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© Paolo De Santis, 123RF

GUI-Programmierung leicht gemacht mit Basic

Einfacher Zugang

Um ansprechende Programme zu entwickeln, braucht es keinen Vollprofi, der Programmiersprachen mit der Muttermilch aufgesogen hat: Mit einem Basic-Dialekt kommt im Prinzip jeder schnell zu einem ordentlichen Ergebnis.

In der Ära der Home-Computer entwickelten viele Anwender im Privatbereich kleine Applikationen und gaben diese weiter. Der Grund dafür lag schlicht darin, dass jedes ausgelieferten Gerät als Programmiersprache einen (meist fest im ROM verdrahteten) Basic-Dialekt mitbrachte. Der zeichnete sich dadurch aus, dass er mehr oder weniger einfach und schnell zu erlernen war.

Mittlerweile hat sich der Irrglaube verbreitet, dass GUI-Anwendungen unter Linux heutzutage nur in C++ oder mit komplexen Skriptsprachen umzusetzen seien – vorzugsweise von Profis, die Kenntnisse über den Zugriff auf diverse Bibliotheken besitzen. Das stimmt so aber nicht: Es gibt für diesen Zweck eine Vielzahl passender Sprachen, darunter mehrere Abkömmlinge von Basic.

Gambas

In den 90er Jahren war der französische Programmierer Benoît Minisini von der Microsoft-Programmiersprache Visual Basic fasziniert und abgestoßen zugleich.

Ihn begeisterte der Gedanke einer einfach zu erlernenden Sprache, mit Anwender die Programme nicht ausschließlich durch Schreiben von Codezeilen entwickeln, sondern stattdessen die Oberfläche mit dem Mauszeiger zeichnen und nur noch die Logik, mit der die GUI-Elemente auf Aktionen reagieren, auf konventionellem Wege schreiben.

Bei näherem Hinsehen kam Minisini jedoch zu dem Schluss, dass Visual Basic unlogische Sprachkonzepte enthielt und fehlerhaft war. So entwickelte er ein eigenes Basic mit visuellem GUI-Designer und veröffentlichte es 1999 als freie Software – Gambas [1] war geboren.

In den langen Jahren der Entwicklung hat sich rund um Gambas eine Community gebildet, die das Projekt mit Patches, Dokumentationen und Ports unterstützt. Die Linux-Version gilt als sehr ausgereift und läuft auf verschiedenen Prozessorarchitekturen, darunter x86 und x86_64, aber auch auf dem ARM-Prozessor des Raspberry Pi. Der Windows-Port – er benötigt eine Cygwin-Installation – befindet sich ebenso wie die Version für Mac OS X noch in einem frühen Stadium der Entwicklung.

Die Installation

Unter den meisten Distributionen richten Sie Gambas direkt über den Paketmanager ein. Nicht alle liefern jedoch in ihren Repositories die neueste Version. Den Vogel schießt dabei Ubuntu ab, das selbst für "Precise Pangolin" in seinen Paketquellen statt des aktuellen Gambas 3 lediglich das veraltete Gambas 2 führt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ubuntu-Benutzer sollten die Paketquellen um einen PPA-Eintrag erweitern, ansonsten installiert der Paketmanager eine völlig veraltete Gambas-Version.

Um Gambas 3 zu erhalten, fügen Sie den Paketquellen daher das Gambas-3-PPA hinzu. Dazu geben Sie in einem Terminalfenster Zeile 1 aus Listing 1 ein. Nach der Eingabe des Passworts aktualisieren Sie die Paketlisten (Zeile 2). Nun stehen die Pakete für Gambas 3 zur Installation bereit (Zeile 3).

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:nemh/gambas3
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install gambas3

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