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© Mohamad Razi Bin Husin, 123RF

Bootmanager und mehr reparieren bei Linux und Windows

Schnelle Hilfe

Wenn der Rechner nicht mehr startet, ist guter Rat teuer. Rescatux vereint bewährte Werkzeuge zur Reparatur.

Wer mehrere Linux-Systeme und eventuell ein zusätzliches Windows auf einem Rechner pflegt, hatte bestimmt schon einmal das zweifelhafte Vergnügen, beim Start des Rechners in ein schwarzes Loch zu starren, dekoriert lediglich durch eine Fehlermeldung wie Error 17 : Cannot mount selected partition oder den lapidaren Prompt:

grub >

Da ist für viele nicht so sattelfeste Nutzer guter Rat teuer. Den gibt es zwar über die Google-Suche zuhauf, ohne Hintergrundwissen erweist er sich aber nicht immer als zielführend. Zudem muss man hierzu zunächst wissen, ob auf dem Rechner Grub [1] oder Grub2 seinen Dienst versieht: Die beiden unterscheiden sich bei der Befehlssyntax ebenso wie bei Ort und Inhalt ihrer Konfigurationsdateien.

Wem es also an Routine mangelt, um mit kryptischen Befehlen per Grub-Shell sein System wieder flottzumachen, der sollte für solche Gelegenheiten ein Rettungssystem im Schrank haben. Dabei kann es sich beispielsweise um die Ultimate Boot CD [2] handeln, die unter anderem auch Super Grub Disk [3] mitbringt, oder um ein spezialisiertes Werkzeug für die Wiederbelebung von Bootmanagern. Womit wir bei Rescatux [4] angelangt wären.

Der Unterbau

Das auf Debian basierende Rettungssystem für nicht mehr startende Computer stammt vom Macher von Super Grub. Mit rund 400 MByte Umfang passt es problemlos auf eine CD oder einen USB-Stick und lässt sich von dort als Live-System starten. Derzeit liegt Rescatux als stabile Version 0.30.2 vom November 2012 und aktuelle 0.32-beta1 auf der Webseite des Projekts bereit. Für unseren Test wählten wir die aktuellere Beta-Version [5], die auf Debian 7.0 "Wheezy" basiert, und kopierten diese mit dd auf einen USB-Stick.

Als Desktopumgebung nutzt Rescatux LXDE [6]. Im Programmmenü finden sich neben Debians Firefox-Variante Iceweasel unter anderem der Netzwerkmanager Wicd, der Texteditor JuffEd, ein Root-Terminal, der IRC-Client Xchat sowie Xfe als Dateimanager.

Rescatux verspricht einfache Hilfe bei komplizierten Problemen – da wäre es hilfreich, läge die Tastaturbelegung in mehreren Sprachen vor. Ein Umstellen auf ein deutsches Keyboard klappt aber nicht: Das würde einen Neustart erfordern, der aber die Einstellungen wieder zurücksetzt. Im Normalfall kommt man bei Rescatux allerdings auch per Mausbedienung ans Ziel.

Ein weiteres Manko: Unser Test-Notebook gelangte mit Rescatux zunächst nicht ins Internet, Wicd konnte weder per Kabel noch via WLAN eine Verbindung herstellen. Erst das manuelle Erzeugen eines Eintrags für eth0 in der Datei /etc/network/interfaces mit anschließendem Neustart des Netzwerks führte hier zum Erfolg. Ein Grund für die Verweigerung war nicht ersichtlich, ein weiterer Test auf einer Workstation unter Virtualbox brachte dann auf Anhieb ein kabelgebundenes Netz zustande.

Rescapp

Gleich nach dem Start erscheint am Bildschirm die grafische Oberfläche von Rescatux, die auf den Namen Rescapp hört. Ein Menü am oberen Fensterrand teilt die verschiedenen Rettungswerkzeuge in Schubladen ein (Abbildung 1). Hier gibt es mehrere Schaltflächen zu Hilfsangeboten, die eigentlichen Werkzeuge verbergen sich hinter den Schaltflächen Grub, Filesystem, Password, Windows und Expert Tools.

Im unteren Bereich des Fensters erscheint kontextsensitiv je nach gewähltem Menüpunkt die zugehörige Dokumentation. Sie erklärt im Detail, welche Schritte Rescatux im Folgenden unternehmen wird und welche Angaben es dabei vom Benutzer erwartet. Die Schaltfläche unmittelbar darüber löst die zugehörige Reparaturaktion aus, was ein abschließendes !!! in der Beschriftung signalisiert.

Abbildung 1: Der alternative Einstellungsdialog.

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