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Multiboot-USB-Stick erstellen mit MultiBootUSB und Multisystem

Multiple Choice

MultiBootUSB und Multisystem transferieren mehrere Live-Systeme auf einen USB-Stick und installieren dort automatisch noch einen passenden Bootmanager.

Viele Live-Systeme dienen einem ganz speziellen Einsatzzweck. Während das eine Daten rettet, startet das andere einen Webserver. Da liegt die Idee nahe, gleich mehrere davon nebeneinander auf einem USB-Stick unterzubringen. Mit einem solchen Multiboot-System ist man nicht nur für alle Fälle gerüstet, sondern nutzt ganz nebenbei auch den üppigen Speicherplatz aktueller USB-Sticks sinnvoll aus.

Das Einrichten eines solchen USB-Sticks übernehmen MultiBootUSB [1] und Multisystem [2]. Beide Werkzeuge kopieren nicht nur die gewünschten Live-Systeme auf den Stick, sondern richten auch automatisch ein Bootmenü ein, aus dem Sie später bequem eine der Distributionen auswählen. Obwohl MultiBootUSB und Multisystem die gleiche Aufgabe lösen, unterscheiden sie sich hinsichtlich der Bedienung, ihres Funktionsumfangs und ihren kleinen Macken deutlich.

Bevor MultiBootUSB und Multisystem zum Einsatz kommen, müssen Sie zunächst die gewünschten Live-Systeme als ISO-Image herunterladen. Addieren Sie die Größe aller ISO-Images und schlagen Sie noch weitere 100 MByte auf: Über so viel Speicherplatz muss der USB-Stick mindestens verfügen.

Stellen Sie anschließend sicher, dass der Stick angestöpselt ist. Alle anderen nicht zwingend benötigten USB-Geräte ziehen Sie hingegen ab. So verhindern Sie, dass Sie versehentlich den falschen Datenträger beschreiben.

MultiBootUSB

Zum Redaktionsschluss arbeitete der Entwickler von MultiBootUSB gerade mit Hochdruck an der neuen Version 7.0. Während deren Vorgänger noch mit der Entwicklungsumgebung Gambas und somit in Basic entstanden, setzt MultiBootUSB 7.0 auf Python und Qt. Für die Beta-Versionen gab es allerdings keinen Quellcode mehr. Ob ihn der Entwickler noch mit der fertigen Version nachreicht, ließ sich bis Redaktionsschluss nicht mehr klären. Da mit dem Erscheinen dieser Ausgabe das fertige MultiBootUSB 7.0 vorliegen sollte, basieren die folgenden Ausführungen auf der zweiten Beta-Version.

MultiBootUSB schiebt nur einige ausgewählte Distributionen auf den USB-Stick – laut Entwickler immerhin über 150 Stück, er verrät aber nicht, welche. In der Praxis hilft also nur ausprobieren. Ausgenommen scheinen vor allem exotische Distributionen: Den Mini-Server TheSSS [3] wies Multiboot beispielsweise ab. Das ist besonders verwunderlich, da TheSSS auf 4M Linux basiert, welches MultiBootUSB wiederum klaglos schluckte.

Da das Werkzeug den USB-Stick nicht löschen kann, sollten Sie unbedingt vor dem Start sicherstellen, dass der Stick über eine ausreichend große leere Partition mit dem FAT32-Dateisystem aufweist. Das ist bei neu gekauften Speichersticks normalerweise der Fall.

Maggi Fix

MultiBootUSB 7.0 bekommen Sie als fertiges Programm bei Sourceforge [4]. Laden Sie dort das zu Ihrem System passende .tar.gz-Archiv herunter. Nutzen Sie beispielsweise ein 64-Bit-System, greifen Sie zum Archiv mit 64bit im Namen. Die übrigen Verzeichnisse auf der Download-Seite enthalten ältere MultiBootUSB-Versionen.

Nachdem Sie das Archiv entpackt haben, starten Sie das Programm multibootusb als Benutzer root, unter Ubuntu also beispielsweise via sudo ./multibootusb. Bei einem Aufruf als normaler Benutzer stürzte die Beta-Version reproduzierbar ab.

Darüber hinaus benötigt MultiBootUSB den Dienst Udisks. Auf einigen Distributionen, wie etwa OpenSuse, müssen Sie ihn noch über Ihren Paketmanager nachziehen. Bei OpenSuse heißt das passende Paket udisks. Nach dem Start erscheint das Hauptfenster aus Abbildung 1.

Abbildung 1: Hier hat MultiBootUSB bereits drei ISO-Images auf den USB-Stick geschoben (Ubuntu, OpenSuse und 4M Linux).

Auf dem Register MultiBootUSB stellen Sie unter Step**1 den USB-Stick ein, klicken dann auf die Schaltfläche Browse**ISO, wählen das erste ISO-Image aus und klicken auf Create. Meldet das Werkzeug eine fehlgeschlagene Integritätsprüfung, ist das ISO-Image entweder beschädigt, oder aber es besitzt zu restriktive Zugriffsrechte. Letzteres kann beispielsweise passieren, wenn das ISO-Image auf einem Netzwerklaufwerk liegt.

Fügen Sie nach dem gleichen Verfahren sukzessive alle weiteren ISO-Images hinzu. Falls Sie eine falsche Distribution ausgewählt haben, klicken Sie diese in der Liste an und aktivieren dann Uninstall Distro. Das war bereits alles: Per Close beenden Sie das Programm und können nun direkt vom USB-Stick starten.

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