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© Vivechugk, sxc.hu

Klein und flink

Der schnelle Bildbetrachter Feh

20.10.2011
Mit nur wenigen Tastendrücken navigieren Sie mit dem Bildbetrachter Feh durch Bilderserien, erstellen Collagen oder vergleichen Motive.

Eine Suche in den Online-Archiven Freshmeat oder Sourceforge nach "Image Viewer" fördert Hunderte von Treffern zu Tage. Offensichtlich gehen die Meinungen weit auseinander, was die notwendigen Fähigkeiten eines Bildbetrachters betreffen – der Anwender steht deshalb vor der Qual der Wahl. Dies fördert Spezialisten wie Feh [1], die nicht mit Funktionsvielfalt glänzen, sondern mit essenziellen Funktionen und effizienter Arbeitsweise.

Grundfunktionen

Die Installation der Software stellt kein Problem dar, denn alle wichtigen Distributionen führen ein fertiges Archiv im Repository. Die Titelseite der Feh-Homepage vermittelt den spröden Charme einer klassischen Unix-Manpage, und schon der erste Satz (frei übersetzt: "Feh ist ein Bildbetrachter für Kommandozeilen-Nutzer.") wirkt etwas abschreckend. Die Applikation integriert sich aber trotzdem sehr gut in bestehenden Desktop-Umgebungen. Um ein einzelnes Bild anzuzeigen, übergeben Sie die Bilddatei an das Programm:

$ feh bild.jpg

In Sekundenschnelle zeigt Feh auch sehr große Bilder an. Es gehört zu den flinksten Bildbetrachtern überhaupt – das liegt an der Grafikbibliothek Imlib2, auf die die Software aufsetzt. Ähnlich schnell arbeitete Kuickshow, den die Entwickler ab KDE SC 4 allerdings durch das träge Gwenview [2] ersetzten. Das basiert auf ebenfalls auf der besagten Bibliothek, allerdings der veralteten Version 1.

Neben dem schnellen Laden der Bilder fällt die spartanische Anzeige auf: So gibt es keine Menüs. Ein Rechtsklick zaubert allerdings ein Kontextmenü hervor, über das Sie einige Basisfunktionen erreichen (Abbildung 1). Da Feh ein Bild als Argument auf der Kommandozeile akzeptiert, spricht nichts dagegen, ihn als Standardbildbetrachter im Kontrollzentrum des Desktops einrichten. Das Programm beherrscht fast alle gängigen Formate, nur mit Raw-Formaten aus Digitalkameras hat es Probleme.

Abbildung 1: Das Kontextmenü von Feh bietet einen Zugriff auf die grundlegenden Funktionen.

Slideshow

Feh operiert in verschiedenen sogenannten Modi. In der Regel startet die Applikation im Slideshow-Modus. Hier übergeben Sie eine Liste von Dateien oder ein Verzeichnis an Feh:

$ feh ~/images

Dabei startet die Slideshow nicht automatisch. Sie blättern stattdessen mit [N] (für "next") und [P] ("previous") durch die Bilderliste. Etwas verwirrend: [Bild oben] und [Bild unten] blättern ebenfalls, mit diesen Tasten springen Sie aber jeweils 5 Prozent in der Bilderliste vor beziehungsweise zurück. Eine echte Slideshow samt automatischem Blättern beherrscht Feh ebenfalls:

$ feh -F -D 5 --cycle-once ~/images

Die Option -F schaltet in den Vollbildmodus, mit -D geben Sie das Intervall vor (hier sind auch Werte wie 1.5 möglich), und die letzte Option verhindert, dass die Show ewig läuft. Ein Sortieren der Bilder zum Beispiel nach Namen oder eine Anzeige in zufälliger Reihenfolge beherrscht Feh ebenfalls. Es kennt an die hundert Kommandozeilenparameter, welche die Manpage gut dokumentiert.

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