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© Kirsty_Pargeter, 123rf.com

Bibliothekar

Bücherbestände verwalten mit Alexandria

22.05.2012
Mit wachsendem Buchbestand geht oft der Überblick über die gesammelten Werke verloren. Mit Alexandria katalogisieren Sie die private Bibliothek schnell und problemlos.

Lesen bildet, sagt ein altes Sprichwort, und selbst moderne elektronische Medien wie E-Books und das Internet konnten das gedruckte Buch bislang nicht verdrängen. Mancher Literaturfreund verliert aber mit der Zeit den Überblick über den stetig wachsenden eigenen Bestand, sodass der Einsatz einer elektronischen Kartei lohnt.

Mit Linux und der kleinen Software Alexandria [1] bringen Sie schnell und unkompliziert Ordnung in die Sammlung. Das Programm eignet sich darüber hinaus zum Verwalten der Bestände kleiner Bibliotheken, da es nicht nur das Erfassen von Neuzugängen mithilfe eines Barcode-Scanners unterstützt, sondern zusätzlich auch eine Ausleihfunktion besitzt.

Dabei hat Alexandria gegenüber Anwendungen für große Bibliotheken den Vorteil, keine zusätzliche Datenbank im Hintergrund zu benötigen, was Installation und Betrieb des Systems deutlich erleichtert. Die Software ist daher in wenigen Minuten installiert und einsatzbereit.

Auf die Platte

Alexandria findet sich in den Repositories der meisten großen Distributionen. Daher klappt die Installation in der Regel komfortabel per Mausklick. Da die Software sehr viele Abhängigkeiten aufweist, sollten Sie die Installation per Synaptic, YaST oder ein ähnliches Werkzeug erledigen, das alles Notwendige automatisch nachzieht.

Nach der Installation finden Sie das Programm auf einem Gnome-2-Desktop im Menü Anwendungen | Büroprogramme unter dem Eintrag Alexandria Büchersammlungs-Manager. Die Applikation startet nach einem Mausklick in eine sehr spartanisch anmutende Oberfläche, die sich in drei Bereiche gliedert.

Im oberen Teil des Programmfensters befinden sich neben einem Menü eine weitere Zeile mit einigen Schaltflächen für grundlegende Funktionen sowie ein Eingabefeld. Links im Fenster finden Sie eine Liste der vorhandenen Bibliotheken sowie unterschiedliche Gruppen zum Status eines Buches. Im rechten Teil des Fensters schließlich listet die Applikation die registrierten Bücher auf (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Hauptfenster – hier mit zwei erfassten Büchern – wirkt aufgeräumt.

Bibliotheken

Mithilfe der Bibliotheken ordnen Sie den Buchbestand grob nach Themen. Um eine neue Bibliothek anzulegen, klicken Sie entweder im Programmfenster ganz links auf die Schaltfläche mit einem symbolisierten Blatt Papier oder im Menü Bibliothek  auf Neue Bibliothek. In der Liste der Bibliotheken links erscheint ein neuer Eintrag Unbenannt. Über das Eingabefeld ändern Sie bei Bedarf den Namen und speichern ihn mit [Eingabe].

Um nicht jedes Buch mit allen zugehörigen Daten umständlich manuell erfassen zu müssen, besteht die Möglichkeit, auf Online-Kataloge verschiedener großer Bibliotheken zuzugreifen und darin das Werk anhand der ISBN-Nummer zu identifizieren. Alexandria unterstützt dabei das Z39.50-Protokoll, das im Bibliothekswesen lange als Standard galt. Mittlerweile setzt sich aber zunehmend Search/Retrieve via URL (SRU) durch.

Um auf die Datenbestände öffentlicher Bibliotheken zuzugreifen, müssen Sie jedoch für jede einzelne Bibliothek die entsprechenden Datenbanken und deren Zugangsdaten in Alexandria hinterlegen. Zwar kennt die Software bereits eine ganze Reihe Server einzelner Bibliotheken, jedoch gibt es in neueren Versionen von Alexandria keinen einzigen deutscher Server mehr.

Die Entwickler trifft hier keine Schuld: Mehrere deutsche Bibliotheken haben jüngst ihre Zugangsdaten modifiziert oder gar ganz von der Webseite entfernt, sodass die alten Einstellungen kein Ergebnis liefern. Einige Bibliotheken erlauben nur noch die Suche per Webbrowser, geben jedoch keine Zugangsdaten mehr für den Zugriff auf die Informationssysteme über andere Schnittstellen bekannt.

Es gilt also zunächst, Server-Zugänge für deutschsprachige Bibliotheken ausfindig zu machen und diese in Alexandria einzutragen ([2],[3]). Dazu öffnen Sie im Programmfenster im Menü Bearbeiten den Eintrag Einstellungen und klicken anschließend auf den Reiter Anbieter oben rechts. Nun öffnet sich eine Liste der in Alexandria aktivierten Z39.50-Datenbanken.

Um einen neuen Datenbank-Server hinzuzufügen oder einen bestehenden zu modifizieren, setzen Sie unten im Anbieterfenster ein Häkchen vor dem Eintrag Erweiterte Einstellungen. Anschließend klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen. Im sich öffnenden Dialog Neuer Anbieter tragen Sie nun die Zugangsdaten ein (Abbildung 2). In Ubuntu 10.04 fehlt allerdings die Ruby-Bibliothek libmarc-ruby, die das Programm für diese Funktion benötigt. Um diese nachzuziehen, müssen Sie das PPA des Alexandria-Teams [4] einbinden.

Abbildung 2: Neue Datenbank-Server erfassen Sie in Alexandria in einem übersichtlichen Dialog.

Achten Sie bei der Eingabe der Zugangsdaten insbesondere darauf, dass Sie das korrekte Format für die Datensätze auswählen. Da die Dateiformate bei den einzelnen Bibliotheken variieren und Alexandria nur die gebräuchlichsten drei Formate unterstützt, bleibt bei mancher Bibliothek der Zugang zu einem Server verwehrt.

TIPP

Unterstützen die Kataloge sowohl die UNIMARC- als auch die USMARC-Datenstruktur unterstützen, sollten Sie Letztere bei der Konfiguration berücksichtigen. Datensätze im USMARC-Format liefern mehr Informationen.

Nach korrekter Eingabe der Daten sollten Sie die neuen Anbieter durch Klicken auf die Schaltfläche Hoch am Anfang der Liste positionieren, weil das Programm bei der Abfrage zu einem Werk stets die Liste von oben nach unten durchläuft. Die deutsche Bezugsquelle käme also nach den Standardeinstellungen zuletzt an die Reihe.

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