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© Mark Stahl, 123RF

Bildhübsch

LaTeX mit Daten aus externen Quellen anreichern (Teil 3)

17.07.2013
Schicker Textsatz und Abbildungen dämmen die Ausbreitung von Bleiwüsten ein. Die Kombination aus LaTeX und externen Daten ist dabei weniger heikel, als man denkt – und ermöglicht große Freiräume.

Serie: LaTeX mit externen Daten anreichern

Teil 1 Datenbanken einbinden LU 05/2013, S. 49
Teil 2 Seriendruck via Skript LU 06/2013, S. 42
Teil 3 Abbildungen einbinden LU 08/2013, S.###

Von Natur aus unterstützt LaTeX nur das Vektorformat Encapsulated Postscript (EPS). Die EPS-Datei darf dabei lediglich eine einzige Seite umfassen. Falls das nicht zutrifft, sträubt sich der LaTeX-Compiler und bindet die Datei nicht ins Dokument ein.

Zum Einbinden laden Sie zuvor in der Präambel des LaTeX-Dokuments eines der beiden Pakete Epsfig oder Graphicx (siehe Kasten "Exkurs: Epsfig und Graphicx"). Die Option vor dem Paketnamen bestimmt dabei den externen Treiber, mit dem Sie die Bilddateien verarbeiten wollen.

Exkurs: Epsfig und Graphicx

Epsfig und Graphicx ermöglichen das Einbetten bereits bestehender Grafiken aus externen Dateien. Diese liegen entweder als Postscript, PDF, PNG oder JPEG vor. Um eigene Zeichnungen oder Abbildungen mit (La)TeX-Befehlen zu erstellen, stehen unter anderem die LaTeX-Pakete Picture, Epic, Pstricks und Metapost bereit, die wir hier aber nicht besprechen.

In Listing 1 benennt die erste Zeile dazu dvips. Diese Anweisung nutzen Sie beim Übersetzen mit latex nach DVI (und in Folge mit dvips nach Postscript oder dvipdfm nach PDF). Die Zeile 2 lädt hingegen nur das Paket Graphicx ohne Angabe eines Treibers. Dieser wird dann je nach aufrufendem Programm bestimmt: Beim Übersetzen mit latex kommt dvips zum Zug, bei pdflatex der Treiber pdftex.

Listing 1

\usepackage[dvips]{epsfig}
\usepackage{graphicx}
\usepackage[dvips]{graphicx}
\usepackage[dvipdfm]{graphicx}

Die nächsten beiden Zeilen zeigen wiederum die explizite Angabe eines Treibers: In Zeile 3 entstehen DVI-Dateien mit Hilfe von dvips, Zeile 4 nutzt stattdessen dvipdfm zum anschließenden Übersetzen der DVI-Datei in ein PDF-Dokument.

Rastergrafiken

Für Rastergrafiken wie PNG, JPG oder PDF benötigen Sie stattdessen das Paket Graphicx mit dem entsprechenden Treiber für das Ausgabeformat. Gebräuchlich ist die in Listing 2 gezeigt Kommandofolge für den direkten Weg nach PDF mittels pdflatex. In Zeile 2 laden Sie zuerst das Graphicx-Paket mit dem Treiber pdftex, danach fügen dem Dokument Sie mithilfe des Kommandos \includegraphics eine Abbildung hinzu (Zeilen 4 und 5).

Listing 2

...
\usepackage[pdftex]{graphicx}
...
\includegraphics{pinguin.png}
\includegraphics[h!]{pinguin.png}
...

Die Abbildungen landen – sofern das in der Objektanordnung von LaTeX passt – an der aktuellen Position im LaTeX-Dokument. Mit den Optionen [b] für "bottom" (am unteren Seitenrand), [t] für "top" (am oberen Seitenrand), [h] für "here" (an der aktuellen Position) und [h!] für "genau hier und nicht woanders!" helfen Sie LaTeX beim Positionieren (Zeile 5).

Neben den genannten Parametern bietet das Kommando \includegraphics etliche weiter Optionen zum Feintuning an, so etwa zum Skalieren und Drehen der eingefügten Abbildung (siehe Tabelle "Bildoptionen"). Mit zusätzlichen Parametern steuern Sie zudem Bildgröße sowie Drehwinkel und legen den Bildausschnitt fest. Ansonsten übernimmt LaTeX die Größe und Ausrichtung des Originalbildes unverändert.

Bildoptionen

Option Bedeutung
width=x Breite der Abbildung
height=x Höhe der Abbildung
keepaspectratio falls true, behalte bei Größenänderungen das Seitenverhältnis bei
scale=x Skalierungsfaktor
angle=x Winkel zur Bilddrehung (entgegen dem Uhrzeigersinn)
trim=li un re ob Festlegung eines Bildausschnitts, Abstand von links, unten, rechts und oben
clip falls true, Rand beschneiden, benötigt für trim
page=nr falls mehrseitiges PDF, bezeichnet nr die abzubildende Seite
draft falls true, wird nur ein Rahmen und der Dateiname angezeigt

Bildformate und -einbindung

Geben Sie in der Erweiterung des Dateinamens keine Formatbezeichnung an, durchsucht der LaTeX-Compiler das angegebene Verzeichnis und benutzt die erste passende Grafik. Für latex und das Ausgabeformat DVI wird nach EPS gefahndet, für pdflatex und PDF kommen JPG, PNG oder PDF zum Zug.

Möchten Sie die Liste der Formate exakt vorgeben, hilft Dabei das Kommando \DeclareGraphicsExtensions in der Präambel. Listing 3 grenzt die Formate und die Auswahlfolge auf PNG und JPG ein, andere Bildtypen bleiben außen vor.

Listing 3

...
\DeclareGraphicsExtensions{.png,.jpg}
...
\includegraphics{pinguin}
...

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