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© Gun, sxc.hu

Videoschnitt mit Shotcut

Schneller Schnitt

Mit Shotcut trimmen Sie Videos, bauen Effekte ein und klicken das fertige Material im Handumdrehen zu einem neuen Film zusammen.

Der komplette Funktionsumfang von Shotcut [1] ist rasch beschrieben: Das Werkzeug beschneidet Videos, versieht sie mit Effekten, setzt sie zu einem neuen Film zusammen und gibt das Ergebnis in einem frei wählbaren Videoformat aus. Funktionsumfang und Konzept erinnern ein klein wenig an das mittlerweile eingestellte Schnittprogramm Kino [2], an dem Dan Dennedy übrigens ebenfalls mitprogrammiert hat.

Die Software befindet sich derzeit noch im starken Wandel: Fast täglich erscheint eine neue Version mit Korrekturen und kleinen, neuen Funktionen. Dennoch steht dem produktiven Einsatz nichts entgegen – wenn Sie ein paar Haken und Ösen kennen. Dem Beitrag liegt das Release vom 13. September 2013 zugrunde.

TIPP

Da die Oberfläche ziemlich viel Platz beansprucht, sollten Sie zum Bearbeiten von Videomaterial mit Shotcut vor einem möglichst großen Monitor sitzen.

Ausgepackt

Um Shotcut in Betrieb zu nehmen, installieren Sie zunächst über Ihren Paketmanager die Pakete für Qt 4, SDL 1.2, Libsox und Libexif. Unter Ubuntu erledigt das der Befehl aus Listing  1, der zusätzlich alle Abhängigkeiten einspielt.

Listing 1

sudo apt-get install libqtcore4 libsdl1.2debian libsox2 libexif12

Wechseln Sie anschließend auf die Homepage, und wenden Sie sich dem Bereich Download rechts unten auf der Seite zu. Alternativ nutzen Sie die Version von der Heft-DVD, wenn Sie eine Media-Edition dieser Ausgabe erworben haben.

Wenn Sie Ubuntu ab Version 12.04, Debian ab Version 7, OpenSuse ab Version 12 oder eine darauf aufbauende Distribution wie etwa Kubuntu einsetzen, dann klicken Sie den Link 64-bit Linux oder 32-bit Linux an – je nach Architektur des Computers. Sind Sie unsicher, hilft der Aufruf von uname -i in einem Terminal. Auf einem 64-Bit-System erhalten Sie dann die Ausgabe x86_64.

Für Nutzer von Fedora ab Version 16 steht derzeit nur ein Paket für eine 64-Bit-Installation bereit. Dieses erhalten Sie mit einem Klick auf 64-bit Fedora. Wenn Sie entgegen der Empfehlung der Fedora-Developer noch die 32-Bit-Version verwenden möchten, probieren Sie andere Fassungen aus. Hier gibt es aber die Möglichkeit, dass es zu gehäuften Abstürzen kommt.

Mit einem Klick auf einen der Links erhalten Sie ein Tar-Archiv, das Sie lediglich im Home-Verzeichnis entpacken. Anschließend rufen Sie im Unterordner Shotcut/Shotcut.app das Skript shotcut auf. Am besten starten Sie es aus einem Terminal heraus. In diesem Fall sehen Sie nicht nur eine Liste mit allen vom Programm unterstützten Video- und Audio-Formaten, Sie erfahren zusätzlich, ob noch Bibliotheken oder andere Abhängigkeiten fehlen.

Steuermann

Nach dem Start öffnet sich das (noch) äußerst übersichtliche Fenster aus Abbildung 1. Um eine Videodatei einzuladen, klicken Sie in der Symbolleiste auf Datei öffnen (oder drücken [Strg]+[O]) und wählen die gewünschte Datei aus. Wenn Ihre Kamera im heute üblichen AVCHD-Format aufzeichnet, suchen Sie die entsprechende Datei in einem Unterverzeichnis der Speicherkarte. Diese liegen unterhalb von AVCHD/BDMV/STEAM und tragen die Endung .MTS. Halten Sie dabei nach großen Dateien Ausschau.

Abbildung 1: Das Hauptfenster wirkt nach dem ersten Start noch extrem aufgeräumt. Das ändert sich jedoch rasch. Shotcut öffnet übrigens eine Videodatei, wenn Sie diese aus dem Dateimanager auf den Hilfetext ziehen.

Shotcut liest Videos im alten DV-Format ein und bearbeitet diese. Hier lautet die Endung .avi. Um die Daten von der Kamera zu holen, benötigen Sie aber ein anderes Programm. Dazu bietet sich das bereits erwähnte Kino an [2], das die meisten Distributionen immer noch in den Repositories vorhalten.

Das geöffnete Video spielt Shotcut direkt ab, mit der Leertaste halten Sie es an. Ganz am unteren Rand des Hauptfensters finden Sie jetzt in der Mitte mehrere kleine Schaltflächen, über die Sie die Wiedergabe steuern (Abbildung 2). Die Symbole mit den Dreiecken und dem Strich springen an den Anfang und ans Ende. Das Dreieck in der Mitte startet und stoppt die Wiedergabe.

Abbildung 2: Der Filmschnipsel hier läuft gerade einmal 21 Sekunden und ein paar Zerquetschte, wobei Shotcut gerade in der Vorschau das Geschehen an Sekunde 6 anzeigt.

Die beiden kleinen Doppelpfeile starten den schnellen Vor- beziehungsweise Rücklauf. Da das Bearbeiten von hochauflösenden HD-Videos ziemlich viel Rechenleistung kostet, kommt es vor, dass die Wiedergabe ruckelt oder sogar ins Stocken gerät.

Links neben den Schaltflächen für die Wiedergabe finden Sie ein Eingabefeld. Den dort vermerkten Zeitpunkt sehen Sie gerade in der Vorschau. Mit den kleinen Symbolen im Eingabefeld können Sie ein Bild im Video vor- und zurückspringen. Die Zahl rechts neben dem Eingabefeld gibt die Gesamtlaufzeit des Films an.

Um die Lautstärke zu regeln, klicken Sie am rechten Fensterrand auf den oberen der beiden Knöpfe. Shotcut präsentiert dann wie in Abbildung 2 rechts neben der Vorschau einen Regler, über den Sie die Lautstärke anpassen. Mit dem anderen Knopf schalten Sie die Tonausgabe stumm. Sie haben übrigens die Möglichkeit, das Fenster wie jedes andere zu vergrößern, zu verkleinern oder zu maximieren. Unter Umständen verlangsamt sich jedoch die Geschwindigkeit der Wiedergabe.

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