AA_backup-entertaste_123rf-12652723_icetray.jpg

© icetray, 123RF

Partitionen sichern mit Clonezilla

Auf Knopfdruck neu

Das Sichern von Partitionen oder ganzen Festplatten ist kein Hexenwerk: Dank Clonezilla genügt dazu das Beantworten einiger weniger Fragen.

Gibt die Systemplatte den Geist auf, gilt es erst einmal ein neues System einzurichten. Bis das wieder den eigenen Wünschen entspricht, vergehen viele Stunden, oft sogar Tage. Wohl dem, der nicht nur ein Backup seiner wichtigen Daten, sondern auch der Systempartition anlegt: Dann genügt es, die Sicherung auf die neue Platte zu spielen und den Rechner neu zu starten – schon erscheint der vertraute Desktop.

Beim Erstellen einer solchen Komplettsicherung hilft die Distribution Clonezilla Live [1]. Sie starten das Linux-Live-System von einer CD oder einem USB-Stick, wählen über eine komfortable Benutzeroberfläche die zu sichernde Partition aus und entscheiden sich noch für ein Sicherungslaufwerk – den Rest übernimmt Clonezilla.

Zurechtgeschrumpft

Um den Platzverbrauch in Grenzen zu halten, komprimiert Clonezilla das Backup nicht nur, sondern sichert auch nur die tatsächlich belegten Teile der Partition oder Festplatte. Zwar fällt das Ergebnis schön kompakt aus, lässt sich aber ohne große Verrenkungen nur mit Clonezilla wieder zurückspielen. Ein weiterer Haken: Clonezilla spart die unbelegten Bereiche nur dann aus, wenn es das Dateisystem kennt (siehe Kasten "Dateisysteme"). Bei exotischen Vertretern sichert Clonezilla hingegen immer die komplette Partition.

Dateisysteme

In der aktuellen Version unterstützt Clonezilla die Dateisysteme Btrfs, Ext2/3/4, FAT12/16/32, HFS+, JFS, NTFS, Reiser4, Reiserfs, UFS, VMFS3, VMFS5, XFS sowie LVM2 (nicht LVM1). Alle anderen Dateisysteme sichert Clonezilla komplett mit dd, wodurch die Sicherung in der Regel mehr Platz beansprucht.

Clonezilla dupliziert auf Wunsch auch den Inhalt einer komplette Festplatte auf eine andere. Das ist beispielsweise in Schulen nützlich, wenn es gilt, an allen Computern die gleiche Arbeitsumgebung aufzuspielen.

Clonezilla gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Das erwähnte Live-System für den Hausgebrauch nennt sich Clonezilla Live. Für große Rechenzentren existiert mit Clonezilla SE noch eine Server-Edition. Sie klont über 40 Computer gleichzeitig, ist aber im Gegenzug auch komplizierter einzurichten. Wenn Sie lediglich Ihre eigene Festplatte sichern möchten, genügt Clonezilla Live. Es benötigt gerade einmal 196 MByte Hauptspeicher und läuft sogar noch auf einem 486-Prozessor.

Image-Wechsel

Das benötigte ISO-Image finden Sie auf der Clonezilla-Seite [1] unter Downloads. Die Einträge mit einem testing im Namen führen zu aktuellen Entwicklerversionen, wichtigen Daten sollten Sie aber besser nur einem stable release anvertrauen. Das obere der beiden basiert auf Debian, das alternative stable release auf Ubuntu 12.10. Beide bringen die gleiche Benutzeroberfläche mit.

Verwenden Sie die ISO-Datei, die der Prozessorarchitektur Ihres Computers entspricht – auf aktuellen 64-Bit-Systemen also die ...-amd64.iso, auf alten Systemen die ...-i486.iso-Datei. Das heruntergeladene Image brennen Sie im Anschluss mit einem entsprechenden Programm auf eine CD oder übertragen es auf einen USB-Stick.

Bevor Sie die Distribution starten, sollten Sie ein Laufwerk für die Sicherung bereithalten, etwa eine externe Festplatte. Alternativ speichert Clonezilla die Daten auch via SSH, Samba oder NFS auf einem Netzwerklaufwerk. Sicherheitshalber sollte auf dem Laufwerk mindestens genau so viel freier Speicherplatz zur Verfügung stehen, wie die zu sichernde Partition umfasst. Erstellen Sie zunächst im Hauptverzeichnis des Laufwerks ein Unterverzeichnis, in dem Clonezilla Live das Backup speichern kann.

Starten Sie jetzt Ihren Computer von der CD oder dem USB-Stick. Als erstes erscheint das Bootmenü (Abbildung 1) aus dem Sie mit den Pfeiltasten die gewünschte Option wählen und mit [Eingabe] bestätigen. Sollte Clonezilla Live den Bildschirm nicht richtig anzeigen, starten Sie Ihren Computer neu und wählen Sie aus dem Bootmenü Other modes of Clonezilla Live. Probieren Sie hier zunächst Clonezilla Live (Safe graphic settings, vga=normal) aus. Sollte die Distribution damit immer noch nicht starten, wählen Sie Clonezilla Live (failsafe mode). Das Untermenü erlaubt über die Bootoption Clonezilla Live (Default settings, VGA 1024x768) auch die Anwahl einer höheren Auflösung, womit sich die Menüpunkte besser lesen lassen.

Abbildung 1: Clonezilla meldet sich zunächst mit dem Bootmenü, aus dem Sie die gewünschte Boot-Option auswählen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Jurassic Park
    Clonezilla Live sichert und klont ganze Partitionen oder Festplatten. Das beliebte Live-System besticht dabei mit einer leicht bedienbaren Benutzeroberfläche.
  • Clonezilla live 2.4.2-10 veröffentlicht
    Das beliebte Live-System zum Klonen und Sichern von Festplatten oder Partitionen liegt in einer neuen stabilen Version vor. Die Entwickler haben dabei vor allem den Unterbau und die Programme aktualisiert.
  • Mit vereinten Kräften
    GParted zum Partitionieren Ihrer Festplatten vereint mit dem Abbilder klonenden Clonezilla finden Sie auf unserer Heft-CD als bootfähiges Live-System. Mit ihm sichern Sie im Handumdrehen einzelne Partitionen oder gleich ganze Festplatten.
  • Clonezilla live stable 2.4.2-61 veröffentlicht
    Die Macher von Clonezilla live haben die „Stable“-Variante in einer neuen Version veröffentlicht. Im Wesentlichen behebt sie kleinere Fehler und aktualisiert verschiedene Komponenten. Das Live-System Clonezilla hilft beim Kopieren, Sichern und Klonen von Partitionen.
  • Schnappschuss
    Systemback sichert oder klont auf Knopfdruck das komplette laufende System und stellt es bei Bedarf wieder her.
Kommentare

Infos zur Publikation

Lu07/2016: GIMP FÜR PROFIS

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Aktuelle Fragen

Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...
lidl internetstick für linux mint
rolf meyer, 04.06.2016 14:17, 3 Antworten
hallo zusammen ich benötige eure hilfe habe einen lidl-internetstick möchte ihn auf linux mint i...
thema ändern
a b, 29.05.2016 16:34, 0 Antworten
Hallo Linuxer zuerst alle eine schönen Sonntag, bevor ich meine Frage stelle. Ich habe Ubuntu 1...
Ideenwettbewerb
G.-P. Möller, 28.05.2016 10:57, 0 Antworten
Liebe User, im Rahmen eines großen Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Technologie- und Innova...
Welche Drucker sind Linux-mint kompatibel?
Johannes Nacke, 20.05.2016 07:32, 6 Antworten
Hallo Ihr Lieben, ich bitte um mitteilung welche Drucker Kompatibel sind mit Linux-Mint. LG Joh...