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Digikam schafft Ordnung bei den Bildern

08.09.2011 Durch innovative Suchmethoden sorgt Digikam dafür, dass Sie in Ihrem Bildarchiv schnell und zielsicher die gewünschten Motive finden.

Mit einer steigenden Anzahl von Bildern auf der Festplatte wachsen die Schwierigkeiten, ein gewünschtes Bild oder Motiv wiederzufinden. An dieser Stelle setzen Bildarchive wie Digikam, F-Spot oder Shotwell an. Sie identifizieren die Bilder nicht nur über EXIF-Tags, sondern erlauben zusätzlich das Vergeben von Stichwörtern sowie komplexe Suchen.

Digikam [1] arbeitete ursprünglich als Datenbank-Frontend, verfügt heute aber über wesentlich mehr Funktionen – beispielsweise einen Leuchttisch und Möglichkeiten zum Bearbeiten von Bildern sowie einige sehr interessante Funktionen, um verwaltete Bilder wiederzufinden. Das Programm importiert neben allen gängigen Bildformaten (einschließlich unkomprimierter Bilder im Gimp-eigenen Format) alle gängigen Kamera-Rohdaten und wandelt diese bei Bedarf um, seit einiger Zeit sogar nach DNG.

Alle Angaben im Folgenden beziehen sich auf Digikam 1.2.0, basierend auf KDE SC 4.4.5 aus dem Repository von Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx".

Installation

Alle gängigen Distributionen führen Digikam in ihren Repositories. Um allerdings alle Features von Digikam zu nutzen, müssen Sie auch die Kipi-Plugins installieren. Für eine deutschsprachige Oberfläche benötigt das Programm zusätzlich das Paket kde-l10n-de . Beim ersten Start aktiviert Digikam einen Assistenten, um einige Einstellungen vorzunehmen. Die meisten Möglichkeiten sind gut erklärt, die Voreinstellungen erweisen sich als sinnvoll – etwa beim Anlegen der Datei für die Datenbank im Wurzelverzeichnis. Beim Einsatz von Rohdaten lohnt es sich, den passenden Editor zu aktivieren.

Spaltenkünstler

Die Programmoberfläche teilt sich in drei Spalten (Abbildung 1): Links befindet sich die Suchspalte, die entsprechenden Treffer zeigt die Applikation in der mittlere Spalte. Für dort ausgewählte Bilder zeigt die Software rechts Details an. Über Buttons in den Rahmen blenden Sie die äußeren Spalten ein oder aus. Der obere Rand enthält Schalter für häufig benötigte Funktion, der untere eine Statuszeile. Über einen Regler und eine Schaltfläche passen die Größe der angezeigten Bilder ein.

Abbildung 1: Das Hauptfenster von Digikam umfasst die Elemente zum Verwalten der Bilder in drei Spalten zusammen.

Im linken Rahmen (Bereich 1) steuern Sie über sieben Schaltflächen die Anzeige in dieser Spalte: Es gibt eine Übersicht der Alben, eine zeitlich sortierte Ansicht (Kalender), eine Liste der Stichworte, eine Zeitleiste mit den Entstehungsdaten der Bilder sowie drei Suchfunktionen: Die Suche nach einem Stichwort, eine unscharfe Suche sowie die Suche nach Geodaten. Die Suchkriterien geben Sie am unteren Rand ein.

Bilder, die den Kriterien entsprechen, zeigt Digikam oben in der Mitte als Liste (Bereich 3), bei Bedarf schalten Sie dies über [Strg]+[T] um. Ein Doppelklick auf ein Bild vergrößert die Ansicht (Bereich 4). Am unteren Rand gibt es ein Eingabefeld für Stichwörter (Bereich 6), eine Auswahl für Dateitypen (Bereich 7) und sternförmige Radiobuttons (Bereich 8), über die Sie steuern, welche Wertung Bilder haben sollen, die das Programm nach der Suche anzeigt.

Digikam führt bei Bedarf mehrere Varianten von Detailinformationen zum aktuellen Bild auf, wie Dateieigenschaften, Metadaten (EXIF-, IPTC-, XMP-Tags), Farbinformationen, Beschriftungen und Stichwörter.

Ein typischer Arbeitsablauf sieht vor, dass Sie Bilder von einer Kamera, einem Kartenleser oder USB-Medium einlesen. Dabei hat es sich bewährt, die Bilder zunächst in ein spezielles Eingangsverzeichnis zu importieren. Arbeiten Sie mit Rohdaten, sollten Sie diese nach DNG konvertieren, was einen späteren Austausch vereinfacht.

Nach dem Import haben Sie die Möglichkeit, die Bilder zu bewerten und jene auszuwählen, die Sie in Alben verschieben wollen. Über Stichwörter, Kommentare und die geographische Daten vereinfachen Sie ein späteres Auffinden der Motive. Bei Bedarf bearbeiten und verbessern Sie die Fotos. Für ein detaillierteres Bearbeiten lohnt es sich aber, auf externe Programme zurückzugreifen.

Wollen Sie Ihre Bilder online stellen oder jemanden zum Kauf anbieten, schützen Sie die bearbeiteten Bilder am einfachsten mit einem digitalen Wasserzeichen [2]. Exportieren Sie die Dateien erst danach in Webgalerien.

Importieren

Um Bilder und andere Multimediadaten in die Applikation aufzunehmen, steht ein eigener Menüpunkt Importieren bereit. Dieses Menü erlaubt neben dem Einlesen der Inhalte von einer Kamera oder einem USB-Speicher das Kopieren der Daten von einem Kartenleser. Zwei weitere Punkte regeln den Import von lokalen Ordnern und Dateien, der Rest der Menüpunkte erlaubt den Zugriff auf Bilder in Online-Alben wie Facebook oder Picasa.

Nach dem Anstecken eines Mediums erscheint ein neues Fenster, das die auf dem Speicher befindlichen Dateien anzeigt. Nun laden Sie entweder alle oder nur ausgewählte Bilder herunter. Nach einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche fragt das Programm ab, in welches Album Sie die Bilder importieren möchten. Dabei können Sie alternativ auch ein neues Album anzulegen. In jedem Fall haben Sie die Möglichkeit, die Eigenschaften des Albums (Titel, Kategorie oder Datum) zu bearbeiten (Abbildung 2). Ein Import ist zwar empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig: Da Digikam die verwalteten Verzeichnisse überwacht, genügt es auch, mit einem Dateimanager Bilder direkt in ein Album zu kopieren.

Abbildung 2: Über Titel, Kategorie oder Datum sorgen Sie für Übersicht unter den Alben.

Verzeichnisse lädt Digikam mit allen Unterverzeichnissen, sofern deren Namen nicht mit einem Punkt beginnen. Allerdings scheint dieses Feature nicht bei allen Programmversionen einwandfrei zu funktionieren, sodass Sie gegebenenfalls nicht benötigte Verzeichnisse (beispielsweise .metadata/) nachträglich manuell löschen müssen. Beim Import von Verzeichnissen kopiert die Software stillschweigend sämtliche darin enthaltenen Dateien, auch solche, die das Programm weder liest noch anzeigt.

Für das direkte Laden von Bildern von der Kamera verwendet die Applikation Libgphoto2, die dieses Verfahren für viele gängigen Kameras ermöglicht. Das funktioniert allerdings nur, solange Sie die Kamera nicht als Massenspeicher eingehängt haben. Kameras, die diese Technik verwenden, erscheinen als Mass Storage Camera.

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LinuxUser 06/2012

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