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Partitionen sichern mit Clonezilla

Auf Knopfdruck neu

Das Sichern von Partitionen oder ganzen Festplatten ist kein Hexenwerk: Dank Clonezilla genügt dazu das Beantworten einiger weniger Fragen.

Gibt die Systemplatte den Geist auf, gilt es erst einmal ein neues System einzurichten. Bis das wieder den eigenen Wünschen entspricht, vergehen viele Stunden, oft sogar Tage. Wohl dem, der nicht nur ein Backup seiner wichtigen Daten, sondern auch der Systempartition anlegt: Dann genügt es, die Sicherung auf die neue Platte zu spielen und den Rechner neu zu starten – schon erscheint der vertraute Desktop.

Beim Erstellen einer solchen Komplettsicherung hilft die Distribution Clonezilla Live [1]. Sie starten das Linux-Live-System von einer CD oder einem USB-Stick, wählen über eine komfortable Benutzeroberfläche die zu sichernde Partition aus und entscheiden sich noch für ein Sicherungslaufwerk – den Rest übernimmt Clonezilla.

Zurechtgeschrumpft

Um den Platzverbrauch in Grenzen zu halten, komprimiert Clonezilla das Backup nicht nur, sondern sichert auch nur die tatsächlich belegten Teile der Partition oder Festplatte. Zwar fällt das Ergebnis schön kompakt aus, lässt sich aber ohne große Verrenkungen nur mit Clonezilla wieder zurückspielen. Ein weiterer Haken: Clonezilla spart die unbelegten Bereiche nur dann aus, wenn es das Dateisystem kennt (siehe Kasten "Dateisysteme"). Bei exotischen Vertretern sichert Clonezilla hingegen immer die komplette Partition.

Dateisysteme

In der aktuellen Version unterstützt Clonezilla die Dateisysteme Btrfs, Ext2/3/4, FAT12/16/32, HFS+, JFS, NTFS, Reiser4, Reiserfs, UFS, VMFS3, VMFS5, XFS sowie LVM2 (nicht LVM1). Alle anderen Dateisysteme sichert Clonezilla komplett mit dd, wodurch die Sicherung in der Regel mehr Platz beansprucht.

Clonezilla dupliziert auf Wunsch auch den Inhalt einer komplette Festplatte auf eine andere. Das ist beispielsweise in Schulen nützlich, wenn es gilt, an allen Computern die gleiche Arbeitsumgebung aufzuspielen.

Clonezilla gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Das erwähnte Live-System für den Hausgebrauch nennt sich Clonezilla Live. Für große Rechenzentren existiert mit Clonezilla SE noch eine Server-Edition. Sie klont über 40 Computer gleichzeitig, ist aber im Gegenzug auch komplizierter einzurichten. Wenn Sie lediglich Ihre eigene Festplatte sichern möchten, genügt Clonezilla Live. Es benötigt gerade einmal 196 MByte Hauptspeicher und läuft sogar noch auf einem 486-Prozessor.

Image-Wechsel

Das benötigte ISO-Image finden Sie auf der Clonezilla-Seite [1] unter Downloads. Die Einträge mit einem testing im Namen führen zu aktuellen Entwicklerversionen, wichtigen Daten sollten Sie aber besser nur einem stable release anvertrauen. Das obere der beiden basiert auf Debian, das alternative stable release auf Ubuntu 12.10. Beide bringen die gleiche Benutzeroberfläche mit.

Verwenden Sie die ISO-Datei, die der Prozessorarchitektur Ihres Computers entspricht – auf aktuellen 64-Bit-Systemen also die ...-amd64.iso, auf alten Systemen die ...-i486.iso-Datei. Das heruntergeladene Image brennen Sie im Anschluss mit einem entsprechenden Programm auf eine CD oder übertragen es auf einen USB-Stick.

Bevor Sie die Distribution starten, sollten Sie ein Laufwerk für die Sicherung bereithalten, etwa eine externe Festplatte. Alternativ speichert Clonezilla die Daten auch via SSH, Samba oder NFS auf einem Netzwerklaufwerk. Sicherheitshalber sollte auf dem Laufwerk mindestens genau so viel freier Speicherplatz zur Verfügung stehen, wie die zu sichernde Partition umfasst. Erstellen Sie zunächst im Hauptverzeichnis des Laufwerks ein Unterverzeichnis, in dem Clonezilla Live das Backup speichern kann.

Starten Sie jetzt Ihren Computer von der CD oder dem USB-Stick. Als erstes erscheint das Bootmenü (Abbildung 1) aus dem Sie mit den Pfeiltasten die gewünschte Option wählen und mit [Eingabe] bestätigen. Sollte Clonezilla Live den Bildschirm nicht richtig anzeigen, starten Sie Ihren Computer neu und wählen Sie aus dem Bootmenü Other modes of Clonezilla Live. Probieren Sie hier zunächst Clonezilla Live (Safe graphic settings, vga=normal) aus. Sollte die Distribution damit immer noch nicht starten, wählen Sie Clonezilla Live (failsafe mode). Das Untermenü erlaubt über die Bootoption Clonezilla Live (Default settings, VGA 1024x768) auch die Anwahl einer höheren Auflösung, womit sich die Menüpunkte besser lesen lassen.

Abbildung 1: Clonezilla meldet sich zunächst mit dem Bootmenü, aus dem Sie die gewünschte Boot-Option auswählen.

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