Lebenslauf

Der Lebenslauf enthält insbesondere Angaben zu Schulausbildung, Studium, Berufsausbildung und -tätigkeit, Weiterbildung, besonderen Qualifikationen und Kenntnissen sowie Publikationen. Ihr Bewerbungsfoto, den Titel des Lebenslauf und gegebenenfalls das beigefügte Zitat haben Sie bereits in der Präambel angegeben. Listing 4 enthält ein Beispiel für einen Lebenslauf. Eingeleitet wird der Lebenslauf mit dem Befehl \makecvtitle (Zeile 4).

Listing 4

% ... Präambel ...
\begin{document}
% ... Anschreiben ...
\makecvtitle
\section{Schule, Berufsausbildung, Studium}
\cventry{10/2007--07/2012}{Diplom-Studium der Betriebswirtschaftslehre}{Neustädter Universität}{Neustadt}{Abschlussnote: 1,0}{}
\cventry{08/2002--09/2007}{Berufstätigkeit als Bankkaufmann}{Neustädter Bank}{Neustadt}{}{}
\cventry{09/1999--07/2002}{Ausbildung zum Bankkaufmann}{Neustädter Bank}{Neustadt}{Abschlussnote: 1,0}{}
\cventry{07/1999}{Abitur}{Neustädter Gymnasium}{Neustadt}{Abschlussnote: 1,0}{}
\section{Ehrenamtliche Tätigkeiten}
\cvitemwithcomment{seit 01/2000}{Neustädter Verein zur Rettung der Pinguine e.~V.}{Kassenwart}
\section{Sprachkenntnisse}
\cvitem{Deutsch}{Muttersprache}
\cvitem{Englisch}{CEF~C2}
\cvitem{Italienisch}{CEF~B2}
\section{Computerkenntnisse}
\cvdoubleitem{Betriebssystem:}{Linux}{Textsatz:}{\LaTeX}
\section{Publikationen}
\cvlistitem{Hal Pycroft: \textit{Die Geschichte des Eisenwarenhandels auf dem europäischen Kontinent.} Neustadt 2012.}
\section{Hobbys}
\cvlistdoubleitem{Schwimmen}{Fischen}
% ... Anlagen ...
\end{document}

Überschriften im Lebenslauf setzen Sie mit dem Befehl \section, Überschriften zweiter Ordnung mit dem Befehl \subsection. Für die Angaben im Lebenslauf hält das Paket moderncv verschiedene Befehle bereit. Für Angaben zu Schulabschluss, Berufsausbildung, Studium und Berufstätigkeiten steht der Befehl \cventry bereit.

Beispiele finden Sie in den Zeilen 5 bis 9 von Listing 4. In die erste geschweifte Klammer geben Sie den Zeitraum ein. Beim korrekten "Bis-Strich" handelt es sich typografisch um einen sogenannten Halbgeviertstrich, den Sie in LaTeX als doppeltes Minuszeichen (--) eingeben. Die zweite geschweifte Klammer ist für die Art der Ausbildung oder Tätigkeit vorgesehen (zum Beispiel Abitur, Studium, Berufstätigkeit), die dritte für die Organisation (zum Beispiel Gymnasium, Universität, Arbeitgeber) und die vierte für den Ort.

Bei Angaben zu Schule, Ausbildung und Studium haben Sie die Möglichkeit, in die fünfte geschweifte Klammer Ihre Abschlussnote einzutragen. Bei Angaben zur Berufstätigkeit bleibt diese Klammer leer. Möchten Sie darüber hinaus noch Angaben machen, steht dafür die sechste geschweifte Klammer bereit.

Für alle weiteren Einträge existieren zwei Typen von Befehlen, die es erlauben, die Angaben entweder tabellenartig oder listenförmig zu machen. Möchten Sie die Angaben als Tabelle gestalten und jedem Eintrag ergänzende Angaben beifügen, nutzen Sie den Befehl \cvitemwithcomment. Dieser Befehl umfasst drei geschweifte Klammern, von denen die erste für den Zeitraum, die zweite für eine aussagekräftige Beschreibung und die dritte für weitere Angaben gedacht ist. Er eignet sich beispielsweise für Angaben zu ehrenamtlichen Tätigkeiten (Listing 4, Zeile 11).

Verzichten Sie bei tabellenartigen Einträgen auf ergänzende Angaben, dann nutzen Sie stattdessen den Befehl \cvitem für einen Eintrag pro Zeile (Zeilen 13 bis 15). Dieser Typ beschränkt sich auf zwei geschweifte Klammern. Er eignet sich beispielsweise für Angaben zu Sprachkenntnissen, wobei in der ersten Klammer die Sprache, in der zweiten das Sprachniveau steht.

Wenn Sie Angaben tabellenartig machen und zwei Einträge pro Zeile erzeugen möchen, nutzen Sie den Befehl \cvdoubleitem. Dieser Befehl umfasst zweimal zwei geschweifte Klammern. Im Beispiel kommt er für Angaben zu Computerkenntnissen zum Einsatz (Zeile 17).

Möchten Sie Ihre Angaben lieber als listenartig mit vorangestelltem Aufzählungzeichen anlegen, nutzen Sie den Befehl \cvlistitem für einen Eintrag pro Zeile. Dieser Eintragstyp mit einer geschweiften Klammer eignet sich beispielsweise für eine Liste Ihrer Publikationen (Zeile 19).

Wollen Sie listenartige Angaben mit zwei Einträgen pro Zeile machen, nutzen Sie den Befehl \cvlistdoubleitem (Zeile 20). Er eignet sich beispielsweise zum Auflisten von Hobbys. Als Symbol für Aufzählungen verwendet LaTeX – falls Sie nichts anderes angeben – einen Kringel in der ausgewählten Farbe. Möchten Sie das ändern, nutzen Sie den Befehl

\renewcommand{\listitemsymbol}{Symbol}

Zu den üblichen Aufzählungszeichen gehört der Spiegelstrich, den Sie als doppeltes Minuszeichen (--) eingeben, oder der Punkt, den das Paket textcomp über den Befehl \textbullet\ bereit stellt. Die Tilde (~) beziehungsweise der abschließende umgekehrte Schrägstrich (\) sorgen dafür, dass zwischen Zeichen und Eintrag ein Leerschritt bleibt.

Wie LaTeX Ihre Angaben im Lebenslauf setzt, hängt vom verwendeten Stil ab. Probieren Sie aus, wie die verschiedenen Befehle in den verschiedenen Stilen wirken: So finden Sie schnell das für Sie passende Layout. Abbildung 3 zeigt einen Lebenslauf im Stil casual und der Farbe Blau.

Abbildung 3: Der Lebenslauf im Stil casual und der Farbe Blau.

Anlagen

Neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf gehören zu einer Bewerbung in der Regel Kopien der Zeugnisse. Scannen Sie die Zeugnisse ein, die Sie beifügen möchten, und speichern Sie diese entweder als PDF-Daatei oder Grafikdatei im PNG-Format ab.

Damit man die Dokumente gut lesen kann, sollte die Auflösung nicht unter 300 dpi liegen. Üblicherweise reichen Schwarzweiß-Scans aus. Die Kunst dabei: Es gilt die richtige Balance zwischen möglichst hoher Auflösung und möglichst geringer Dateigröße zu finden. Immerhin möchten Sie ja den Personalchef nicht schon beim Erhalt der Bewerbung verstimmen, indem Sie sein Postfach mit einer zu großen Datei überfrachten. Als grober Richtwert sollten Sie 2 MByte nicht wesentlich überschreiten.

Haben Sie Ihre Zeugnisse als PDF-Datei abgespeichert, laden Sie wie oben beschrieben in der Präambel das Paket pdfpages. Im Hauptteil nutzen Sie den folgenden Befehl, um die PDF-Daten in das Dokument einzubinden:

\includepdf[pages=Seitenzahlen]{Dateiname}

Haben Sie Ihre Zeugnisse stattdessen als PNG-Dateien abgespeichert, laden Sie in der Präambel das Paket graficx. Im Hauptteil nutzen Sie den folgenden Befehl, um die Grafikdateien in das Dokument einzubinden:

\includegraphics{Dateiname}

Diese Methode ist jedoch weniger elegant: Da die Zeugnisse üblicherweise das A4-Format voll ausfüllen und daher über den Textbereich hinausragen, meldet LaTeX grundsätzlich eine Overfull \hbox oder eine Overfull \vbox.

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Kommentare
\photo[Höhe][Rahmendicke]{Datei}
Alex (unangemeldet), Donnerstag, 21. November 2013 15:25:01
Ein/Ausklappen

Ist es nicht die Foto-Breite, die man in eckigen Klammern angibt? Bei mir schien es jedenfalls so zu funktionieren.


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