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© Mudmaxx, sxc.hu

Auf dem Gaspedal

Office-Suite Calligra 2.7 im Überblick

23.09.2013 Calligra Office schüttelt langsam seine Kinderkrankheiten ab. Die Suite hat vor allem auf dem KDE-Desktop einen deutlichen Heimvorteil.

Die Auswahl freier und kommerzieller Office-Programme unter Linux fällt groß aus: Open- und LibreOffice, Gnome Office (Gnumeric, Abiword, Inkscape), Calligra [1] und das kommerzielle SoftMaker Office gehören zu den populärsten. Zwar hat sich insbesondere LibreOffice in den vergangenen Jahren bei vielen Distributionen als Standard etabliert. Das spricht den anderen Vertretern der Gattung aber nicht ihre Daseinsberechtigung ab, denn die jeweiligen individuellen Eigenschaften erweisen sich manchmal als Vorteil.

Steckbrief

Bürosuiten wie Microsoft Office oder LibreOffice waren von vorne herein als integrierte Büropakete konzeptioniert. Das erlaubt es Benutzern, sich schnell einzuarbeiten und ermöglicht das Einbetten gemeinsamer Komponenten. Außerdem profitiert dieser Ansatz im Unterbau von einer gemeinsamen Code-Basis und geteilten Bibliotheken. Beim KDE-Office Calligra oder dessen Gnome-Pendant dagegen handelt es sich salopp gesagt um nichts anderes als um zusammen gewürfelte Programme, wenngleich Calligra vom KDE-Unterbau profitiert.

Calligra besteht aus der rahmenbasierten Textverarbeitung Words, der Tabellenkalkulation Sheets, dem Präsentationsprogramm Stage, dem Vektorgrafikprogramm Karbon, der integrierten Datenbank Kexi, der Projektverwaltung Plan, dem pixelbasierten Bildbearbeitungsprogramm Krita sowie Flow, einem Programm zum Erstellen von Flussdiagrammen.

Außerdem bietet Calligra die Möglichkeit, wiederkehrende Aufgaben mit Hilfe verschiedener Skriptsprachen zu automatisieren, darunter Javascript, Python oder Ruby. Neu seit der Version 2.6 ist zudem das Autorenwerkzeug Calligra Author. Das professionelle Textverarbeitungsprogramm – derzeit ähnelt es noch stark Calligra Words – soll Schriftsteller und Autoren beim Schreiben von Büchern oder E-Books unterstützt.

Die Entwickler möchten dem Benutzer die Möglichkeit geben, mit der Software Charaktere und Szenen zu verwalten, Textstatistiken zu erzeugen und Dokumente in den E-Book-Formaten EPUB2 sowie Mobi zu speichern. Die Version 2.7.1 ermöglicht sogar das Einfügen von Multimedia-Elementen – eine Funktion, die die Developer künftig noch weiter ausbauen wollen.

Calligra ging 2010 per Fork aus KOffice hervor. Da galt zwar viele Jahre als Standard-Büropaket für den KDE-Desktop, dümpelte aber lange Zeit ohne nennenswerte Evolution vor sich hin, weil die "Suite" aus zahlreichen unabhängigen Programmen bestand, die nie wirklich miteinander harmonierten. Außerdem funktionierte die Chemie unter denn Entwicklern nicht.

Erst der Neuanfang mit Calligra 2.4, dessen Versionsnummer sich aus der letzten damals freigegebenen Version 2.3 von KOffice ableitet, hauchte dem Projekt mit einer neuen Textverarbeitungskomponente Calligra Words, die nichts mehr mit dem ehemaligen KWord zu tun hatte, neuen Elan ein. Version 2.5 setzt dann den ersten Meilenstein [2].

Wurzeln

Die Bemühungen der Entwickler der einzelnen Programme, Calligra insgesamt als homogenes System in Stil von LibreOffice oder Microsoft Office zu gestalten, zeigen Früchte. Version 2.6 schnitt im Test besser ab als seine Vorgänger, wenngleich noch nicht befriedigend [3].

In Anbetracht bisher tolerierter Kinderkrankheiten, wie häufiger Abstürzen bei der Version 2.5 und den Problemen der Version 2.6 beim Umgang mit großen Dokumenten kommt nun für Calligra 2.7.1 die Zeit, sich in Sachen Stabilität und Funktionsumfang auf einen Level einzupendeln, der einen professionellen Einsatz zulässt.

Im vorliegenden Test kam Calligra 2.7.1 zum Einsatz. Um die Vergleichbarkeit mit den anderen Office-Pakete im Heft zu gewährleisten, liegt der Schwerpunkt auf Words, Sheets und Stage. Einen Tag vor Redaktionsschluss erschien die Version 2.7.2. Einen Überblick über die Neuerungen in Calligra 2.7.1 und 2.7.2 finden Sie im Kasten "Das ist neu". Letztere Version kommt übrigens mit KDE SC 4.11 in gängige Distributionen. Der Kasten "Auf dem neusten Stand" zeigt, wie Sie Version 2.7.1 schon jetzt mit vertretbarem Aufwand installieren.

Das ist neu

Neben Fehlerkorrekturen und Sicherheitsaktualisierungen bringt Calligra 2.7.1 [4] die schon erwähnte Unterstützung für den Export ins EPUB3-Format. Calligra Author ermöglicht die Integration von Multimedia-Inhalten in E-Books. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, bei einem in Author erstellten elektronischen Buch für den Umschlag Bilder zu verwenden.

Die Projektverwaltung Plan unterstützt in der aktuellen Version 2.7.1 den Export in die Formate ODS und CSV und verfügt über Verbesserungen beim Anlegen von Aufgaben. Die Datenbank-Komponente Kexi importiert nun bei Bedarf Daten aus CSV-Dateien in eine existierende Tabelle. Die Entwickler haben außerdem die Eingabe für Passwörter so umgestaltet, dass keine modale Dialoge nicht mehr erforderlich sind.

Das pixelorientierte Zeichenprogramm Krita verfügt jetzt über neue Masken für Graustufen und ein verbessertes Werkzeug zum Erstellen von Freihandpfaden, inklusive einer Funktion zur Linienglättung. Darüber hinaus haben die Entwickler die Schnitt- und Transformationswerkzeuge verbessert.

Ferner besteht jetzt die Möglichkeit, Photoshop-Dateien (PSD) zu importieren und PSD- sowie QML-Dateien zu exportieren. Die meisten Calligra-Anwendungen gleichermaßen betreffen verbesserte allgemeine Formen in "Shapes". Außerdem besteht die Möglichkeit, mathematische Formeln im Latex- oder Matlab-/Octave-Modus einzugeben.

Die einen Tag vor Redaktionsschluss erschienene Calligra-Version 2.7.2 ist dagegen ein reines Bugfix-Release [5], das die Entwickler aber dringend empfehlen.

Auf dem neusten Stand

Calligra unterliegt der GPL und steht als Quellcode im Download-Bereich [6] der Projektseite zum Herunterladen bereit. Weniger erfahrene Anwender sollten aber besser warten, bis Version 2.7.2 mit KDE SC 4.11 als Binär-Paket in den Quellen der gängigen Distributionen auftaucht.

Wer Calligra 2.7.1 trotzdem vorab ausprobieren, aber nicht aus den Quellen übersetzen möchte, der greift zu Backports. Die Projektseite verweist dazu auf Pakete von Calligra 2.7.1 für die wichtigsten Distributionen und liefert die nötigen Informationen zum Hinzufügen der benötigten Paket-Quellen.

Für die aktuelle stabile Fedora-Version 19 galt es dazu, das Unstable-Repository [7] des KDE-Packaging-Projekts von Fedora einbinden. Dazu genügt es, eine Datei mit dem Inhalt aus Listing 1 anzulegen und unter /etc/yum.repos.d/kde.repo abzuspeichern.

Ein Update der Paketquellen-Liste ist bei Yum nicht notwendig, sodass Sie Calligra 2.7.1 anschließend mit yum list calligra suchen und mit yum install calligra installieren. Dies sollten Sie dennoch nicht auf einem Produktivsystem tun, weil Yum zum Auflösen diverser Abhängigkeiten ein Teil-Update auf KDE SC 4.11 vornimmt. Auf der Calligra-Downloadseite der KDE-Userbase finden Sie Anleitungen und Angaben zu Paketquellen für Debian, Gentoo, Arch Linux, OpenSuse und FreeBSD.

Listing 1

[kde]
name=kde
mirrorlist=http://apt.kde-redhat.org/apt/kde-redhat/fedora/mirrors-stable
gpgkey=http://apt.kde-redhat.org/apt/kde-redhat/kde-redhat.RPM-GPG-KEY
skip_if_unavailable=1
enabled=1
[kde-testing]
name=kde-testing
mirrorlist=http://apt.kde-redhat.org/apt/kde-redhat/fedora/mirrors-testing
gpgkey=http://apt.kde-redhat.org/apt/kde-redhat/kde-redhat.RPM-GPG-KEY
skip_if_unavailable=1
enabled=1
[kde-unstable]
name=kde-unstable
mirrorlist=http://apt.kde-redhat.org/apt/kde-redhat/fedora/mirrors-unstable
gpgkey=http://apt.kde-redhat.org/apt/kde-redhat/kde-redhat.RPM-GPG-KEY
skip_if_unavailable=1
enabled=0
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