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© Vladyslav Starozhylov, 123RF

Augenfreundlich

Farbtemperatur des Bildschirms anpassen mit Redshift

12.09.2012
Haben Sie wieder mal eine lange Nacht vor dem PC vor sich? Redshift hilft, ihre Augen zu entlasten.

Nicht jeder Aufstellort eignet sich ideal für den PC, will man zu jeder Tages- und Nachtzeit optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. Strahlt nachmittags die Sonne von der Seite auf den Bildschirm, sollte dieser heller sein als abends oder nachts, wenn von draußen nur noch der Mond für Licht sorgt. Müssen Sie trotzdem ein solches Plätzchen nutzen, gilt es manuell mehrmals täglich die Monitor-Einstellungen den wechselnden Lichtverhältnissen anzupassen. Eleganter und viel bequemer klappt das Nachjustieren allerdings mit Redshift.

Das Tool sorgt passt – beispielsweise bei Sonnenuntergang und einsetzender Dunkelheit – die Monitor-Einstellungen an, indem es nicht die Helligkeit verändert, sondern vielmehr die Farbtemperatur. Das ist wesentlich angenehmer für die Augen, wenn man nachts einmal länger am PC sitzen muss. Das liegt daran, dass sich mit dem Stand der Sonne und dem Übergang vom Tag zur Nacht und umgekehrt nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbtemperatur ändert. Unsere Augen sind es gewohnt, sich an diese natürlichen Umstände anzupassen.

Installation

Unter Ubuntu und dessen Derivaten finden sich Redshift in den Repositories der Distribution, sodass Sie es dort bequem über die Paketverwaltung einrichten. Hier installieren Sie entweder das "nackte" Paket redshift oder besser gleich gtk-redshift: Letzteres bringt ein Tray-Icon mit, über das Sie Redshift per Maus ein und ausschalten (Abbildung 1).

Fedora stellt die aktuelle Redshift-Version 1.7 bereits in der distributionseigenen Software-Verwaltung bereit, sodass Sie auch hier das Tool einfach via Paketmanager installieren.

Findet sich in den Repos der von Ihnen eingesetzten Distribution kein passendes Paket oder möchten Sie auf die aktuellste Redshift-Version setzen, bedienen Sie sich direkt auf der Projekt-Website unter http://jonls.dk/redshift/. Dort finden Sie im Abschnitt Download Pakete für Ubuntu, Fedora und Debian.

Nach Abschluss der Installationen steht Redshift im Startmenü des Desktops unter Zubehör zur Verfügung.

Funktionsweise

Auf der Website des Redshift-Projekts lässt sich nachlesen, was dies in Zahlen bedeutet: Nachts ist typischerweise eine niedrige Farbtemperatur zwischen 3000 und 4000 Kelvin erforderlich, die der Arbeitsumgebung und den künstlichen Lichtquellen entspricht. Tagsüber muss sich die Farbtemperatur nach dem Einfluss der Sonne richten, die bekanntermaßen von außen für Licht sorgt. Hier liegen die nötigen Werte zwischen 5500 und 6500 Kelvin.

Abbildung 1: Über das Icon im Systempanel schalten Sie Redshift bequem per Maus ein und aus.

Redshift greift mit Hilfe einer X-Server-Erweiterung auf die Bildschirmeinstellungen zu und stellt entsprechend der Tageszeit passende Gammakorrekturkurven ein. Dabei nimmt die Anwendung an, dass der Bildschirm Licht mit einer Farbtemperatur von 6500 Kelvin bereitstellt. Drehen Sie die Farbtemperatur höher, wird das Licht immer blauer; verringern Sie sie, erhöht sich der Rotanteil. Je mehr sich also der Tag seinem Ende neigt, desto mehr reduziert Redshift die Farbtemperatur (Abbildung 2). Dafür greift es auf einen geolokalen Dienst zu, um Ihre genaue Position zu ermitteln.

Abbildung 2: Durch die angepasste Farbtemperatur ermüden Ihre Augen nicht so schnell wie bei den Standardeinstellungen.

Gemäß den Angaben des Entwicklerteams müssen der Treiber der Grafikkarte und der X-Server dazu mindestens die Erweiterung RandR in der Version 1.3 unterstützen. Die RandR-Version erfahren Sie, indem Sie den Befehl xrandr --version auf der Konsole eingeben. Steht RandR nicht zur Verfügung, greift Redshift automatisch auf die Erweiterung VidMode zurück – sie müssen in diesem Fall dazu nichts weiter tun.

Erste Schritte

Nach der Installation rufen Sie Redshift via Startmenü auf, woraufhin sich die Software sich dann mit einem kleinen Glühbirnen-Icon im Systempanel verankert. Sollte Redshift sich gleich nach dem Start verabschieden, starten Sie es auf der Konsole mit dem Kommando gtk-redshift. So können Sie anhand der nun folgenden Ausgaben auf der Kommandozeile Fehleranalyse betreiben. Alternativ nutzen Sie mit dem Aufruf redshift die "nackte" Variante des Tools, müssen dann aber auf das Panel-Icon verzichten.

Einige mögliche Fehler betreffen den Dienst Geoclue, den Redshift nutzt, um Standortinformationen für das automatische Anpassen der Bildschirmeinstellungen zu erfragen. Gerade unter Ubuntu häuften sich im Test Fehler dieser Art. Durch einen einfachen Befehl umgehen Sie diese Problemquelle: Dazu rufen Sie mit gtk-redshift -r list eine Liste an möglichen Diensten für die Bereitstellung der Standortinformationen auf.

Über gtk-redshift -l gnome-clock liest Redshift die Standortinformationen aus der lokalen Gnome-Uhr heraus. Hilft auch das nicht weiter oder bevorzugen Sie eine präzise Einstellung, geben Sie über einen Befehl wie gtk-redshift -l 52.4:9.7 die genaue Standortposition anhand von Breiten- und Längengrad an.

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