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© Colin Broug, sxc.hu

Spurensuche

Große Log-Dateien durchsuchen mit Glogg

23.04.2012
Programmierer wie auch Linux-Administratoren wissen die Vorzüge von Ereignisprotokollen zu schätzen. Glogg hilft dabei, selbst in umfangreichen Log-Dateien nicht den Überblick zu verlieren.

Linux gehört zu den eher geschwätzigen Betriebssystemen: Viele Systemdienste erzeugen bei Ereignissen jeder Art Meldungen und schreiben diese in Log-Dateien, die meist im Verzeichnis /var/log liegen. Treten unerwartet Probleme oder Ungereimtheiten im System auf, so finden Sie deren Verursacher durch das Auslesen der Log-Dateien relativ einfach – selbst als Laie.

Da jedoch die Log-Dateien im Laufe der Zeit schnell wachsen und dadurch unübersichtlich geraten, erweisen sich die herkömmlichen Bordmittel zum Auslesen der Datenbestände – die Befehle Less und Grep – zunehmend als weniger hilfreich. Um das Manko zu beseitigen, gibt es ein kleines Helferlein, das Ihnen die Suche nach relevanten Einträgen enorm erleichtert: Glogg.

Das Programm durchforstet nicht nur umfangreiche Log-Dateien nach speziellen Zeichenketten und Begriffen, sondern bietet zudem eine komfortabel zu bedienende grafische Oberfläche, sodass Sie nicht ins Terminal wechseln müssen.

Installation

Glogg steht für Ubuntu schon geraume Weile in den Repositories zur Installation bereit. Für Debian gibt es vorkompilierte Pakete online [1]. Dort finden Sie auch RPM-Archive für OpenSuse und Fedora. Für Mandriva und Mageia steht Glogg derzeit noch nicht bereit. Diese Distributionen bieten jedoch, ebenso wie Unity Linux, im Kontrollzentrum ein Tool, das einen ähnlichen Funktionsumfang aufweist wie Glogg.

Für Distributionen, bei denen sich die Software noch nicht in den Repositories findet, laden Sie das Programm im Quelltext herunter [2] und kompilieren es manuell.

Nach der Installation finden Sie unter Gnome im Menü Anwendungen | Zubehör einen Programmstarter namens glogg. Nach einem Klick darauf öffnet sich ein zweigeteiltes Programmfenster: Im oberen Bereich bekommen Sie den kompletten Inhalt einer Logdatei angezeigt, im unteren Teil des Fensters listet Glogg nur jene Zeilen auf, die einem bestimmten, von Ihnen zu definierenden Suchkriterium entsprechen.

Diesen Suchbegriff geben Sie in die Zeile Text: ein, die sich zwischen den beiden Bereichen des Programmfensters befindet. Die von der Software zu öffnende Log-Datei wählen Sie dabei komfortabel über File | Open oder – noch einfacher – über einen Klick auf das Ordnersymbol oben links im Applikationsfenster und anschließende Auswahl im Dateimanager (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das zweigeteilte Fenster von Glogg listet das vollständige Log sowie das Ergebnis der Suche auf.

Die Eingabe in der Zeile Text: beschränkt sich nicht auf einen einzelnen Begriff. Glogg versteht sich auf den Umgang mit regulären Ausdrücken und gestattet es somit beispielsweise, mithilfe des Pipe-Zeichens simultan nach zwei Begriffen zu suchen. So spüren Sie alternative Zeichenketten in Sekundenschnelle auf.

Findet Glogg die gesuchten Begriffe oder Zeichenketten in der geöffneten Log-Datei, so signalisiert es entsprechende Übereinstimmungen durch einen kleinen roten Punkt am Beginn der Textzeile. Anschließend zeigt das Programm die Ergebnisse im unteren Fenster in der gleichen Reihenfolge an wie im Original.

Farbfilter

Um wichtige Einträge in einer Log-Datei automatisch hervorzuheben und somit die Übersicht weiter zu verbessern, bietet Glogg eine zusätzliche Funktion. Dabei markiert die Software die hervorzuhebenden Einträge farblich. Einen neuen Filter legen Sie über Tools | Filters... an. Im Dialog geben Sie zunächst im Feld Matching Pattern die Zeichenkette ein, nach der Sie die Log-Datei filtern möchten. Anschließend legen Sie über die Auswahllisten Fore Color: und Back Color: die Text- und die Hintergrundfarbe aus.

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, mehrere Filter zu definieren. Dazu klicken Sie nach Eingabe eines Kriteriums auf die Schaltfläche mit dem Pluszeichen links unter der Liste. Die Applikation zeigt die einzelnen Filter im linken Teil des Fensters untereinander gruppiert an (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit wenigen Eingaben und Klicks definieren Sie Suchfilter, der die gefundenen Textstellen auf Wunsch einfärbt.

Nach einem Klick auf die Schaltfläche Apply unterlegt Glogg die protokollierten Zeilen mit gefundenen Übereinstimmungen in den von Ihnen definierten Farben. Ein Klick auf OK speichert den Filter dauerhaft ab, sodass er bei einer erneuten Suche wieder bereit steht. Somit erhalten Sie umgehend einen klaren Überblick, wo sich in Ihren Log-Dateien Einträge zu bestimmten Ereignissen finden.

Im Fenster mit den Ergebnissen finden Sie die entsprechenden Zeilen in den ausgewählten Farben. Je nach Umfang der zu suchenden Zeichenketten und der ursprünglichen Log-Datei sammeln sich hier eine erkleckliche Anzahl von Einträgen, sodass es schwer fällt, diese auf einen Blick in der Log-Datei zuzuordnen. Deshalb bietet Glogg eine einfache Funktion zum Wiederfinden einer bestimmten Zeile in der originalen Log-Datei: Klicken Sie einfach mit der linken Maustaste in den Ergebnissen auf die gesuchte Zeile.

Glogg ändert nun deren Farbe und springt im Fenster der Log-Datei auf die in der gleichen Farben markierte, identische Zeile. Dadurch gewinnen Sie sofort einen Überblick über die zusätzlich protokollierten Ereignisse im Umfeld. Da die Software alle Log-Dateien direkt von der Festplatte liest, ohne diese zuvor in den Arbeitsspeicher zu kopieren, arbeitet die Suchfunktion selbst in sehr umfangreichen Protokollen sehr schnell (Abbildung 3).

Abbildung 3: Glogg erhöht durch farbige Zeilen die Übersicht in den Logfiles.

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