Selbst eingemacht
Daten sichern mit mintBackup
Ziemlich gut versteckt im Startmenü von Linux Mint, in der Kategorie Systemwerkzeuge unter dem Namen Datensicherungswerkzeug, findet sich das clevere Tool mintBackup [1]. Um es zu starten, müssen Sie das Administrator- (Mint auf Ubuntu Basis) beziehungsweise das Root-Passwort (Linux Mint Debian Edition) eingeben. Anschließend erscheint das übersichtliche Fenster aus Abbildung 1.
Um die persönlichen Dokumente zu sichern, klicken Sie auf Sicherungsdateien, wählen in der oberen Ausklappliste das zu sichernde Verzeichnis und anschließend in der unteren Ausklappliste das Unterverzeichnis, in dem die Sicherung landen soll. Standardmäßig kopiert mintBackup schlicht den Inhalt des oben eingestellten Verzeichnisses in das untere. Das Ziel sollte sich daher möglichst auf einem externen Medium befinden. Der jeweils in den Ausklapplisten voreingestellte Eintrag root meint übrigens tatsächlich das Verzeichnis /root (denken Sie daran, dass Sie mintBackup mit Root-Rechten gestartet haben).
Darüber hinaus synchronisiert mintBackup die beiden Verzeichnis nicht, sondern kopiert lediglich die Dateien. Falls Sie also etwa Ihre Bildersammlung im Ziel-Verzeichnis gesichert haben und ein Bild im Quelle-Verzeichnis löschen, so finden Sie es nach einer erneuten Sicherung weiterhin im Ziel-Verzeichnis.
Erste Schritte
Bevor Sie die Sicherung anstoßen, sollten Sie noch den Punkt Erweiterte Einstellungen aufklappen (Abbildung 2). Dort dürfen Sie zunächst eine Beschreibung der Sicherung angeben. Diese ignoriert mintBackup allerdings von da an kategorisch und zeigt sie auch beim Zurückschreiben nicht wieder an.
Auf Wunsch kopiert mintBackup die Dateien nicht nur, sondern verpackt sie auch in ein Archiv. Dazu stellen Sie unter Ausgabe das zu verwendende Archivformat ein. Zusätzlich sollten Sie noch einmal kontrollieren, welches Dateisystem im Ziel-Verzeichnis zum Einsatz kommt: FAT32, wie man es immer noch auf USB-Sticks und einigen externen Festplatten vorfindet, verkraftet nur Dateien bis 4 GByte Größe.
Die zum Redaktionsschluss aktuelle Version 2.0.7 von mintBackup ignoriert jedoch solche Grenzen – erst am Ende der Sicherung erhält man eine (recht nichtssagende) Fehlermeldung. Das erstellte Archiv ist anschließend defekt beziehungsweise nicht mit allen Dateien gefüllt. Größere Datenmengen sollten Sie daher entweder nur dateiweise kopieren lassen oder vorher sicherstellen, dass das Dateisystem so große Brocken aufnimmt.
Kontrollbehörde
Wenn Sie unter Ausgabe den Punkt Struktur erhalten wählen, legt mintBackup kein Archiv an, sondern kopiert die Dateien. Sollte dabei im Ziel-Verzeichnis bereits eine gleichnamige Datei existieren, überschreibt mintBackup diese – allerdings nur, sofern die unter Überschreiben eingestellte Regel zutrifft.
Steht diese Ausklappliste auf Prüfsumme stimmt überein, überschreibt mintBackup die Datei nur dann, wenn sich deren Inhalt von der zu kopierenden unterscheidet. Etwas aufpassen müssen Sie beim Eintrag Änderungsdatum stimmt nicht überein: mintBackup überschreibt die Zieldatei auch dann, wenn sie neuer ist als die zu kopierende Datei. Relevant ist hier nur ein Unterschied im Erstellungsdatum.
Standardmäßig prüft mintBackup, ob der Kopiervorgang erfolgreich war. Wenn Sie diesen Test nicht wünschen, entfernen Sie das Kreuzchen vor Integrität bestätigen. Ferner versucht mintBackup, die Dateirechte und das Datum der Datei zu erhalten. Beide Funktionen deaktivieren Sie bei Bedarf, indem Sie das Kreuzchen vor Berechtigungen beibehalten beziehungsweise Zeitstempel beibehalten entfernen. Die Dateirechte kann mintBackup zudem nur bewahren, wenn Sie entweder die Dateien in ein Archiv packen lassen oder das Dateisystem des Ziel-Verzeichnisses dies unterstützt. Falls Sie Dateien auf ein FAT32- oder NTFS-Dateisystem umkopieren lassen, gehen die Dateirechte zwangsweise verloren.
mintBackup folgt in den Verzeichnissen optional allen symbolischen Links und sichert die darüber erreichbaren Dateien mit. Wenn Sie dies wünschen, kreuzen Sie den Punkt Symbolische Verknüpfungen folgen an. Je nachdem, wohin die Links zeigen, kann die Sicherung dadurch allerdings ziemlich groß ausfallen — im Extremfall sichert mintBackup dann das komplette System.



