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© Andreja Donko, 123RF

Digitale Chronisten

RedNotebook und Lifeograph im Vergleich

16.01.2014
Wem Facebook zu öffentlich ist und Papier zu angestaubt, der findet mit Tagebuchprogrammen wie RedNotebook und Lifeograph zeitgemäße Software zum Aufzeichnen wichtiger Ereignisse.

Tagebuch-Software – wozu brauche ich das eigentlich?, das fragt sich so mancher. Genügt da nicht eine einfache App oder zumindest die klassische Textverarbeitung? Im Grunde genommen eignet sich jedes Programm, das Texte verarbeitet, um Tagebücher anzulegen. Allerdings geht es dann in der Regel schnell etwas ungeordnet zu.

Moderne Tagebücher leben davon, dass sie die Möglichkeit bieten, größere Textmengen schnell und komfortabel zu durchsuchen. Letztendlich zeichnet sich eine gute Software dadurch aus, dass sie Funktionen bereitstellt, um auf einfache Weise Bilder und Links mit den Einträgen zu verknüpfen und Texte gut zu strukturieren.

Lifeograph

Das Programm Lifeograph [1] gibt es seit 2008. Es handelt sich dabei um eine bewusst einfach gehaltene Software, die im Lauf der Entwicklung sogar noch etwas abgespeckt hat. Lifeograph startet mit einem schlauen Spruch und führt dann zur Auswahl des gerade genutzten Tagebuchs. Es besteht also die Möglichkeit, mehrere Bücher zu verwalten.

Die Oberfläche gestaltet sich einfach und übersichtlich: In der Mitte liegt die Schreibfläche, rechts daneben die Liste der Einträge, unterhalb davon ein Kalender. In der linken Spalte finden Tags und die Vorlagen ihren Platz. Mit dem Schreiben legen Sie einfach los, da das Programm einen ersten Eintrag für den aktuellen Tag automatisch erzeugt.

Dabei erkennt Lifeograph die Überschrift und formatiert sie gemäß der Vorlage. Als per Mausklick anwendbare Formatierungen stehen Fetten, Kursivieren, Durchstreichen und Hervorheben bereit. Noch schneller markieren Sie Textteile, indem Sie gleich beim Schreiben die passenden Formatkürzel einfügen.

Das Programm verwandelt die erste Zeile bis zum Zeilenumbruch in eine Überschrift. Starten Sie die nächste Zeile mit einem Leerschritt, macht Lifeograph daraus einen Untertitel für den Eintrag.

Um das Gestalten zu vereinfachen, gibt es die Vorlagen – deren Standard-Exemplar vermag allerdings nicht so recht zu überzeugen. Sie definieren aber auf einfache Weise auch Vorlagen nach eigenem Geschmack: Dazu rufen Sie die Standardvorlage auf, wählen über die Schaltfläche mit dem Zahnrad-Symbol Duplicate Theme und legen nun die Parameter nach Ihren Wünschen fest. Anschließend vergeben Sie einen passenden Namen für die neue Vorlage.

Die Vorlagen verwenden Sie, in dem Sie diese einfach aus der Seitenleiste auf den aktuellen Text ziehen – die Software zeigt die Änderungen sofort an. Sie integrieren auch Fotos auf recht einfache Weise, obwohl sich dazu keinerlei Hinweise auf der Oberfläche finden: Es genügt ein schlichtes Drag & Drop. Allerdings platziert Lifeograph Fotos einfach zentriert im Dokument, und es besteht keine Möglichkeit, diese in der Größe oder Lage anzupassen.

Einen Befehl oder eine Schaltfläche zum Speichern suchen Sie in der Oberfläche vergeblich: Lifeograph sichert alle Einträge in regelmäßigen Intervallen an einem von Ihnen bestimmten Speicherort – spätestens jedoch dann, wenn Sie sich aus einem Tagebuch abmelden. Eine Hilfedatei hat Lifeograph übrigens ebenfalls mit an Bord (Abbildung 1). Diese liegt als Nur-Lesen-Tagebuch im Standardverzeichnis.

Abbildung 1: Lifeograph bringt eine Anleitung in Form eines eigenen Tagebuchs mit. Es demonstriert sehr schön die Möglichkeiten der Software.

RedNotebook

Der Mitbewerber RedNotebook [2] befindet sich ebenfalls seit 2008 im Rennen, Updates erscheinen sehr regelmäßig. Schon rein äußerlich wirkt das Programm etwas zeitgemäßer als der gleichaltrige Kollege, wobei der prinzipielle Aufbau recht ähnlich ausfällt: In der Mitte finden Sie den Bereich für den Text. In der linken Spalte steht zuoberst der Kalender und darunter eine Liste der verwendeten Schlagwörter in der Form einer Tag-Wolke.

Die rechte Seitenleiste bleibt Markierungen vorbehalten. Bei diesem darf es sich sowohl um Stichwörter handeln als auch um eine Hierarchie oder eine Art Inhaltsverzeichnis. Für Textstile verwendet das Programm wie Lifeograph ein Auszeichnungsschema und ermöglicht das Formatieren direkt im Text per Markierung, über ein Ausklappmenü oder über klassische Tastenkürzel.

Neben Texten fügen Sie über ein Menü Fotos, Dateien oder auch Verweise zu Verzeichnissen ein. Außerdem ergänzen Sie so einen Text ganz einfach um (Zwischen-)Titel, Linien oder die Angaben zu Datum und Uhrzeit (Abbildung 2). Auch RedNotebook arbeitet mit Vorlagen, über die Sie häufig verwendete Einträge mit sämtlichen Formatierungen speichern und diese bei Bedarf anpassen. Im Gegensatz zu Lifeograph kennt RedNotebook jedoch keine Farben für Texte.

Abbildung 2: Beinahe sämtliche Funktionen in RedNotebook erreichen Sie sowohl per Tastatur als auch per Maus.

Speicherkonzepte

Lifeograph speichert seine Daten in insgesamt drei Dateien. Die Arbeitsdatei endet auf .diary und beinhaltet den gespeicherten Stand aller Daten. Die Datei mit der Endung .~backup~ enthält die automatische Sicherung der Daten, die jede Minute erfolgt. Diese enthält auch alle ungesicherten Änderungen. Die dritte Datei, .~previousversion~, legt das Programm beim Abmelden an. Sie enthält, wie der Name schon vermuten lässt, die zuletzt gespeicherte Version des Tagebuchs.

Das Konzept von RedNotebook weicht davon deutlich ab: Das Programm legt sämtliche Einträge in Verzeichnissen innerhalb des versteckten Verzeichnisses .rednotebook im Home-Verzeichnis ab. Für jeden Monat gibt es eine einzelne Textdatei, deren Benennung dem Schema Jahr-Monat.txt folgt. Sie enthält sämtliche Einträge in einfacher Textform.

Die RedNotebook-Dateien können Sie also mit jedem Texteditor einsehen und zur Not sogar von Hand bearbeiten. Das Programm schreibt diese Daten in regelmäßigen Abständen sowie beim Verlassen der Applikation auf die Platte. Über das Menü erzeugen Sie bei Bedarf zusätzliche Sicherungsdateien als ZIP-Datei gepackt.

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