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© Christos Georghiou, Fotolia

Elegante Vorstellung

Diashows erstellen mit Imagination

21.09.2011 Präsentieren Sie Ihre Fotos einmal anders: Als Diaschau ganz ohne Dias. Imagination hat die Funktionen dazu.

Wollte man im vergangenen Jahrhundert in geselliger Runde die neuesten Urlaubsfotos präsentieren, ließ man seine Fotos als Dia entwickeln und schleppte dann die gesamte Ausrüstung zum Familientreffen mit: Diaprojektor, Leinwand und – nicht zu vergessen – die mit den Dias gefüllten Magazine. War endlich alles aufgebaut und hatte sich das Publikum zu fünft auf das Dreiersofa gequetscht, konnte die Vorführung beginnen. Der Bediener drückte den entsprechenden Knopf auf der (eventuell sogar kabelgebundenen) Fernbedienung, und der Projektor sorgte für das typische Geräusch, das sich anhörte wie das Durchladen eines Plastikgewehrs. Ein neues Dia wurde vor die Linse geschoben, und auf der Leinwand war die nächste Urlaubserinnerung zu bewundern.

Mit der analogen Fotografie verschwinden auch die Diaschauen. Statt Projektor und Leinwand kommen mittlerweile Monitor, Smartphone, Fernseher oder sogar Beamer zum Einsatz, um die jüngsten Reiseerlebnisse anderen zu präsentieren – Letzteres gegebenfalls auch mit Leinwand. Doch die Atmosphäre eines Dia-Abends muss nicht verloren gehen: Statt nacheinander Bilder aus einem Dateimanager heraus aufzurufen, können Sie mit Hilfe von entsprechenden Tools schöne Fotosequenzen erstellen.

Ein solches Tool ist Imagination [1], mit dem Sie solche Fotosequenzen – sogenannte Slideshows – erstellen. Sie können einzelne Fotos wie in einer Diaschau nacheinander abspielen und dazu selbst ausgewählte Hintergrundmusik laufen lassen. Für das Überblenden zwischen den einzelnen Fotos bietet das Programm verschiedene Übergänge. Passenderweise heißen Fotos in Imagination auch "Dia". Imagination erstellt Slideshows im DVD-gerechten VOB-Format, als Flash, Theora Vorbis oder 3GP.

Installation

Imagination liegt derzeit in der Version 3.0 vor. Nach dem Herunterladen [2] des Quell-Tarballs (auch auf Heft-DVD) entpacken Sie diesen in ein beliebiges Verzeichnis (Listing 1, Zeile 1). Anschließend wechseln Sie in den entpackten Ordner (Zeile 2). Dort öffnen Sie nun die Datei src/support.h mit einem Texteditor (Zeile 3), suchen die Zeile #define PLUGINS_INSTALLED 0 und ändern die 0 in eine 1. Speichern Sie diese Änderung und schließen Sie den Editor wieder. Durch diese kleine Anpassung stehen Ihnen nachher auch die Übergänge zwischen einzelnen Bildern zur Verfügung – andernfalls würden Sie keine Übergänge auswählen können.

Führen Sie nun den Befehl ./configure aus, um Imagination für Ihr System zu konfigurieren. Eventuell erhalten Sie hier die Meldung, dass bestimmte Pakete fehlen. Richten Sie die fehlenden Komponenten dann über den Paketmanager des Systems ein und führen Sie ./configure noch einmal aus. Unter Linux Mint 11 mussten wir beispielsweise die Pakete docbook-xsl, intltool, libglib2.0-dev, libgtk2.0-dev und libsox-dev nachinstallieren.

Nach der erfolgreichen Konfiguration übersetzen und installieren Sie Imagination mit dem bekannten Dreischritt (Zeile 4 bis 6). Im Anschluss starten Sie die Anwendung über den Befehl imagination auf der Kommandozeile oder per Maus über das Startmenü.

Listing 1

$ tar -xzf imagination-3.0.tar.gz
$ cd imagination-3.0/
$ gedit src/support.h
$ .configure
$ make
$ sudo make install

Erste Schritte

Nach dem Start legen Sie zuerst über den Menüeintrag Diaschau | Neu oder über die Tastenkombination [Strg]+[N] eine neue Diaschau an. Im Dialog Neue Diaschau anlegen nehmen Sie grundlegende Einstellungen zum Format (siehe Tabelle "Videoformate") und der Größe des Videos vor. Abhängig von der Auswahl des Formats stehen verschiedene Größen zur Auswahl. Nachdem Sie Format und Größe ausgewählt haben, aktivieren Sie die Funktion Bilder in das Format einpassen und legen eine passende Hintergrundfarbe fest, bevor Sie den Dialog bestätigen.

Abbildung 1: In den Diaschau-Einstellungen legen Sie das Format fest, in das Imagination die Slideshow nach dem Bearbeiten exportiert.

Videoformate

Kürzel

Format

Erläuterung

VOB DVD Video VOB ist ein Containerformat für DVDs, das neben den eigentlichen Videos auch Untertitel und Menüinformationen enthalten kann. VOB-Dateien mit Videos sind üblicherweise MPEG-2- oder MPEG-1-kodiert.
OGV Theora Vorbis Theora ist ein freier Videocodec und ist als patentfreies Pendant als Alternative zu anderen verwendeten Codecs im Internet gedacht.
FLV Flash Video Dateien im bekannten Flash-Format können mit vielen gängigen Playern abgespielt werden.
3GP Mobile Phones Containerformat für Mobiltelefone, das auf MPEG4 basiert

Nun holen Sie die zu präsentierenden Fotos in die Slideshow. Dazu klicken Sie im Menü auf Diaschau | Bilder importieren oder drücken [Strg]+[I]. Navigieren Sie nun in das Verzeichnis mit den gewünschten Bildern und wählen Sie die entsprechenden Dateien aus. Sie können auch nachträglich weitere Bilder hinzufügen. Haben Sie eine Auswahl getroffen, erscheinen die Bilder am unteren Fensterrand in einer Leiste.

Hier bringen Sie die Bilder per Maus in die gewünschte Reihenfolge. Dazu halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen einzelne Bilder an die vorgesehene Stelle. Möchten Sie dabei nicht immer durch die gesamte Leiste scrollen, dann erleichtern Sie sich mit dem Übersichtsmodus das Leben: Klicken Sie dazu im Menü Ansicht auf Übersicht. Nun zeigt Imagination die Bilder ähnlich wie in einem Dateimanager an. Denken Sie bei all der Verschieberei auch daran, Ihr Projekt zwischendurch zu speichern.

Haben Sie die richtige Reihenfolge gefunden, geht es an die Gestaltung der Slideshow. Sie können für jedes Bild eigene Einstellungen festlegen (Abbildung 2), wie Texte, Überblendeffekte und Anzeigedauer. Allerdings bedeutet das, dass Sie tatsächlich auch jedes Bild in die Hand nehmen müssen: Es fehlt die Möglichkeit, Einstellungen von einem Foto auf ein anderes zu übertragen. Immerhin können Sie bei gedrücktem [Strg] mehrere Bilder mit der Maus markieren und gemeinsame Einstellungen treffen.

Abbildung 2: In Imagination legen Sie für jedes Bild getrennt die Anzeigedauer, Überblendeffekte und zahlreiche weitere Einstellungen fest.

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