten Sie auf einem älteren Rechner, sollten Sie jedoch im Bereich Vorschauoptionen bei den Optionen Bildrate und Maximale Höhe der Videovorschau die vorgegebenen Werte verringern, da es sonst zu Aussetzern bei der Wiedergabe der Slideshow im Vorschaumodus kommen kann.
Recht umfangreich gestalten sich die Einstellmöglichkeiten im Reiter Projektoptionen. Hier sollten Sie vor allem die Optionen für die Textgestaltung und das Bildformat prüfen. Möchten Sie die Präsentation auf einem älteren Fernsehgerät wiedergeben oder ältere analog aufgenommene Videosequenzen einbinden, so empfiehlt es sich, das Bildschirmformat vom voreingestellten 16:9 auf 4:3 umzustellen. Auch viele Beamer unterstützen nativ das 4:3-Format. Moderne Flachbildfernseher dagegen eignen sich besser für eine Wiedergabe im 16:9-Format.
Im Reiter Einstellungen für die Videoerstellung legen Sie die zu verwendenden Codecs, Bitraten und die Auflösung der Videos fest. Ffdiaporama macht es Ihnen dabei leicht und wählt je nach gewünschtem Video-Ausgangsformat das dazu passende Audioformat (Abbildung 2).
Film ab!
Um ein neues Projekt zu starten, klicken Sie auf den gleichnamigen Button links im Programmfenster. Im daraufhin erscheinenden Dialog tragen Sie Titel, Autor und einen wahlfreien Kommentar ein. Sie schließen die Grundeinstellungen mit Projekt erstellen ab. Anschließend wechseln Sie in den Reiter Projekt und entwerfen zunächst das Titelbild der Slideshow, indem Sie links im Fenster auf den Button Titel hinzufügen klicken.
Wählen Sie aus dem Menü Hinzufügen eines vordefinierten Titeldia, so erscheint ein Auswahlfenster mit unterschiedlichen Titelvorlagen. Ffdiaporama bietet dazu verschiedene Einstellmöglichkeiten und vorgefertigte Animationen. Nach einem Klick auf OK übernimmt die Software das Titelbild in die Dialeiste des Bearbeitungsfensters. Entscheiden Sie sich dagegen für Leeres Dia hinzufügen, lässt Ffdiaporama Ihnen freie Wahl bei der Gestaltung.
Nun geht es daran, die Dialeiste mit den eigentlichen Inhalten zu füllen. Klicken Sie dazu auf Dateien hinzufügen und wählen über den sich öffnenden Dateimanager anschließend die gewünschten Bilder aus, indem Sie sie markieren und mit OK in die Dialeiste übernehmen. Das Programm zeigt die Dias nacheinander in der Leiste an, in der Sie jedes davon bei Bedarf anklicken und nachbearbeiten. Um die Reihenfolge der Bilder im Zeitstrahl zu verändern, genügt es, sie per Drag & Drop an die gewünschte Position zu ziehen. Unten im Programmfenster starten Sie die Vorschau durch einen Klick auf den Abspielschalter.
Die unterhalb der Vorschau mitlaufende Zeitleiste gibt dabei einen genauen Überblick über die jeweilige Anzeigedauer eines Dias und die Gesamtspielzeit. In der Dialeiste darüber finden Sie jeweils links neben den Bildern die Übergangseffekte durch kleine Symbole gekennzeichnet. Mit einem Doppelklick darauf öffnen Sie das Auswahlmenü, in dem Sie sowohl die Art als auch die Länge des Übergangs wählen. Die Software blendet dafür in einer Ansicht unterschiedlichste animierte Thumbnails ein, sodass Sie bequem für jedes Dia einen eigenen Effekt wählen können.
Da Ffdiaporama zunächst keinen Text in die Präsentation integriert, müssen Sie diesen nun manuell hinzufügen. Ein Doppelklick auf das gewünschte Bild öffnet es in den Diaeigenschaften. Um es mit einem Text zu versehen, klicken Sie auf den Button Text hinzufügen. Die Software öffnet daraufhin ein kleines Textbearbeitungsfenster, in dem Sie den Beschreibungstext eingeben und formatieren (Abbildung 3). Das Blockraster, das in der Vorschau über dem Dia erscheint, erleichtert das Verschieben und Anordnen des Textes. Mit OK schließen Sie die Bearbeitung ab.

Abbildung 3: Zum Einfügen und Bearbeiten von Texten stellt die Software umfangreiche Hilfsmittel bereit.
Um zum vorherigen oder nächsten Dia zu wechseln, klicken Sie auf die gleichnamigen blauen Pfeile am unteren Fensterrand. Die Software speichert dann die Einstellungen des fertig bearbeiteten Dias automatisch.
Musikalisch
Möchten Sie die Slideshow mit Musik untermalen, wählen Sie zunächst das Dia, ab dem die Musik starten soll. Danach klicken Sie im Reiter Projekt auf Bearbeiten und wählen aus dem Kontextmenü den Eintrag Audio bearbeiten. Im Dialog fügen Sie dem Projekt eine oder mehrere Audiodateien hinzu. Diese erscheinen danach unten im Einstellungsfenster in einer Liste. Bei Bedarf entfernen Sie darin enthaltene Musiktitel wieder oder ändern deren Reihenfolge.
Nach dem Bestätigen via OK fügt das Programm der Ablaufleiste im Hauptfenster im unteren Bereich einen grünen Balken an, der die Audiodatei darstellt (Abbildung 4). Achten Sie darauf, dass die Länge der Audiodateien und der Slideshow übereinstimmen. Zu lange Audiodateien schneidet Ffdiaporama am Ende der Präsentation ab. Auch fehlt der Software ein Werkzeug, um Musik ein- oder auszublenden beziehungsweise zu kürzen – das müssen Sie vorab mit Programmen wie Audacity erledigen.

Abbildung 4: Der grüne Balken unterhalb der Bilder zeigt eine Audiodatei an. Wie auch die Bilder verschieben Sie diese per Drag & Drop an die gewünschte Position.
Export
Ffdiaporama speichert die Projektdaten in einem eigenen Format ab. Um die Präsentationen auch außerhalb der Software zu nutzen, müssen Sie sie in ein Standardformat konvertieren. Dazu klicken Sie auf den Reiter Video erzeugen. Nun ändert sich die Schalterleiste, wobei je nach vorhandenen Codecs verschiedene Konvertierungsroutinen erscheinen. Die Buttons Mobil, Bildschirm, Internet, Verlustfrei und Erweitert öffnen jeweils Einstellungsdialoge mit für den jeweiligen Zweck bereits gesetzten Voreinstellungen, die Sie nach Ihren Wünschen anpassen.
Allerdings verwirren die Optionsnamen in den Dialogen Bildschirm und Erweitert. Während der Bildschirm-Dialog für die Wiedergabe des Projekts auf einem modernen Flachbildschirm im 16:9-Format mit Full-HD-Auflösung ausgelegt ist, finden Sie unter der Rubrik Erweitert die gängigen Einstellungen für die Wiedergabe auf älteren Fernsehern im 4:3-Format mit PAL-Auflösung. Optional passen Sie jedoch in beiden Dialogen sowohl Auflösung als auch Formfaktor und Dateiformat an.
Nach einem abschließenden Klick auf OK generiert das Programm die neue Slideshow und zeigt den Fortschritt in einer Balkenanzeige an. Je nach Rechenleistung der eingesetzten Hardware und Umfang der Daten nimmt das Konvertieren etwas Zeit in Anspruch.
Fazit
Ffdiaporama glänzt durch eine einfache Bedienung und bietet viele Features, die eine professionell aussehende Präsentation ermöglichen. Dabei punktet die Software durch ein hohes Arbeitstempo und große Stabilität. Einziges Manko des Programms ist – wie bei allen Multimediaanwendungen – die Abhängigkeit von vielen Zusatzpaketen mit Codecs, welche die gängigen Linux-Distributionen aber meist mitbringen oder zumindest in den Repositories anbieten.







Für OpenSuSE Leap 15.1 und Fedora gibt es die Version 2.1 hier:
https://software.opensuse.org//download.html?project=home%3Atkb&package=ffdiaporama