Seltene Perlen
Verborgene Schätze aus dem Ubuntu App Showdown
Canonical hat im Juni 2012 einen Wettbewerb für Programmier mit dem Titel "Ubunut App Showdown" ausgerufen, den die Ubuntu-Gemeinschaft mit großer Begeisterung aufnahm. Obwohl die Teilnehmer nur drei Wochen zum Umsetzen ihrer Ideen hatten, fällt die mit 130 Projekten große Anzahl der Teilnehmer ins Auge.
Die vollständige Liste der eingereichten Programme findet sich im Ubuntu-Wiki [1], nebst einer Beschreibung der zum Hinzufügen des jeweiligen Personal Package Archives (PPA) erforderlichen Befehle. Meist genügt zum Hinzufügen der Quelle und zum Installieren des jeweiligen Tools ein Besuch der entsprechenden Seite auf Ubuntuupdates, wie zum Beispiel für Variety [2]. Ein Klick auf die Schaltfläche APT INSTALL zeigt das gewünschte Programm im Software Center.
TIPP
Wer in seinem Ubuntu-System automatische Updates erlaubt, findet mit Erscheinen des Heftes viele der für den Showdown eingereichte Programme, die übrigens nicht ausschließlich unter Ubuntu laufen, bereits im Software Center.
Die Teilnehmer durften übrigens keineswegs aus dem Vollen schöpfen und einfach Ihren bereits fertigen oder in Entwicklung befindlichen Programme einsenden, denn der Fokus auf "Apps" ist nicht nur Wortspiel, sondern weist darauf hin, dass die Veranstalter vor allem auf leichtgewichtige und gut gemachte Miniprogramme aus waren, die sich nicht nur von den Teilnehmer innerhalb der gesetzten Frist erstellen, sondern von den Gutachtern sinnvoll bewältigen ließen.
Ohne die Gewinner
Die drei offiziellen Sieger stehen inzwischen fest: Der Sieger Lightread [3], ein kompakter Client für Google Reader, stammte aus der Hand von Jono Cooper und George Czabania. Er erlaubt das komfortable Verwalten von RSS-Feeds unter Ubuntu. Interessant ist, dass die Entwickler bei Lightread auf die Programmiersprache Quickly gesetzt haben, einem Mix aus HTML, CSS und Python.
Das zweitplatzierte Tool Fogger [4] will den Unterschied zwischen Desktop- und Web-Anwendungen einebnen und erleichtert den Einsatz von Facebook auf dem Ubuntu-Desktop. Das Programm stellt die Funktionen von Facebook in Form einer App in einem Fenster bereit und integriert diese zusätzlich in den Launcher.
Auf dem dritte Rang landete die Spielesoftware Picsaw [5] von Robert Ancell, das Motive direkt aus einem Ordner mit Bildern zum Erzeugen der Puzzles benutzt. Mit Erscheinen dieses Heftes sollten übrigens auch drei weitere von der Community, unter Ausschluss der bereits offiziell gekürten Sieger, gewählte Gewinner feststehen.
Variety
Neben diesen Siegern, die aus der Menge der Programme hervorstechen, existieren unter den Einsendungen aber verborgene Schätze, wie zum Beispiel Variety [6]. Der Wallpaper-Changer stammt von Peter Levi. Zum Zeitpunkt des Tests war die Version 0.4.8 aktuell. Dieser lädt automatisch Hintergrundbilder von ausgewählten Webseiten, deren Bezugsquellen Sie in den Einstellungen des Programms eintragen.
Das Tool bringt eine Reihe von Quellen für Hintergrundbilder mit. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Quellen wie Flickr, Wallpaper.net oder eigene Ordner mit Bildern anzugeben. Sie sollten zudem in den Einstellungen den für Variety maximal verfügbaren Platz auf der Festplatte beschränken, damit das Programm nicht den durch die Downloads allen Platz belegt.
Variety klinkt sich unter Unity oder KDE Unity ins Panel ein. Ein Rechtsklick darauf zeigt das Kontextmenü, über das Sie via Preferences den Dialog mit den Einstellungen öffnen. Die Einträge Next und Previous dienen zu Navigation durch die Bilder. Ferner können Sie Bilder zu den Favoriten hinzufügen oder im Bildbetrachter öffnen.
Unter Kubuntu ließ sich im Test Variety via Launchpad nur in der Version 0.4.7 installieren. Es lohnt sich aber durchaus, die Version 0.4.8 mit einigen interessanten Neuerungen auszuprobieren. Da es sich um Python-Code handelt, entpacken Sie einfach das Tar-Archiv der aktuellsten Version. Zum Starten genügt ein Klick auf die ausführbare Datei.
Die Version 0.4.8 bietet gegenüber der Version 0.4.7 in den Einstellungen zwei neue Reiter Sharing und Effects (Abbildung 1). Letzter ersetzt den alten Reiter Filters und bietet die Möglichkeit, eine Uhr auf dem Desktop zu aktivieren. Dabei handelt es sich allerdings um ein experimentelles Feature.
Außerdem bietet das Programm eine History der heruntergeladenen oder hinzugefügten Bilder. Aktivieren Sie hier die Optionen Enable sharing on Facebook for images from online source und Display dialog to customize the Facebook post before publishing, haben Sie die Möglichkeit, Ihre favorisierten Wallpaper auf elegante Weise über Facebook zu teilen.



